Das Ziel der Religion, wie sie vom Himmel des heiligen Willens Gottes offenbart ist, besteht darin, Einheit und Eintracht unter den Völkern der Welt zu stiften; macht sie nicht zur Ursache für Zwist und Streit. Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, daß das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes…Wir rufen die Offenbarungen der Allmacht Gottes – die Herrscher und Regenten auf Erden – auf, sich zu regen und alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die Zwietracht zu bannen und die Welt mit dem Licht der Einheit zu erleuchten.
(Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akka

Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Laßt sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden. Dies ist der gerade Pfad, die feste, unverrückbare Grundlage. Was immer auf dieser Grundlage errichtet ist, dessen Stärke können Wandel und Wechsel der Welt nie beeinträchtigen, noch wird der Ablauf zahlloser Jahrhunderte seinen Bau untergraben. Unsere Hoffnung ist, daß sich die religiösen Führer der Welt und ihre Herrscher vereint für die Neugestaltung dieses Zeitalters und die Wiederherstellung seiner Wohlfahrt erheben werden. Laßt sie, nachdem sie über seine Nöte nachgedacht haben, zusammen beraten und nach sorgsamer, reiflicher Überlegung einer kranken, schwer leidenden Welt das Heilmittel darreichen, dessen sie bedarf.
(Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akka)

In Wirklichkeit aber ist die Religion Gottes Verbreitung der Wahrheit, Begründung von Wissen und Erkenntnis, und voller Aufgeschlossenheit für Gelehrte; sie kultiviert die Menschheit, entdeckt die Geheimnisse der Natur und erleuchtet die Horizonte der Welt. Wie kann man also sagen, daß sie der Erkenntnis entgegengesetzt ist? Gott behüte! Nein, bei Gott ist Erkenntnis die herrlichste Gabe des Menschen und die vornehmste der menschlichen Vollkommenheiten. Erkenntnis zu bekämpfen ist Torheit, und wer Erkenntnis und Wissenschaft haßt, ist kein Mensch, sondern ein Tier ohne Verstand. Denn Erkenntnis ist Licht und Leben, Glückseligkeit, Vollkommenheit und Schönheit und das Mittel, das uns der Schwelle der Einheit nahebringt. Sie ist Ehre und Ruhm in der Menschenwelt und die größte Gabe Gottes. Erkenntnis ist dasselbe wie Führung, Unwissenheit aber ist wirkliche Verirrung.
(‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen)

Wer auf dem Pfade des Glaubens wandelt, wer nach dem Weine der Gewißheit schmachtet, muß sich läutern von allem, was irdisch ist – sein Ohr von leerem Geschwätz, sein Gemüt von eitlem Trug, sein Herz von der Liebe zur Welt, sein Auge von allem Vergänglichen. Auf Gott muß er bauen, an Ihn sich halten und auf Seinem Wege wandeln. Dann wird er würdig sein, daß ihm in ihrer Glorie die Sonne göttlicher Erkenntnis und Einsicht strahle und er zum Gefäße werde für nie geschaute, unendliche Gnaden. Denn nie darf ein Mensch hoffen, zur Erkenntnis des Allherrlichen zu gelangen, nie kann er vom Strome göttlicher Erkenntnis und Weisheit trinken, nie kann er in den Wohnsitz der Unsterblichkeit eingehen noch teilhaben am Kelche göttlicher Nähe und Gunst – es sei denn, er lasse davon ab, die Worte und Werke sterblicher Menschen zum Maßstab wahren Erfassens und Erkennens Gottes und Seiner Propheten zu nehmen.
(Bahá’u’lláh, Buch der Gewissheit)

Wähne nicht, die allgenügende Kraft Gottes sei leerer Trug. Sie ist der wahre Glaube, den du für die Manifestation Gottes in jeder Sendung hegst. Sie ist ein Glaube, der mehr genügt als alles, was auf Erden ist, während nichts, was auf Erden erschaffen wurde, außer dem Glauben dir genügen kann. Bist du kein Gläubiger, so verdammt dich der Baum göttlicher Wahrheit zum Verlöschen. Bist du ein Gläubiger, so wird dir dein Glaube über alle Dinge auf Erden hinaus genügen, selbst wenn du nichts besitzest.
(Báb, Eine Auswahl aus seinen Schriften)

Eine eingehende Untersuchung wird belegen, daß die Hauptursache der Unterdrückung und des Unrechts, der Ehrlosigkeit, Regelwidrigkeit und Unordnung die Tatsache ist, daß es dem Volk an religiöser Überzeugung und an Erziehung mangelt. Wenn das Volk echt religiös, gebildet und geschult ist und es sieht sich zum Beispiel einer Schwierigkeit gegenüber, kann es sich an die Ortsbehörden wenden; trifft es dort nicht auf Gerechtigkeit und kann es nicht seine angemessenen Ansprüche durchsetzen, stellt es vielmehr fest, daß die örtliche Verwaltung im Widerspruch zu Gottes Wohlgefallen und zur Rechtlichkeit des Königs steht, dann kann das Volk seinen Fall der nächsten Gerichtsinstanz vortragen und die Abweichung der Ortsbehörden von den Gesetzen des Geistes darstellen. Das Gericht kann sich die Akten der Ortsbehörden über den Fall kommen lassen und Gerechtigkeit schaffen. Zur Zeit fehlen jedoch dem größten Teil der Bevölkerung aus Mangel an Schulbildung sogar die Worte, um ein Anliegen auszudrücken.
(‘Abdu’l-Bahá, Das Geheimnis göttlicher Kultur)

Die Religion ist das Licht der Welt; Fortschritt, Erfolg und Glück des Menschen sind das Ergebnis seines Gehorsams gegenüber den Gesetzen, die in den heiligen Büchern niedergelegt sind. Kurz, es läßt sich nachweisen, daß in diesem Leben – sowohl nach äußerlichen als auch nach geistigen Gesichtspunkten betrachtet – die Religion das mächtigste Bollwerk, der sicherste, dauerhafteste und beständigste Schutz für die ganze Welt ist.
(‘Abdu’l-Bahá, Das Geheimnis göttlicher Kultur)

Religion und Wissenschaft sind die beiden Flügel, auf denen sich die menschliche Geisteskraft zur Höhe erheben und mit denen die menschliche Seele Fortschritte machen kann.
(‘Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris)

Es gibt keinen Widerspruch zwischen wahrer Religion und Wissenschaft. Wenn eine Religion im Gegensatz zur Wissenschaft steht, wird sie zu reinem Aberglauben; das Gegenteil vom Wissen ist die Unwissenheit.
(‘Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris)