Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/ Neuigkeitende Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.bahai.de/ 1816NeuigkeitenTYPO3 - get.content.righthttp://blogs.law.harvard.edu/tech/rssFri, 16 Jan 2015 12:53:00 +0100 Haltlose Anklage gegen jemenitischen Baha'i nach 14 Monaten strenger Haft http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/16/haltlose-anklage-gegen-jemenitischen-bahai-nach-14-monaten-strenger-haft.html Durch Rechtsbeugung haben Behörden in Jemen Hamed Kamal bin Haydara, einen jemenitischen...Diese Anschuldigungen werden zu Beginn des zweiten Jahres seiner Inhaftierung vorgebracht. Während dieser Zeit ist Herr bin Haydara ohne Anklage festgehalten worden und musste verschiedene Arten der Folter sowie harsche psychologische Misshandlungen über sich ergehen lassen.Herr bin Haydaras Ehefrau hat der Reuters Nachrichten-Agentur mitgeteilt, dass ihr Mann in der Gefangenschaft schwer gefoltert wurde, um von ihm ein Geständnis zu erpressen, das zu erhalten, den Behörden nicht gelungen war. Nun leidet Herr bin Haydara infolge der Folter unter chronischen Gesundheitsproblemen.„Die Anschuldigungen gegen Herrn bin Haydara sind haltlos und unsinnig. Sie werden jetzt, nach mehr als ein Jahr der Misshandlung, einschließlich Einzelhaft, vorgebracht. Während dieser Zeit haben die Behörden privat mehrfach ihre religiösen Motive für die Inhaftierung zugegeben“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha'i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York.„Herr bin Haydara ist ein geachteter und aufrichtiger Familienvater, der kein Gesetz übertreten hat. Es ist ein Grundsatz der Baha'i, dass sie nicht missionieren, und alle einheimischen Jemeniten, die den Baha'i-Glauben angenommen haben, haben dies aus eigener Überzeugung getan“, ergänzte Frau Dugal.„Die Beschuldigung der Spionage für Israel ist eine groteske Verfälschung der Realität“, sagte Frau Dugal. „Die historischen Gegebenheiten, die zur Errichtung des administrativen und geistigen Zentrums des Baha'i-Glaubens geführt haben, geschahen lange vor der Existenz des Staates Israel.“Gehorsam und Loyalität gegenüber der eigenen Regierung ist ein zentrales Prinzip der Baha'i-Lehren, und die Vorstellung, dass Baha'i spionieren würden, ist völlig absurd“, sagte Frau Dugal.„Baha'i gehören seit Jahrzehnten zu Jemen und sind in der gesamten arabischen Region, ja in der ganzen Welt, für ihre friedfertige Haltung und ihre Einstellung des selbstlosen Dienens für die Gesellschaft bekannt.“Frau Dugal ergänzte, dass die Internationale Bahá’í-Gemeinde dieses gesetzwidrige Vorgehen gegen Herrn bin Haydara verurteilt und seine unverzügliche Freilassung fordert. Die Anschuldigungen seien gänzlich fingiert und entbehren jeder Spur eines Beweises.Diese Kommentare kommen gerade während Anschuldigungen der Behörden, dass Herr bin Haydara kein jemenitischer Staatsbürger sei und seinen Namen gefälscht habe, um in das Land zu kommen.Herr bin Haydara ist auf der Insel Socotra in Jemen geboren und hat als Bürger in diesem Land gelebt. Sein Vater, ein Arzt, ist in den 1940er Jahren aus Iran nach Jemen gekommen. Der Mahra-Sultan von Qishn und Socotra hat ihm in Anerkennung seiner herausragenden Dienste für die Armen die jemenitische Staatsbürgerschaft verliehen. Die Staatsbürgerschaft wurde selbstverständlich und gesetzlich auf seinen Sohn übertragen. Der Sultan hat dem Vater von Herrn bin Haydara seinen jemenitischen Namen als eine Ehre und in Anerkennung seines Respektes für seine Wahlheimat gegeben.„Herr bin Haydara ist ein liebevoller Ehemann und Vater von drei jungen Mädchen, und er ist ein loyaler Büger Jemens“, fuhr Frau Dugal fort. „Aber der vielleicht ironischste und aufschlussreichste Aspekt dieser Anschuldigung ist, dass die Behörden Herrn bin Haydara dafür verurteilt haben, dass er einen ‚hohen moralischen Standard demonstrierte‘, wodurch er das Vertrauen seiner Mitbürger gewonnen hat.“

Quelle: http://news.bahai.org/story/1036

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Fri, 16 Jan 2015 12:53:00 +0100
Terror gegen Charlie Hebdo - Mahnmal für unser Miteinander http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/15/terror-gegen-charlie-hebdo-mahnmal-fuer-unser-miteinander.html Die Bahai in Deutschland teilen den Schmerz der Angehörigen der Opfer der entsetzlichen...Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass diese Schreckenstat nicht nur ein Angriff auf unsere Meinungsfreiheit ist. Sie muss auch als Versuch eines Angriffs auf den friedlichen Kern der Religion schlechthin gedeutet werden. Durch religiösen Fanatismus motivierte Gewalttaten greifen alle friedliebenden Menschen und auch deren religiöse Überzeugungen an, die gemeinsam zur Zielscheibe des Terrors gemacht werden sollen. Im Kern jeder Religion – gleich welchen Namens - ist das Streben nach friedlichem und gerechtem Zusammenleben als im Glauben verankerte Verpflichtung angelegt. Auch der Islam hat über weite Zeiträume seiner Geschichte hinweg diese Kraft unter Beweis gestellt. Verschiedene Entwicklungen - so auch die Folgen weltumspannender Verteilungskämpfe in einer globalen Welt - haben zu Verwerfungen geführt, die Fanatismus und Gewalt fördern und immer mehr Menschen von dem ursprünglichen Anliegen ihrer Religion wegtreiben. 

