Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/ Neuigkeitende Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.bahai.de/ 1816NeuigkeitenTYPO3 - get.content.righthttp://blogs.law.harvard.edu/tech/rssSat, 20 Sep 2014 03:03:00 +0200 Unerfüllte Versprechen - Irans Versagen in der Menschenrechtspolitik http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/20/unerfuellte-versprechen-irans-versagen-in-der-menschenrechtspolitik.html Der Iran hat eine Reihe von Versprechen bezüglich des Umgangs mit den Baha'i im eigenen Land in...Der Bericht „Unfulfilled Promises" (dt."Unerfüllte Versprechen“) wurde Anfang dieser Woche im UN-Hauptquartier in Genf vorgestellt. Dieser geht auf 34 spezifische Zusagen ein, die der Iran im Februar 2010 beim UN-Menschenrechtsrat gemacht hatte und die in irgendeiner Weise dazu beitragen könnten,  schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Baha’i entgegenzuwirken.

“Der Iran hat vollkommen darin versagt, seinen Verpflichtungen nachzukommen, die er vor vier Jahren in Hinblick auf die Verbesserung der Menschenrechtslage der Baha‘i, eingegangen ist,“ kommentierte Diane Alai, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde (BIC) bei den Vereinten Nationen in Genf.

“Der Menschenrechtsrat beruht auf dem Standpunkt, dass sich seine Mitglieder für die Wahrung und Förderung der Menschenrechte ehrlich und aufrichtig einsetzen. Der Iran, mit seinen „unerfüllten Versprechungen“, ist ein trauriger Beweis für Diskrepanz zwischen der Rhetorik des Landes und seiner Realität“, so Alai.

Die Zusagen des Iran erfolgten im Rahmen des sogenannten Universal Periodic Review (UPR). Alle vier Jahre findet bei den Mitgliedstaaten im Rahmen des UPR Prozesses eine Prüfung ihrer Menschenrechtsbilanz statt. Allen Staaten werden die gleichen Bewertungskriterien auferlegt. Die erste UPR Prüfung des Iran erfolgte im Februar 2010, die nächste steht im Oktober 2014 an.

Während der Überprüfung im Jahr 2010 akzeptierte der Iran 123 von anderen Ländern gemachte Empfehlungen hinsichtlich der Verbesserung ihrer Menschenrechte.

Vier dieser Empfehlungen bezogen sich speziell auf den Umgang mit der Baha‘i-Gemeinde.

· http://news.bahai.org/sites/news.bahai.org/files/imagecache/bwns_imagewidget/sites/news.bahai.org/files/images/1019_02.jpg

The booklet recounts the story of Ataollah Rezvani, who was shot and killed in Bandar Abbas in August 2013, as an example of continued attacks on Baha'is since… »

· http://news.bahai.org/sites/news.bahai.org/files/imagecache/bwns_imagewidget/sites/news.bahai.org/files/images/1019_03.jpg

Speaking today at the launch of the new "Unfulfilled Promises" report in Geneva were, left to right, Mahnaz Parakand, Simin Fahandej, and Diane Ala'i. Ms.… »

Drei der vier Empfehlungen, die der Iran akzeptierte, forderten insbesondere einen  “fairen und transparenten” Gerichtsprozess der sieben ehemaligen Baha‘i-Führungsmitglieder, der zeitgleich während des UPR im Jahr 2010 stattfand.

“Wie jeder weiß, war dieses Gerichtsverfahren durch zahlreiche Verletzungen eines ordnungsgemäßen Prozess geprägt – vom Ausschluss der Öffentlichkeit bis hin zur offensichtlichen Befangenheit der Richter”, sagte Alai. Das Urteil der Sieben gleiche nach Auskunft der Verteidiger “eher einer politischen Kundgebung, als einem rechtsgültiges Dokument“ und bringe „keine Belege für diese Unterstellungen hervor.“

Eine weitere Empfehlung fordert den Iran auf, diejenigen strafrechtlich zu verfolgen, die zu Hass gegen die Baha‘i anstiften.“In der ersten Jahreshälfte von 2014 stieg die Zahl solcher Angriffe in den Medien drastisch an – von 55 im Januar auf mindestens 565 im Juni“, zitierte Alai Zahlen aus dem Bericht. „Die Regierung unternahm jedoch nichts dagegen, da diese Angriffe auf Veranlassung der Regierung geschahen“.

