Bahá’u’lláh hat nämlich nicht nur – das sollten wir bereitwillig anerkennen – die Menschheit mit einem neuen Geist der Wiedergeburt erfüllt. Er hat nicht nur gewisse allgemeine Grundsätze ausgesprochen, nicht nur eine bestimmte Philosophie entwickelt, wie machtvoll, richtig und umfassend sie auch sein mögen. Er hat vielmehr, wie auch ‚Abdu’l-Bahá nach Ihm, im Gegensatz zu den Sendungen der Vergangenheit klar und bestimmt ein Gesetzeswerk niedergelegt, klar umgrenzte Institutionen geschaffen und das Wesentliche für eine göttliche Ökonomie besorgt. All dies ist dazu bestimmt, Modell für die künftige Gesellschaft zu sein, höchsterhabenes Werkzeug für die Errichtung des Größten Friedens, die Wirkkraft für die Einigung der Welt, die Verkündigung des Reiches der Tugend und Gerechtigkeit auf Erden. Keineswegs haben beide alle Anweisungen offenbart, deren es für die praktische Verwirklichung jener Ideale bedarf, die die Propheten Gottes geschaut haben und die seit unvordenklichen Zeiten die Einbildungskraft der Seher und Dichter aller Zeiten entflammt haben.
(Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 38)

Die Haupterfordernisse für jene, die miteinander beraten, sind Reinheit des Beweggrundes, strahlender Geist, Loslösung von allem außer Gott, Hingezogensein zu Seinen göttlichen Düften, Bescheidenheit und Demut vor Seinen Geliebten, Geduld und Langmut in Schwierigkeiten, Dienstbarkeit an Seiner erhabenen Schwelle.
(Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften, 43)

Seine Mitglieder müssen so miteinander beraten, daß sich kein Anlaß für Unmut oder Zwietracht ergibt. Dies ist erreichbar, wenn jedes Mitglied in vollkommener Freiheit seine Meinung äußert und seine Argumente vorbringt. Es darf sich, sollte jemand widersprechen, auf keinen Fall verletzt fühlen; denn erst wenn eine Angelegenheit vollständig erörtert ist, kann sich der richtige Weg zeigen. Der zündende Funke der Wahrheit erscheint erst nach dem Zusammenprall verschiedener Meinungen. Wenn nach der Beratung ein Beschluß einstimmig gefaßt wird, ist dies schön und gut; sollten aber, was der Herr verhüten möge, voneinander abweichende Meinungen bestehen bleiben, muß die Stimmenmehrheit gelten.
(Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften, 44)