Die geistig-spirituellen Nöte unserer Zeit und die großen ungelösten sozialen Probleme der Welt lassen nach unserer Auffassung keinen Raum dafür, einzelne Religionen mit dem Blick auf die Geschichte auf- oder abzuwerten. Dies gilt besonders auch für Deutschland, wo das gesellschaftliche und religiöse Miteinander und die Zusammenarbeit aller Menschen ein Hauptanliegen bleiben muss. Mögen die Ereignisse der letzten Tage als Mahnmal wirken und als entschiedene Absage in unserem Land gegenüber allen Arten von Rassismus, gegenüber Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

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Thu, 15 Jan 2015 11:18:00 +0100
Baha’i-Haus der Andacht in Chile nimmt Gestalt an http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/13/neues-bahai-haus-der-andacht-in-chile-nimmt-gestalt-an.html Die Baha’i-Gemeinde in Chile veröffentlicht das siebte Video einer Serie über den Baufortschritt am...Die knapp neunminütige Dokumentation gibt Auskunft über die sich entfaltende Schönheit des Hauses der Andacht, welches am Fuße des Andengebirges mit Blick auf die Stadt Santiago liegt. Das Video zeigt die Fortschritte beim Installieren der flügelartigen Außenschalen, die aus mehr als 8000 gefrästen Platten aus transluzenten Stein bestehen und die neun Seiten des Gebäudes umfassen. Nachdem die Stahlrahmen jeder Schale jetzt montiert sind, ist die Platzierung von Tausenden an Gussglasscheiben, die die äußere Form bilden, in vollem Gange.

Daneben macht die Episode deutlich, wie parallel zu diesem Sakralbau ebenso das Verständnis in den umgebenden Gemeinden wächst, wonach Gottesdienst im Dienst an der Menschheit seinen praktischen Ausdruck finden soll. Die Anbetung Gottes und selbstloser Dienst an der Gesellschaft sind demnach zwei untrennbare Aspekte des Lebens eines Baha’i. 

Jugendliche aus aller Welt kommen nach Santiago de Chile, um dort für eine bestimmte Zeit zur Gemeindebildung in nahegelegenen Ortschaften beizutragen oder direkt auf dem Gelände des Gotteshauses einen Dienst zu leisten. “Was mir an dem Haus der Andacht am besten gefällt, ist, dass es für alle Menschen da ist”, sagt ein Jugendlicher in dem Filmbeitrag. „Es ist nicht nur für eine bestimmte Gruppe gedacht, sondern steht allen offen." 

Das Bewusstsein für die Entstehung des Hauses der Andacht wächst bei der lokalen Bevölkerung mit zunehmendem Baufortschritt. Immer wieder finden Begehungen auf dem Baugelände statt, bei denen die komplexe Beschaffenheit und Ausführung des Projekts vermittelt wird. 

So besuchten über 130 Schüler einer nahe gelegenen Schule das Haus der Andacht und diskutierten während ihres Besuches, welche wichtige Rolle die Jugend zur Besserung der Gesellschaft spielen kann. Ein Abgeordneter der Republik Chile stattete dem Haus der Andacht einen offiziellen Besuch ab. Bei einem Besuch von 30 Beamten aus unterschiedlichen Abteilungen der Stadtverwaltung erhielten diese sowohl Informationen über Inhalte und Ziele der Baha’i-Religion als auch über die Beschaffenheit und Bestimmung des Hauses der Andacht. Die Adolfo Ibanez Universität veranstaltete eine Tagung zur Entwicklung des Hauses der Andacht, an der auch der Architekt Siamak Hariri teilnahm. 

Der Bau des Sakralbaus begann im November 2010. Nach seiner Fertigstellung wird das Gebäude in Santiago de Chile das achte kontinentale Baha’i-Haus der Andacht sein. Baha’i-Häuser der Andacht sind Orte der Besinnung, des Gebets und der Mediation und stehen jedem Menschen offen. Neben den Häusern der Andacht sollen künftig weitere Einrichtungen gebaut werden, die sozialen und humanitären, pädagogischen und wissenschaftlichen Zwecken dienen. So werden sie auch verstärkt Orte des Dienstes am Gemeinwohl sein. 

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Haus der Andacht Tue, 13 Jan 2015 12:20:00 +0100
Zwei Monate im Leichenschauhaus - wie die Baha’i im Iran unsichtbar gemacht werden sollen http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/03/zwei-monate-im-leichenschauhaus-wie-die-bahai-gemeinde-im-iran-unsichtbar-gemacht-werden-soll.html Shamal Bina verstarb am 28. Oktober 2014 in der südiranischen Stadt Ahvaz. Seitdem liegt sein... In Semnan wurde den dort ansässigen Baha’i mitgeteilt, dass man ihnen nur dann die Genehmigung erteilt, ihre verstorbenen Verwandten zu beerdigen, wenn sie eine Verpflichtungserklärung unterschreiben. Außer ihrem Namen, dem Geburts-und Sterbedatum werden laut diesem Dokument keine weiteren Inschriften auf dem Grabstein gestattet. Auch darf um die jeweilige Grabstätte herum nichts gepflanzt werden, da dies alles als Verbreitung ihres Glaubens angesehen wird. Ähnliche Anordnungen wurden Anfang 2014 für den Baha‘i-Friedhof in Sangsar in der Provinz Semnan ausgestellt. Diane Ala’i, Sprecherin der Internationalen Baha’i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf sagte, dass „in den vergangenen Jahren mehr als 40 Baha‘i-Friedhöfe angegriffen, durch Vandalismus verunstaltet oder geschlossen wurden. In zahlreichen Fällen wurde die Beisetzung von Baha’i von den Behörden entweder gestoppt oder behindert“. "Das Gesamtmuster, das entsteht, ist eine von der Regierung koordinierte Anstrengung, Baha’i im Iran unsichtbar zu machen, indem eine der wenigen verbliebenen öffentlichen Zeichen ihrer Existenz - ihre eigenen, unverwechselbaren Friedhöfe – vernichtet und sie gezwungen werden, sich an muslimische Riten zu halten. Dies stellt ein weiteres Mittel dar, um die Baha’i zu zwingen, ihren Glauben zu leugnen", so Ala'i.  Der bekannteste dieser Vorfälle ist die Zerstörung des historischen Baha‘i-Friedhofes in Schiras. Auf dem Friedhof sind rund 950 Baha’i begraben. Vergangenen September forderten drei UN-Menschenrechtsexperten, die Abrissarbeiten des historischen Friedhofs zu beenden und sprachen von einer „inakzeptablen Verletzung der Religionsfreiheit“. Laut aktuellen Berichten wurden die Bauarbeiten jedoch fortgesetzt und inzwischen 5.000 – 6.000 Quadratmeter Land ausgehoben oder bebaut. An Stelle des Friedhofs soll ein Kultur-und Sportkomplex entstehen. „Die Baha’i im Iran sind ihr ganzen Leben lang nicht nur breitgefächerter Diskriminierung ausgesetzt - Bildung, Arbeit und die freie Religionsausübung werden ihnen vorenthalten. Ihnen wird auch die Würde einen anständigen Begräbnisses verweigert“, sagte Ala’i. Weitere Vorfälle dieser Kampagne: ● Ziba Rohani verstarb im Oktober 2014 in Tabriz. Mindestens acht Tage lang würde ihr Begräbnis von den örtlichen Behörden untersagt werden, es sei denn, man würde sie ohne Sarg beisetzen. Dieses hätte jedoch gegen die Vorschriften der Baha‘i-Bestattung verstoßen. ● Die 11-jährige Mahna Samandari war ein talentiertes junges Mädchen, das invalid wurde und vor kurzem in Tabriz verstarb. Laut Berichten vom vergangenen November wurde ihren Angehörigen die Bestattung auf dem Friedhof von Tabriz verweigert. ● Im November 2014 schlossen Regierungsbehörden den Baha‘i-Friedhof in Mahmoudiyeh in der Provinz Isfahan. Den Baha‘i würde nicht mehr erlaubt, dort begraben zu werden, so die Mitteilung der Behörden. ● Im Juni 2014 wurde aus Tabriz berichtet, dass Beamte das Begräbnis von Tuba Yeganehpour und zwei anderen Baha’i auf dem öffentlichen Friedhof verhinderten. ● Im April 2014 wurde das Grabmal eines bekannten Baha‘i auf dem Baha’i-Friedhof in Sabzevar von einem Unbekannten mit einem Bulldozer zerstört. Wie auch bei anderer solcher Ereignisse in den letzten Jahren ist klar, dass diese Art von schweren Geräten ohne Genehmigung der Behörden nicht hätte eingesetzt werden können. ● In einem Zeitraum von acht Monaten wurde die Beisetzung von mindestens 15 verstorbenen Baha’i auf dem öffentlichen Friedhof von Tabriz verweigert. Die Familien wurden damit gezwungen, ihre verstorbenen Verwandten in eine andere Stadt überstellen zu lassen. Quelle: Bahá'í World News Service]]> Sat, 03 Jan 2015 23:47:00 +0100 UN-Resolution spiegel weltweite Sorge über Menschenrechtsverletzungen im Iran wider http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/12/29/un-resolution-spiegelt-weltweite-sorge-ueber-menschenrechtsverletzungen-im-iran-wider.html Am 18. Dezember brachte die UN-Generalversammlung in einer Resolution ihre Sorge über die... Die Resolution wurde mit 83 zu 35 Stimmen und 68 Enthaltungen verabschiedet und thematisiert die „tiefe Sorge über anhaltende und wiederkehrende Menschenrechtsverletzungen“ im Iran.

Die Abstimmung bestätigt die des Dritten Ausschusses über die gleiche Resolution im November.  Sie folgt den deutlich formulierten Berichten des UN-Generalssekretärs Ban Ki-Moon und des Sonderberichterstatters für Menschenrechte im Iran, Dr. Ahmed Shaheed, die beide ihre Besorgnis über breit gefächerte und anhaltende Menschenrechtsverletzungen im Iran zum Ausdruck gebracht hatten.

Im Einzelnen wird die Besorgnis über die “beunruhigend große Häufigkeit” von Hinrichtungen im Iran, die Anwendung von Folter, die weitverbreiteten Beschränkungen von Grundfreiheiten genannt, insbesondere der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, die Diskriminierung von Frauen und die Verfolgung von Minderheiten, einschließlich der Mitglieder des Baha‘i-Glaubens.