“Baha’i haben weiterhin keinen Zugang zu jeglicher Art von iranischen Medien, in denen sie falsche Aussagen und Anschuldigungen gegen sich und ihren Glauben widerlegen könnten. Die Falschdarstellungen ziele auf nichts weniger ab als die Bevölkerung gegen die Baha‘i aufzuwiegeln und ihre Verfolgung zu rechtfertigen“, sagte Alai.

Weitere 26 Empfehlungen betreffen Menschenrechte, wie den Schutz vor Folter oder Freiheit von wirtschaftlicher Diskriminierung oder auch Zugang zu Bildung, welcher den Baha’i in vergangenen Jahren ebenfalls vorenthalten wurde.

“Unser Bericht belegt, dass keine einzige dieser Verpflichtungen erfüllt wurde“, sagte Alai.

Derzeit sind mehr als 100 Baha‘i ausschließlich aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen in Haft.

Bei der Präsentation des Berichts wurde auch Mahnaz Parakand, eine der Rechtsanwälte, die 2010 die sieben inhaftierten Baha‘i-Führer zu verteidigte, vorgestellt. Sie sagte, es sei klar gewesen, dass der Ausgang des Prozesses von vorneherein feststand. „Die Justiz ist zu einem Ort geworden, die die Freiheit der Menschen einschränkt”, sagte Parakand. „Die Richter des Revolutionsgerichtes sind zu Maschinen geworden, die einfach die Urteile, die das Informationsministerium gefällt hat, unterschreiben.“

“Die Art und Weise wie das Verfahren geführt wurde, zeigt, dass der gesamten iranischen Baha‘i-Gemeinde der Prozess gemacht wurde, nicht nur den sieben Führungsmitgliedern”, sagte Parakand.Quelle: http://news.bahai.org/story/1019]]>
Sat, 20 Sep 2014 03:03:00 +0200
Neue Perspektiven der interreligiösen Verständigung - eine nähere Betrachtung http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/12/eine-naehere-betrachtung-des-religioesen-zusammenlebens-aufgrund-juengster-ereignisse.html Als im April 2014 ein Mitglied der geistlichen Schicht Irans der weltweiten Bahá’í-Gemeinde eine...

Das Geschenk von Ayatollah Hamid Masoumi Tehrani war an sich in hohem Maße bemerkenswert. Doch für die Bahá’í ist es vor allem die ihm zugrundeliegende Motivation, die Beifall und Beachtung verdient. Die Tatsache, dass er in der Vergangenheit ähnliche Schritte der Annäherung gegenüber Christen unternommen hat, weist auf ein Herzensanliegen hin, das Miteinander in seinem Heimatland zu fördern. Hierbei ist er nicht allein; es sind Scharen in Iran und überall in der Welt, die sich nach Frieden und Einklang sehnen. Die meisten bekennen, dass sie selbst nicht wissen, wie dies erreicht werden kann.

Die jüngste Welle von Kommentaren und Antworten, die religiöse Repräsentanten weltweit zum Thema des friedlichen Miteinanders geäußert haben, bietet Anlass, die historischen Umstände, die dem Akt des Geschenks dieses hochrangigen Geistlichen vorausgingen, zu würdigen.

Historischer Kontext

Seit 1844, als der Bahá’í-Glaube begründet wurde, haben seine Anhänger unter den aufeinander folgenden Regierungen eine endlose Welle von Verfolgungen erleiden müssen. Mehr als 20.000 wurden wegen ihrer Glaubensüberzeugung getötet und Abertausende erduldeten ungerechte Haftstrafen. Hinrichtungen, Mord, Folter und gewalttätige Übergriffe zählen zu den offenen Formen Verfolgung.

Aber die Verfolgung der Bahá’í im Iran nahm auch andere Formen an: ausgedehnte Enteignung von Besitz, von administrativen Zentren und Heiligtümern; Entweihung einiger der heiligsten Stätten der Gemeinde sowie von Friedhöfen; Vandalismus in Wohnungen, dabei auch Brandstiftung; Schikanieren von Bahá’í-Kindern in ihren Schulklassen; Verbreitung grober Falschdarstellungen der Lehren und Geschichte der Bahá’í in schulischem Unterrichtsmaterial; Ausschluss der Jugend von Hochschulstudium; willkürlicher Entzug von gewerblichen Konzessionen; Schließung von Geschäften; und die Liste ist noch nicht zu Ende.

Bis zum heutigen Tag werden die Bahá’í regelmäßig in staatlich geförderten Medien als religiöse Häretiker dargestellt, mit Unmoral und okkulten religiösen Zeremonien in Verbindung gebracht. Gleichzeitig werden sie regelmäßig beschuldigt, Spione verschiedener Regierungen zu sein. Und wiederholt haben religiöse Führer Bevölkerungsgruppen zur Gewalt gegen die Gemeinde angestiftet, die ungestraft blieb.

Seit 1979 sind mehr als 200 iranische Bahá’í getötet worden, und hunderte andere sind gefoltert und eingekerkert worden.

Und wie viele der Täter dieser abscheulichen Verbrechen sind in den Jahren seit der Revolution zur Rechenschaft gezogen worden? Die Antwortet lautet: keiner.

Die Verfolgung der Bahá’í ist eine Politik der Regierung dieses Landes, und es sind keine Anzeichen der Verbesserung zu erkennen. Im Wesentlichen jedoch ist es die religiöse Führung im Iran, die für das Schüren von Vorurteil und Hass in der Bevölkerung gegen die Bahá’í-Gemeinde verantwortlich ist. EinMemorandum der iranischen Regierung, das 1993 durchgesickert ist und das darauf hinweist, dass der Fortschritt der Bahá’í in der iranischen Gesellschaft wirksam „blockiert“ werden soll, trug die Unterschrift der ranghöchsten religiösen Figur des Landes, Ali Khamenei. In jüngerer Zeit hat dieser eine Fatwa erlassen, in der den Menschen im Iran auferlegt wurde, jeglichen Kontakt mit Bahá’í zu vermeiden.

Vor dem Hintergrund blinden religiösen Vorurteils, befeuert durch geistliche Führer, wirft Ayatollah Tehrani als erster ranghoher Kleriker im nachrevolutionären Iran mit seiner Kalligraphie ein Schlaglicht auf eine zentrale Glaubenslehre der Bahá‘í, dem heiligsten Text des Glaubens entnommen, sowie auf das Recht der Gemeinde, ihre Religion in ihrem Ursprungsland zu praktizieren.

In den darauf folgenden Monaten zeigte es sich,  wie seine Geste  bei Menschen guten Willens einen positiven Widerhall fand , einschließlich Oberhäuptern eines breiten Spektrums von Religionen und Konfessionen, Akademikern, Journalisten und Menschenrechtsvertretern - sowohl im Iran als auch weltweit.

Einen Monat nach der Überreichung des Geschenks erhoben eine Anzahl prominenter Wortführer der Menschenrechte im Iran - erstmals gemeinschaftlich - ihre Stimmen zur Unterstützung der Bahá’í und ihrer sieben inhaftierten ehemaligen Führungsmitglieder am sechsten Jahrestag ihrer Inhaftierung. An diesem Treffen nahm auch Ayatollah Tehrani teil, wo er äußerte, „Perspektiven müssen geändert werden … und ich glaube, dass jetzt der Moment dafür günstig ist.“

Auch außerhalb des Irans hat die Initiative von Ayatollah Tehrani hochrangige offizielle Vertreter in der islamischen Welt zu positiven Reaktionen inspiriert; dies wiederum gab dem Diskurs über das in ihren Ländern sich gestaltende religiöse Zusammenleben weiteren Impuls.

Diese Ergebnisse haben die Bahá’í-Gemeinde berührt. Nicht wegen bestimmter Änderungen ihrer Lage im Iran, zumal Berichte aus jüngster Zeit eher auf eine Verschärfung der Verfolgung der Bahá’í-Gemeinde in den letzten Monaten hindeuten, sondern weil diese Ergebnisse eines der meist geschätzten Anliegen der Bahá’í seit den Anfängen ihrer Religion betreffen.

Die Einheit der Religionen

Vor mehr als 100 Jahren, als ´Abdu’l-Bahá, Sohn Bahá’u’lláhs und Oberhaupt des Bahá’í-Glaubens nach Dessen Hinscheiden, sich für ein Jahr in Ägypten aufhielt, bevor er zu Seiner historischen Reise nach Westen aufbrach, spielte das Thema der religiösen Einheit oft eine Rolle in Seinen Begegnungen mit prominenten Personen und Medien.

Im Laufe seiner fortgesetzten Reise in Europa und Nordamerika wiederholte er bei vielen öffentlichen Ansprachen, dass so wie es eine Menschheit gibt, auch die Religionen eins seien. Während Religionen nach äußerer Form vielfältig sind, sei ihre Wirklichkeit eins, so wie es „viele Tage gibt, aber nur eine Sonne“.

In jüngerer Zeit hat das Universale Haus der Gerechtigkeit in seinem Schreiben an die Repräsentanten der Religionen der Welt im Jahr 2002 religiöses Vorurteil als eine zunehmend gefährliche Macht in der Welt bezeichnet.

„Mit jedem neuen Tag wächst die Gefahr, dass die auflodernden Feuer religiöser Vorurteile einen Weltbrand entfachen, dessen Folgen sich niemand ausmalen kann“, schrieb das Universale Haus der Gerechtigkeit. „Diese Krise erfordert von den Amtsträgern der Religionen einen ebenso entschiedenen Bruch mit der Vergangenheit, wie er bei der Überwindung der gleichermaßen zerstörerischen Vorurteile der Rasse, des Geschlechts oder der Nation in der Gesellschaft vollzogen wurde.“

Der Weg vor uns

Die Geschichte zeigt, dass selbst die geringste Tat weitreichende Konsequenzen haben kann. Obwohl der diesbezüglich vielleicht am häufigsten zitierte Vorfall - die Ermordung von Großherzog Ferdinand als Funke, der den Ersten Weltkrieg entzündete - ein negatives Beispiel ist, so ist es auch wahr, dass eine einzige selbstlose Tat zur Initialzündung der Steigerung des Bewusstseins werden kann, die letztlich den Fortschritt einer Gemeinde, einer Gesellschaft, einer Nation, der ganzen Welt antreibt.

Alle, die angesichts der Verwüstung, die zu dieser Stunde den Nahen Osten durchzieht, eine Lösung suchen, bekennen uneingeschränkt, dass den hartnäckigen Problemen, welche die Menschen dieser Region heimsuchen, sektiererische Vorurteile und Fanatismus zugrunde liegen. Die Handlung von Ayatollah Tehrani - eine Tat unter vielen, unternommen von Personen und Gruppen, die sich nach Frieden sehnen - enthüllt einen sich parallel entfaltenden Prozess im Gegensatz zu den Schrecken, die religiöser Extremismus der Welt zufügt. Dieser Prozess birgt in sich die Hoffnung auf konstruktiven Wandel und die Möglichkeit, dass in einer solchen Handlung ein Same erspäht werden kann, die, wenn sie gepflegt wird, sich zu einem Baum entwickelt, der sich wiederum zu einem Wald fortpflanzen wird.

(Quelle: http://news.bahai.org/story/1017)

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Fri, 12 Sep 2014 12:53:00 +0200
Hochrangige UN-Menschenrechtsexperten fordern Stopp der Friedhofszerstörung in Schiras http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/08/hochrangige-un-menschenrechtsexperten-fordern-stopp-der-friedhofszerstoerung-in-schiras.html Drei hochrangige UN-Menschenrechtsexperten forderten den Iran in der vergangenen Woche auf, die...In einer gemeinsamen Presseerklärung schrieben Heiner Bielefeldt, UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, Ahmed Shaheed, UN-Sonderberichterstatter über Menschenrechte im Iran, und Rita Izsák, Unabhängige Expertin für Minderheitenfragen, sie seien „bestürzt“ über Berichte, wonach die Abrissarbeiten im August wieder aufgenommen worden seien.

„Friedhöfe, wie auch Gebetsstätten, sind ein wesentlicher Bestandteil dessen, wie Menschen ihr Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit ausüben und zeigen. Ihre Bedeutung geht über ihre physische Präsenz hinaus“, so Dr. Bielefeldt.„Übergriffe auf Friedhöfe sind inakzeptabel und eine vorsätzliche Verletzung der Religions- und Glaubensfreiheit“, fügte Herr Bielefeld hinzu. „Die iranische Regierung muss unverzüglich Maßnahmen ergreifen.”"Die Bahá'í haben religiöse Riten und Praktiken zur Bestattung der Verstorbenen in ihren eigenen Friedhöfen und die Regierung hat nicht nur die Pflicht, diese zu respektieren, sondern auch die Friedhöfe vor Zerstörung zu schützen", so Dr. Shaheed. 

Frau Izsák drängte die iranische Regierung, konkrete Schritte zu unternehmen, um religiöse Minderheiten zu schützen.

