Jugend macht Zukunft – Die Welt verändern, mit Klugheit, Mut und Demut.

NIEDERNHAUSEN – Anfang Februar trafen sich knapp 500 junge Menschen in Niedernhausen am Taunus zu einer Jugendkonferenz. Sie sprachen über die besonderen Fähigkeiten von Jugendlichen und tauschten sich darüber aus, wie sie ihren Glauben so leben können, dass er im Alltag eine echte Relevanz hat. Die Atmosphäre war getragen von Freude, intensiven Gesprächen, Lachen, Musik.

Einige von ihnen hatten bereits im Jahr 2013 an einer von insgesamt 114 internationalen Jugendkonferenzen teilgenommen, die vom Universalen Haus der Gerechtigkeit  – der höchsten Körperschaft der weltweiten Bahá’í-Gemeinde – initiiert worden war. Damals widmeten sich mehr als 80.000 Jugendliche der Frage, wie die Jugend aktiv zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und Fortschritt beitragen kann. Eine dieser Konferenzen fand mit mehr als 900 Jugendlichen aus sechs europäischen Ländern in Frankfurt am Main statt.

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Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stand die Frage, wie die Jugend die Gesellschaft von Morgen mitgestalten kann und welche Themen dazu angegangen werden müssen.

So stellte sich die Grundschullehrerin Mona Hilckmann, 26, die Frage, wie sie in ihrem Schulumfeld zu einem positiven Umgang beitragen kann, sowohl in ihren Schulklassen als auch im Lehrerkollegium. Sie findet es wichtig, dass „verschiedene Räume geschaffen werden, um Wertevermittlung im Unterricht einzubauen.“

Tamara Amin aus Hamburg berichtete: „Wir versuchen, uns als Gruppe regelmäßig zu treffen und zum einen über die Nöte unserer Zeit zu sprechen und zum anderen uns mit unserem eigenen geistigen Wachstum zu befassen.“ Zusammen mit Ihren Freunden organisiert Tamara regelmäßige Jugendandachten.

Einen weiteren thematischen Rahmen boten Helden*innen aus der Geschichte bei der Konferenz. Ihre Glaubenskraft und ihr Mut ermutigte die Jugend in ihrem Vorhaben, das eigene Potential zu entfalten und dadurch aktiv zu einer gerechten und friedlichen Welt beizutragen.

„Denken wir zum Beispiel an Tahereh, die wirklich Heldenmut zeigte, in dem sie als erste Frau im Iran des 19. Jahrhunderts öffentlich ihren Schleier ablegte, um für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einzustehen. Noch heute ist sie eine Quelle der Inspiration, wenn es um das Prinzip der Gleichwertigkeit von Mann und Frau geht“, sagte Peggy Mazloum, eine der Organisatorinnen der Konferenz.

Es waren die vielen besonderen Momente der Jugendkonferenz – wie die Andachten mit viel Musik und Gesang, die ansteckende Freude, die Vision eines gemeinsamen Ziels, die Freundschaften, die geknüpft oder gestärkt wurden, sowie neue Erkenntnisse, die während der interaktiven Programmteile gewonnen wurden – die das Bewusstsein der Jugendlichen schärften, mit Klugheit, Mut und Demut auf die Herausforderungen zu reagieren, mit denen sich die Gesellschaft derzeit konfrontiert sieht. Inspiriert und geistig gestärkt, wollen sie nun ihre Gespräche über die Konferenz hinaus erweitern und die gemeinsam formulierten Pläne vor Ort umsetzen.

“Jugendliche denken über den Tellerrand weit hinaus und bringen den notwendigen Idealismus mit, um die Gesellschaft, in der sie leben, neu zu gestalten. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass junge Menschen eine wesentliche Rolle beim Wandel der Gesellschaft und beim Fortschritt einer sich ständig weiterentwickelnden, globalen Zivilisation spielen.“, beschreibt Pia Enders, Teilnehmerin der Konferenz aus Offenbach, die Rolle der Jugend in der heutigen Zeit.