„Wie diese Resolution leider zeigt, sind Iraner selbst grundlegender Menschenrechte beraubt, wie die Gewährleistung der Versammlungsfreiheit oder der Religionsfreiheit und es ist die eigene Regierung, die der eigentliche Menschenrechtsverletzer ist“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha’i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York.

Dugal begrüßte die klare Position, die die Vereinten Nationen hinsichtlich dieser Thematik einnahm. “Diese Resolution ist eine der wenigen Arten der Unterstützung, die iranische Bürger vor dem Hintergrund eines Regimes haben, das sich seit 35 Jahren weigert, die internationalen Menschenrechtsbestimmungen einzuhalten. Dies gilt insbesondere für die iranischen Baha’i, der größten religiösen nicht-muslimischen Minderheit, die ausschließlich aufgrund ihrer Religion weiterhin systematisch und in allen Lebensbereichen verfolgt werden“, sagte Dugal.

Wie auch in früheren Resolutionen wird der Iran aufgefordert, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten und insbesondere dem Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran zu erlauben, in das Land einzureisen.

Anstiftung zu Hass schürt Sorge um Bahá’í im Iran.

Derweil geht die systematische Diskriminierung der iranischen Baha’i-Gemeinde unvermindert weiter. Eine Anti-Bahá’í Demonstration und die Hassrede eines Geistlichen in Rafsanjan, Iran, lassen um die Sicherheit der dort lebenden Baha‘i, die bereits unter zunehmendem wirtschaftlichen Druck stehen, fürchten.

Der Imam des Freitagsgebets in Rafsanjan, Hojatoleslam Abbas Ramezani-Pour, sagte in einer Rede Ende November, dass die Baha’i laut religiöser Fatwas "unrein"  und das es "verboten" sei, mit ihnen Geschäftsbeziehungen zu pflegen oder Handel zu treiben. "Dem legitimen Wunsch der Bevölkerung, dass sie (die Baha’i) nicht in dieser Stadt leben sollen, muss Folge geleistet werden", so Ramezani-Pour.

"Der Imam hat ganz klar zur Vertreibung der Baha’i aus Rafsanjan aufgerufen“,  sagte Bani Dugal. "Solche negativen Aussagen eines stadtbekannten Geistlichen sind extrem beunruhigend und zeigen das tiefgreifende Ausmaß der Diskriminierung. Das Schließen von Geschäften in dieser Stadt und die wirtschaftliche Drangsalierung der Baha’i bewirken bereits schlimmes Leid für die dort ansässigen Baha‘i“, beklagte Dugal.

Ein paar Tage vor der Rede von Ramezani-Pour fand vor dem Büro des Gouverneurs von Rafsanjan eine Anti-Baha‘i-Demonstration statt.

Laut regierungsnahen Medien fand die Demonstration spontan und auf Initiative der örtlichen Bevölkerung statt. Aufnahmen hingegen zeigen eine ganz eindeutig geplante Veranstaltung mit vorgedruckten Plakaten. Auf manchen der Plakate waren Aufschriften zu lesen wie „Die Baha‘i sind unrein“ oder  „kein Raum für ungläubige Verräter auf muslimischen Bazaren“.

“Hasserfüllte Aussagen und die Verbreitung von Unwahrheiten über die Baha’i im Iran sind nicht neu“, äußerte sich Dugal. „Aber diese Vorfälle sind verhängnisvoll, weil Aussagen religiöser Führer und Anstachelung zu Hass gegen eine bestimmte Gruppe in der Vergangenheit zu schwerwiegenden Folgen führten."

Die Baha‘i sind natürlich nicht die einzige Gruppe, auf die von der Kanzel abgezielt wird. Vor kurzem hielt der Imam des Freitagsgebets in Isfahan eine provokative Rede, in der er sagte, dass Verwarnungen im Kampf um die richtige Nutzung des Hijab – des Kopftuchs - aller Frauen nicht mehr genügten. Zwang und Gewalt seien nun vonnöten. Kurz nach seiner Ansprache waren mehreren Frauen Säure ins Gesicht gespritzt worden, weil sie nicht vorschriftsmäßig gekleidet waren.

“Die Aussagen von Geistlichen im Iran haben Einfluss auf die Gedanken derjenigen, die an sie glauben”, so Dugal.

Baha´i im Iran ohne Bürgerrechte

Der in Berlin ansässige gemeinnützige Verein Transparency for Iran berichtete im Dezember über einen einflussreichen iranischen Geistlichen, Ayatollah Moussavi Bojnourdi, nach dessen Aussage Baha’i im Iran keine Bürgerrechte genießen dürften. Sie seien „Feinde des Islam“. "Wir sagen nicht, dass Baha’i-AnhängerInnen im Iran kein Recht auf Bildung haben. Sie haben hier gar keine Bürgerrechte“, sagte er im Gespräch mit Nachrichtenagentur Fars, die der Revolutionsgarde nahesteht. „Christen, Juden und Zoroastrier genießen Bürgerrechte, weil sie semitischen Religionen angehören“, führte der Ayatollah weiter aus. Es ist ein Novum, dass ein hoher Geistlicher in der Islamischen Republik die altiranische Religion des Zoroastrismus offiziell als semitische Religion bezeichnet, so Transparency for Iran.