“Die Bahá’í sind seit langem Verfolgung und Gewalttaten ausgesetzt”, sagte Izsák. “Die Behörden müssen sie vor weiterer Diskriminierung und Stigmatisierung schützen."
"Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um das kulturelle Erbe religiöser Minderheiten zu schützen und zu erhalten, darunter auch Begräbnisstätten und andere Orte von religiöser Bedeutung“, fügte sie hinzu.
Der Friedhof ist Ruhestätte von etwa 950 Bahá’í, davon viele historische oder prominente Persönlichkeiten der iranischen Bahá’í-Gemeinde. So sind beispielsweise zehn Bahá’í-Frauen dort beigesetzt, deren grausamer Tod durch Hängen im Jahr 1983 zum Symbol der tödlichen Verfolgung der Bahá’í durch die Regierung wurde. Die Zerstörung der Stätte durch die iranischen Revolutionsgarden begann erstmals im April, offenbar um Platz für den Bau eines neuen Sport- und Kulturzentrums zu schaffen. Nach Aushebung einer großen, doch flachen Grube wurden die Abrissarbeiten aufgrund internationalen Drucks und des Ausdrucks der Empörung von Iranern aller Gesellschaftsschichten für mehrere Monate unterbrochen.

Berichten aus dem Iran zufolge begannen die Garden im August mit der Entfernung der sterblichen Überreste von etwa 30 bis 50 der dort beerdigten Bahá’í, um den Bau des Kultur-und Sportzentrums wieder voranzutreiben, wie bereits am 8. August 2014 berichtet.

Diane Ala’i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf, begrüßte die Stellungnahme der drei UN-Experten.

“Wir sind dankbar für die entschlossene Haltung, die diese drei unabhängigen Menschenrechtsexperten bezüglich der Situation in Schiras vertreten“, sagte Ala’i. “Die Stellungnahmen von Dr. Bielefeld, Dr. Shaheed und Frau Izsák sind ein klares Signal an den Iran, dass dieses Vorgehen vollkommen inakzeptabel ist und die Regierung ihrer Verantwortung nachkommen muss, ihre Menschenrechtsverpflichtungen zu achten und durchzusetzen, ungeachtet dessen, wer die Täter sind.”“Die jetzige Regierung hat zahlreiche Versprechungen gemacht, seine Menschenrechtsbilanz zu verbessern, jedoch bisher versäumt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Nun müssen den Worten Taten folgen“, sagte Ala’i.

(Text: bwns.org)

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Mon, 08 Sep 2014 13:26:00 +0200
Aufruf zu Soforthilfe für die Opfer des Terrors durch den sog. „Islamischen Staat“ http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/04/aufruf-zu-soforthilfe-fuer-die-opfer-des-terrors-durch-den-sog-islamischen-staat.html In einer Pressemitteilung durch den Interkulturellen Rat Deutschland e.V. rufen... „Wir dürfen nicht zulassen, dass die religiöse Koexistenz weiter gefährdet wird. Religion darf in unserer Zeit nicht mehr Ursache von unsäglichem Leid werden. Wir müssen alles daran setzen, ihr Potential zu Frieden und Verständigung - auch in unserem Land - zu stärken.“

Pressemitteilung:

Sofortige Hilfe für die Opfer des Terrors durch den sog. „Islamischen Staat“

Akute Maßnahmen vor Ort und in Deutschland dürfen nicht länger warten!

Auf Einladung des „Gesprächskreis Mittelmeer-Partnerschaft“ des Interkulturellen Rats in Deutschland und des Avicenna-Preis e.V., vertreten durch Dr. Jürgen Micksch, fanden sich am 1. September 2014 mehrere Organisationen und Einzelpersonen in Frankfurt am Main mit Vertretern der Ezidischen/Yezidischen Gemeinde in Deutschland zusammen. Ziel war es, sich über die aktuelle Situation der Eziden, Christen und Muslime nach den aktuellen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, verübt durch die Terrorgruppen von ISIS zu informieren und gemeinsame Initiativen zu beraten.

Nach der umfassenden Schilderung der grauenhaften Verbrechen und aktuellen menschenun- würdigen Fluchtsituation der Eziden im Nordirak durch Herrn Irfan Ortac und Frau Rauza Kurt waren sich alle Anwesenden einig, dass es einer gesellschaftlichen Koalition bedarf, um die Öffentlichkeit auf das furchtbare Schicksal aufmerksam zu machen und die Politik zum raschen und konkreten Handeln zu bewegen, um einen Genozid zu verhindern. Empörung allein reicht nicht aus. Waffenlieferungen auch nicht.

