Die Terrassen am Berg Karmel
Der Berg Karmel erhebt sich an der mediterranen Küste Haifas in Nordisrael. Sein Blickfang ist der prächtige Schrein des Báb, jenes Glaubensstifters, der Mitte des 19. Jh. Bahá’u’lláhs Kommen ankündigte. Neunzehn Terrassen erstrecken sich majestätisch über den gesamten Berghang und umschliessen in symmetrischer Harmonie diese letzte Ruhestätte, in der auch 'Abdu'l-Bahá beigesetzt ist. Der Schrein des Báb wurde vom kanadischen Architekten William Sutherland Maxwell entworfen und im Jahre 1953 fertig gestellt. In seiner architektonischen Vereinigung von Elementen altgriechischen, römischen und orientalischen Baustils spiegelt er eindrucksvoll das Bahá'í-Prinzip der kulturellen Vielfalt wider.
Die ästhetische und geistige Schönheit der ihn umgebenden Gärten, ihre kristallklaren Springbrunnen und der Duft der farbenfrohen Blumen ziehen jeden Menschen in ihren Bann. Als Hauptattraktion Haifas werden die Terrassen von vielen Touristen besucht. Oft vergleicht man sie mit den hängenden Gärten von Babylon oder bezeichnet sie als "achtes Weltwunder".
Haifa und Akká sind aufgrund der Grabmäler von Báb und Bahá'u'lláh die heiligsten Orte für die Bahá'í und das Ziel ihrer Pilgerreise. Unablässig strömt eine Schar von mehreren hundert Pilgern aus der ganzen Welt zu den heiligen Stätten, um neun Tage lang an dieser Quelle besonderer Geistigkeit zu beten und meditieren. Bestimme Riten sind hierbei nicht zu befolgen. Durch den Besuch vieler heiliger Stätten wird den Pilgern ermöglicht, den Zentralfiguren ihres Glaubens näher zu kommen. Zudem erfahren sie von den internationalen Gremien über die neusten Entwicklungen der Weltgemeinde.
Direkt am Fuße der 2001 eingeweihten Terrassen befindet sich die restaurierte deutsche Templerkolonie. 1869 ließen sich dort christliche Missionare nieder, weil sie genau am Berg Karmel die Ankunft des Messias erwarteten.