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Mon, 29 Dec 2014 20:50:00 +0100
Soziale und menschenrechtliche Themen in bestimmten Regionen derzeit weitgehend unangetastet http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/12/10/soziale-und-menschenrechtliche-themen-bleiben-weitgehend-unangetastet.html Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember 2014 sprach der... Ingo Hofmann: Herr Gahler, das Europaparlament hat sich in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Schauplätzen von Menschenrechtsverletzungen befasst. Wo sehen Sie derzeit die Schwerpunkte und wo die größten Einflussmöglichkeiten? Michael Gahler: Die Schwerpunkte liegen zurzeit in den Krisenländern in unserer südlichen und östlichen Nachbarschaft. Wir beschäftigen uns besonders mit dem Schicksal der Eziden und der Flüchtlinge, die versuchen, der ISIS zu entkommen. Wir arbeiten mit Delegationen aus dem Irak und aus Syrien zusammen, die höchst besorgt sind über die Auslöschung einiger der ältesten christlichen Gemeinden in dieser Region. Die Flüchtlingswellen aus dem Norden Afrikas bereiten uns große Sorge. Dies sind Themen, mit denen der Ausschuss für Menschenrechte der Europäischen Union befasst ist. Viele Menschenrechtler sind derzeit in Sorge, dass außen-und sicherheitspolitische Fragen kaum noch Spielraum für die gravierenden menschenrechtlichen Probleme lassen. Teilen Sie die Sorge? Durchaus, beispielsweise sehen wir das am Fall Ägyptens, wo trotz aller Bedenken eine gewisse Stabilität nach außen derzeit im Vordergrund des Interesses steht. Soziale und menschenrechtliche Themen bleiben dabei weitgehend unangetastet. Auch werden die dort bestehenden Probleme von Minderheiten nicht thematisiert. Ähnliches  gilt für die Situation in Äthiopien, wo viele Konflikte außer Acht gelassen werden, da es als „Ankerland am Horn von Afrika“ gilt. Ungeachtet dessen kümmern wir uns durchaus auch um menschenrechtliche Fragen bis hin zu Einzelfällen, beispielsweise Verhaftungen, die wir sehr ernst nehmen. Stichwort Menschenrechtsdialog des Europaparlaments mit dem Iran, der zuletzt 2004 ergebnislos abgebrochen wurde. Letztes Jahr zeichnete sich ein neuer Anlauf ab, der jedoch ins Stocken geriet. Die große Sorge der Bahá’í gegenüber einer Wiederaufnahme ist, dass der Iran darauf drängen wird, konkrete Themen auszublenden und den Dialog auf der Ebene genereller theoretischer Debatten zu führen - die brennenden Themen bleiben außen vor. Die Sorge ist berechtigt, aber wir werden der bekannten Neigung des Iran nicht nachkommen. Die Situation der Baha’i als einer der dort am meisten diskriminierten Gruppen ist bekannt. Auch andere Gruppen wie Kurden oder sunnitische Minderheiten sind davon betroffen. Wenn ein Dialog Sinn machen soll, dann nicht über abstrakte Menschenbilder und angeblich kulturelle Gegebenheiten, die immer den Argumenten der Machtinhaber angepasst sind. Ich halte es mit Shirin Ebadi, die wiederholt beim Europäischen Parlament war und erklärte, dass alle die an das Wort „Menschenrechte“ ein Adjektiv anhängen, ob iranisch, afrikanisch oder asiatisch nur ein Argument suchen, ihnen diese zu verweigern – da gehen auch wir nicht mit. Eine letzte Frage: Die EU hat 2008 „Leitlinien zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern“ aufgestellt. Unsere konkrete Sorge gilt den sieben „Yaran“, der ehemaligen Führungsspitze der Baha’i im Iran, die als Verteidiger von Bürgerrechten zu je 20 Jahren Haft verurteilt wurden. Wir sorgen uns auch um den ebenfalls inhaftierten Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani, der auch als primärer Verteidiger der Yaran tätig war. Wird die EU diese Fälle wieder aufgreifen? Erklärungen der EU haben wiederholt die Yaran aufgegriffen, auch die Inhaftierung von Soltani, dies auch in den verschiedenen Debatten, die in diesem Zusammenhang geführt worden sind. Nach unserer Überzeugung sind sie unschuldig und nur in Haft, weil sie Baha‘i sind, daher sind sie unverzüglich freizulassen. Das ist eine stehende Forderung und ich bin gerne bereit, mich dafür einzusetzen, dass wir das bei nächster Gelegenheit wieder aufgreifen. Herr Gahler, ich danke für das Gespräch. Das Gespräch wurde am 7.12.2014 am Europäischen Haus der Andacht der Baha’i geführt und vom Herausgeber leicht gekürzt.  ]]> Wed, 10 Dec 2014 02:25:00 +0100 Kölner Baha'i-Gemeinde richtet Tag der Religionen im Historischen Rathaus aus http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/11/24/koelner-bahai-gemeinde-richtet-tag-der-religionen-im-historischen-rathaus-aus.html Rund 400 geladene Gäste und interessierte Bürger folgten am 12. November 2014 der Einladung des... Dr. Lale Akgün, ehemalige SPD-Politikerin und seit 2013 Leiterin des Projekts „Nachhaltige und faire Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen“ der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, hielt eine sehr persönliche Rede über ihre Außenansicht auf die Baha’i-Religion. Mit der Wahl der Baha'i als Gastgeber des Tags der Religionen habe die Stadt Köln die richtige Entscheidung getroffen, eröffnete Akgün. In einer Zeit, in der Kriege im Namen der „wahren Religion“ geführt würden, handele es sich bei den Baha'i um einen friedliebenden Glauben, der alle Religionen und Menschen respektiert. „Ein ihr und wir kennen die Baha'i nicht. Sie sind Weltbürger.“ Die Baha'i seien zwar „zahlenmäßig klein, aber in Größe, Würde und Menschlichkeit ganz groß.“ In einer Solidaritätsbekundung richtete sich Akgün direkt an die Baha'i im Iran, die auf Grund ihres Glaubens verfolgt werden: „Wir sind im Geiste bei euch“. Die Verfolgung der iranischen Baha'i galt auch dem vielfach ausgezeichneten Filmemacher („Salami Aleikum“, „The Green Wave“),  Menschenrechtsaktivist und Gründungsmitglied der Kölner Akademie der Künste der Welt, Ali Samadi Ahadi, als Anlass zu demonstrieren, dass es trotz staatlicher Verfolgung auch ganz andere Stimmen aus der iranischen Zivilgesellschaft gebe. Als eine solche Stimme verstand er sich in seinem Vortrag. Über das Thema „Das Selbst in Zeiten großer Veränderungen“ reflektierte Ahadi anhand des folgenden Zitats Abdu'l-Bahas, welches er zum Leitmotiv seines Vortrags machte: „Die Mannigfaltigkeit innerhalb der menschlichen Familie müsste die Ursache der Liebe und des Zusammenklanges sein, wie in der Musik, bei der viele verschiedene Noten in einem vollkommenen Akkord ineinander wirken. (...) Denkt an sie wie an verschiedenfarbige Rosen, die im schönen Garten der Menschheit wachsen, und freut euch, dass ihr unter ihnen seid.“ Weshalb sei es in der heutigen Zeit so schwer, nach diesem Zitat zu leben wie die Blumen eines Gartens? Auch in Zeiten von Profitgier, Intoleranz und Abschottung der Grenzen gegen die „Anderen“, trotz all dieses Lärms, könne man lernen, die eigene innere Stimme wahrzunehmen, nach den eigenen Normen zu leben, orientiert an Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Menschenrechten. Samadi drückte seine Hoffnung aus, dass Offenheit und Barmherzigkeit weiterhin das Leben in Köln prägen würden. Sowohl die Vertreter aus Politik und Gesellschaft als auch beide Repräsentanten der Bahai-Gemeinde, Frau Keyan Gebhard und Herr Christian Henrichs, gedachten in ihren Ansprachen der Person Baha'u'llahs. Christian Henrichs, Vorsitzender des Geistigen Rates der Baha’i in Köln, stellte die Baha’i-Gemeinde vor und unterstrich die wichtige Rolle des inter-religiösen Dialogs, wie er im Kölner Rat der Religionen stattfinde und gefördert werde. Das Interreligiöse sei zugleich „Teil des genetischen Codes“ der Baha'i-Gemeinde. In den Baha'i-Häusern der Andacht werde aus den Schriften aller Offenbarungsreligionen gelesen und Baha'u'llahs Aufruf „Verkehret mit den Anhängern aller Religionen im Geiste des Wohlwollens und der Brüderlichkeit“ gelte den Baha'i als Leitfaden für ein interreligiöses Miteinander geprägt von Respekt. Die anschließende musikalisch umrahmte interreligiöse Andacht bekräftigte Henrichs Worte. Es wurden aus den Heiligen Texten des Judentums, Christentums, des Islam und der Baha’i-Religion vorgetragen. Ein stimmungsvolles Musikprogramm verschiedener Kölner Musiker rundete das Programm ab, bevor die Feier beim Buffet und zahlreichen interessanten Gesprächen im Atrium des Rathauses ihren Ausklang fand. Hintergrund: Der Kölner Rat der Religionen ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölnerinnen und Kölner einsetzen und jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ablehnen. Die Baha’i-Gemeinde ist seit Gründung des Rats der Religionen im Jahr 2008 Mitglied. 2009 fand erstmalig der Kölner Tag der Religionen statt, 2011 wurde er von den Aleviten ausgerichtet. ]]> Mon, 24 Nov 2014 11:19:00 +0100 UN-Resolution sendet deutliches Zeichen für Menschenrechte an den Iran http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/11/20/un-resolution-sendet-deutliches-zeichen-fuer-menschenrechte-an-den-iran.html Ein deutliches Signal für die Menschenrechte setzte heute der Dritte Ausschuss der... Vereinte Nationen, New York – Mit 78 zu 35 Stimmen und 69 Enthaltungen nahm der Dritte Ausschuss der UN-Generalversammlung eine Resolution an, in der die „tiefe Sorge" über schwerwiegende fortdauernde und sich wiederholende Menschenrechtsverletzungen“ im Iran zum Ausdruck kommt.

Die sechsseitige Resolution zählt die hohe Zahl an Hinrichtungen, Einschränkungen von Versammlungs- und Meinungsfreiheit, das Ins-Visier-Nehmen von Journalisten, die alles durchdringende Ungleichbehandlung der Geschlechter und religiöse Diskriminierung, darunter auch der iranischen Bahá’í, zu den Sorgen der Generalversammlung.

“Abschnitte dieser Resolution senden dem Iran das deutliche Signal, dass die internationale Gemeinschaft die Menschenrechtsverletzungen in diesem Land nicht ignorieren wird - ungeachtet der weltweiten Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen,”, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen.

„Sie  zeigt auch, dass die Internationale Gemeinde die wiederholten Behauptungen des Iran, er würde seine Menschenrechtssituation verbessern, nicht akzeptiert.“

“Für die iranischen Bahá’í gibt es jedenfalls keinerlei Verbesserung und die Atmosphäre religiöser Diskriminierung hat sich im ganzen Land nur verschlimmert“, sagte Dugal.

Die Annahme der Resolution im Dritten Ausschuss erfolgte nach deutlich formulierten Berichten des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon und dem Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed über ihre tiefe Beunruhigung angesichts weit verbreiteter und fortwährender Menschenrechtsverletzungen in dem Land.

In dem Bericht von Herrn Ban heißt es beispielsweise, dass sich die Menschenrechtssituation für religiöse und ethnische Minderheiten nicht verbessert habe. „Religiöse Minderheiten wie die Bahá’í oder Christen erleben Verletzungen in Gesetz und Praxis“, schrieb er.

Dr. Shaheed nannte ebenfalls eine große Bandbreite an Verletzungen - von dem Mangel an Rechtsstaatlichkeit, insbesondere bei Hinrichtungen bis hin zu “nicht aufhörenden willkürlichen Verhaftungen, Inhaftierungen und Verurteilungen von Menschen , die ihre Grundrechte ausüben.”

Zehn Abschnitte seines Berichts widmete Dr. Shaheed der fortwährenden Verfolgung der iranischen Bahá'í. Er stellte fest, dass sie eine breit gefächerte Diskriminierung bei Bildung und Arbeit erleiden und sich mehr als 100 Bahá’í sind in Haft befinden.

Die heutige Resolution stellt “mit Sorge” fest, dass der Iran die Versprechungen, die er im Jahr 2010 bei seiner ersten Universellen Periodischen Überprüfung ("Universal Periodic Review", UPR) gegenüber dem Menschenrechtsrats in Genf machte, „nur mangelhaft“ umsetzte.

Die “fortwährenden Diskriminierungen, Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen” gegenüber den Bahá'í, die Forderung nach Freilassung der sieben inhaftierten Bahá’í-Führungsmitglieder, das Beenden der „Kriminalisierung von Bemühungen für Bahá’í-Jugendliche eine Hochschulbildung zu ermöglichen“ und die allgemeine „Emanzipierung“ der iranischen Bahá’í-Gemeinde werden in der Resolution besonders betont.

Wie auch in früheren Resolutionen wurde der Iran aufgefordert, internationalen Menschenrechtsbeobachtern zu erlauben, in den Iran einzureisen. Obwohl der Iran seit 1968 zu den Unterzeichnern des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte zählt, wurde diese Forderung seitens der Islamischen Republik abgelehnt.

Die Resolution wurde von Kanada eingebracht und hatte 45 weitere Co-Sponsoren, zu denen auch Deutschland zählt. Es war die 27. Resolution der Generalversammlung über Menschenrechte im Iran seit 1985.

- Bahai World News Service: http://news.bahai.org/story/1030

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Thu, 20 Nov 2014 10:09:00 +0100
Im Iran erfolgen breit angelegte Angriffe auf Geschäfte der Baha’i http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/11/12/im-iran-erfolgen-breit-angelegte-angriffe-auf-geschaefte-der-bahai.html Ende Oktober stand der Iran während des UPR-Verfahrens („Universelles Periodisches... Vor dem Menschenrechtsrat in Genf behaupteten Repräsentanten des Landes, dass sie die Menschenrechte aller ihrer Bürger achten und hochhalten. Zeitgleich gingen die Behörden in einer bestimmten Region des Iran mit breit angelegten, systematisch geplanten und gezielten Angriffen gegen Baha'i-Geschäftsinhaber vor. Für unzählige Familien, die sowie schon unter den Auswirkungen der Regierungspolitik leiden, bedeutet dies weiteres Leid und Elend.


Der Versuch, das wirtschaftliche Leben der Baha‘i zu zerstören, gehört schon seit der Islamischen Revolution 1979 zu den Facetten staatlicher Verfolgung, als die Regierung begann, alle im öffentlichen Dienst beschäftigten Baha‘i zu entlassen. Anschließend ging sie dazu über, den Baha‘i im Bereich der Privatwirtschaft die Geschäftslizenzen abzuerkennen. Auf diese Weise verloren Tausende Baha’i über die letzten dreißig Jahre ihre Arbeit und damit die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.


Am 25. Oktober begannen Beamte nun damit, in Kerman, Rafsanjan und Jiroft 79 von Baha’i geführte Geschäfte zu versiegeln, die aufgrund eines arbeitsfreien Baha‘i-Feiertages geschlossen waren. In dem offensichtlichen Versuch, den guten Ruf der Geschäftsinhaber zu besudeln, befestigten die Beamten Plakate, die besagten, dass die Inhaber Geschäftsvorschriften und Handelspraktiken verletzt haben.


In vergangenen Jahren äußerten Beamte ebenfalls Einwände gegen die Schließung der Geschäfte von Baha’i wegen eines Feiertages und behaupteten, dass die Schließung der Verbreitung der Baha‘i-Religion gedient habe.


Die Baha’i genießen unter ihren Mitbürgern den Ruf, in all ihren Geschäftsangelegenheiten ehrlich und aufrichtig zu sein- einschließlich gegenüber ihren muslimischen Angestellten und Kollegen sowie bei Kunden und Auftraggebern.


Die Mitglieder der Baha‘i-Gemeinde schlagen jeden ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsweg ein, um Gerechtigkeit für sich zu fordern.  Auch wenn offensichtlich ist, dass diese Vorgehensweisen staatlich gefördert sind, fordern sie die Behörden auf, Beweise für die unbegründeten Vorwürfe vorzubringen. Sie fordern zudem, dass man ihnen die spezifischen Gesetze und Richtlinien zeigt, gegen die sie angeblich verstoßen haben sollen.


“Die Repräsentanten eines Staates, der behauptet, dass seine Verfassung und sein Gesetz auf den Lehren und Prinzipien des Islam basieren, würden gut daran tun darüber nachzudenken, welchen Einfluss ihre Doppelzüngigkeit auf die junge Generation und die Zukunft ihres Landes hat“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York. „Wir fordern alle Regierungen auf, Druck auf die iranischen Regierung auszuüben, damit sie diese und alle anderen Formen der Diskriminierung gegen die iranischen Baha’i beenden. Sie haben sich wegen keines der gegen sie vorgebrachten Vorwürfe schuldig gemacht und sind als loyale, gesetzestreue Bürger lediglich daran interessiert, sich für die Besserung ihres Landes einzusetzen.“


Quelle: http://news.bahai.org/story/1027

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Wed, 12 Nov 2014 11:56:00 +0100
Iran geht auf Forderungen nach mehr Religionsfreiheit nicht ein http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/10/31/iran-geht-auf-forderungen-nach-mehr-religionsfreiheit-nicht-ein.html Bei der umfassenden Überprüfung seiner Menschenrechtslage wurde der Iran wiederholt von anderen... “Auf Fragen der Mitgliedsstaaten bezüglich der Bahá’í verdrehte der Vertreter des Iran wieder einmal völlig die Tatsachen und behauptete scheinheilig, dass die Bahá’í alle Bürgerrechte genießen würden.“ “Wenn in dem, was er sagte, auch nur ein Funken Wahrheit stecken würde - warum wurden dann am Samstag mindestens 79 Geschäfte von Bahá’í in Kerman, Rafsanjan und Jiroft von Beamten versiegelt, weil die Geschäfte an diesem Tag aufgrund eines Bahá’í-Feiertages keinen Handel trieben? Diese Schließungen verletzen ganz offensichtlich das Recht dieser iranischen Bürger, ihre Religion auszuüben“, sagte Alai. “Und warum durften sich Bahá’í in den letzten dreißig Jahren nicht an Universitäten einschreiben, im öffentlichen Dienst beschäftigt werden oder noch nicht einmal in eigenen Geschäften ihren Lebensunterhalt verdienen?“ fragte Alai. Alai wies darauf hin, dass Regierungen aller Erdteile das Thema der religiösen Intoleranz im Iran aufbrachten und dass die Sorge über das, wie die Bahá’í, Christen, sunnitische Muslime und Sufis behandelt werden, immer wieder und konkret zur Sprache kam. Auch die weit verbreitete Diskriminierung von Frauen, die Inhaftierung von Journalisten und Menschenrechtsverteidigern und die maßlose Anwendung der Todesstrafe bei einem gleichzeitigen Mangel an Rechtsstaatlichkeit seien für viele Regierungen Grund zur Sorge.
“Leider sind die Kommentare der iranischen Vertreter wieder einmal nichts als Ausflüchte, egal ob es um das Thema Religionsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit oder Rechtsstaatlichkeit bei Gerichtsverfahren geht”, so Alai.
Alai betonte, dass die iranischen Vertreter auch versuchten, die Idee einer "multikulturellen Universalität der Menschenrechte" einzuführen.
“Ein solches Konzept würde der Regierung die Lizenz den Freischein geben, internationale Menschenrechtsgesetze so auszulegen, wie es ihr gefällt, was sie im Fall der Bahá’í, Frauen und anderen sowieso schon tut“, fügte Alai hinzu.
Die heutige Sitzung ist Bestandteil einer Überprüfung, die alle vier Jahre vor dem UN-Menschenrechtsrat stattfindet und als Universelles Periodisches Überprüfungsverfahren (Universal Periodic Review, UPR) bekannt ist. Mehr als 100 Regierungen gaben Kommentare ab, reichten Fragen ein oder sprachen Empfehlungen an den Iran aus. Mehr als 100 Bahá’í sitzen derzeit in iranischen Gefängnissen. Der Zugang zu Hochschulbildung ist ihnen verwehrt und vielen Beschäftigungssparten werden sie offiziell diskriminiert. Die Regierung führte auch eine gut dokumentierte Hasskampagne gegen die Bahá’í in den Medien durch und schränkt ihr Recht auf Religionsausübung stark ein. Der Bahá’í-Glaube ist die größte nicht-muslimische religiöse Minderheit im Iran.  Die letzte UPR durchlief der Iran im Februar 2010. Bei dieser Sitzung sprach der Rat 188 Empfehlungen aus, wie der Iran dafür sorgen könne, dass internationale Menschenrechtsgesetze besser eingehalten werden. Der Iran "akzeptierte" diese bzw. versprach, etwa 123 dieser Empfehlungen zu erfüllen. Mindestens 34 Empfehlungen betreffen unmittelbar die Bahá’í und ihre Situation. Wie in einem kürzlich erfolgten Bericht der BIC mit dem Titel “Unerfüllte Versprechungen” belegt ist, hat der Iran jedoch völlig dabei versagt, auch nur eine dieser 34 Empfehlungen umzusetzen.
“Wie der Iran mit seinen Bahá’í-Bürgern umgeht ist wirklich ein Lakmus-Test, ob die Regierung die Rechte aller ihrer Bürger achtet”, sagte Alai. „Bahá’í sind vollkommen friedfertig und stellen keine Bedrohung für die Regierung dar, deshalb gibt es keinen Grund, ihre Rechte nicht einfach zu schützen.“
- Bahá'í World News Service: http://news.bahai.org/story/1028]]>
Fri, 31 Oct 2014 17:29:00 +0100