Die Welt erlebt nach Syrien erneut einen drohenden Völkermord durch eine mit modernsten Waffen und Kommunikationsmitteln ausgestattete Armee von Gesetzlosen, die im Namen des Islam gnadenlos und sadistisch Jagd auf Muslime, Eziden, Christen und andere Minderheiten gleicher- maßen macht. Die überwiegende Mehrzahl der Muslime weltweit distanziert sich von diesem Genozid, der mit dem Koran unvereinbar ist. Die Anführer haben bereits in Syrien Muslime selber auf grausamste Weise niedergemetzelt, vergewaltigt und vertrieben.

Zum Zeichen der Solidarität mit den Opfern und den Überlebenden und um konkrete humanitäre und politische Maßnahmen einzufordern und tatsächlich in Gang zu setzen, verständigten sich die Teilnehmenden des Gesprächs darauf, eine Kontaktgruppe Eziden einzurichten. Ziel ist es, Informationen über das grausame Schicksal und die aktuelle humanitäre Katastrophe vor Ort auszutauschen und nachhaltig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit sowie der verantwortlichen politischen Entscheidungsträger in Berlin, den Landeshauptstädten und Brüssel zu tragen. Konsequentes politisches Handeln ist überfällig!

Zu den konkreten politischen Forderungen gehören:

1.) Sicherstellung, dass humanitäre Hilfsleistungen auch die Betroffenen in vollem Umfang und ohne weitere Verzögerung erreichen. Zurückbehaltungen in Erbil oder Bagdad sind völlig inakzeptabel angesichts des aktuellen Leids der Menschen.

2.) Die unverzügliche Aufnahme von ezidischen Waisenkindern in Deutschland, die durch den Genozid nicht nur ihre Eltern verloren haben, sondern hochgradig traumatisiert sind. Sie finden in den ezidischen Gemeinden in Deutschland den dringend notwendigen Schutz und familiäre Geborgenheit und Zuwendung.

3.) Aufnahme von einigen Tausend ezidischen, christlichen und muslimischen Opfern, darunter höchst traumatisierte und suizidgefährdete Witwen, die über familiäre Bindungen nach Deutschland verfügen, da Angehörige hier seit Jahrzehnten leben. Unterstützung von dringend erforderlichen Einrichtungen für ihre therapeutische Begleitung nach der Aufnahme.

4.) Medizinische Versorgung und psychologische Betreuung vor Ort im Krisengebiet von durch Massenvergewaltigung und Folter schwersttraumatisierten Opfern.

5.) Einrichtung von multinationalen Sicherheitszonen in Verantwortung der UN im Nordirak und geeigneten Nachbarstaaten in der Region, um den weiterhin Verfolgten und Entrechteten dringend benötigten Schutz und Versorgung zu gewähren.

Frankfurt am Main, den 1. September 2014

Liste der Unterzeichnenden:

Dr. Gerd Andres, Staatssekretär a.D., Avicenna Preis e.V.

Günter Burkhardt, Geschäftsführer PRO ASYL

Manuel Campos, Interkultureller Rat in Deutschland

Prof. Dr. Ingo Hofmann, Bahá'í-Gemeinde in Deutschland

Petra Kunik, Sarah Hagar e.V.

Stephan J. Kramer, American-Jewish Committee (AJC)

Rauza Kurt

Andreas Lipsch, Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Aiman Mazyek, Zentralrat der Muslime in Deutschland

Dr. Jürgen Micksch, Interkultureller Rat in Deutschland

Irfan Ortac, Ezidische Gemeinde Hessen

Christian Petry, Stiftungs- und Forschungsgemeinschaft Modellprojekte

Victor Pfaff, Rechtsanwalt, Frankfurt am Main

Prof. Dr. Stefan Schreiner, Universität Tübingen

Dr. Schimon Staszewski, Vorsitzender der F.u.F. des Leo Baeck Instituts

Dr. Theo Zwanziger, Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus

Pressemitteilung als PDF

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Thu, 04 Sep 2014 14:50:00 +0200
Iranische Revolutionsgarden „feiern“ Friedhofszerstörung http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/08/08/iranische-revolutionsgarden-feiern-friedhofszerstoerung.html Empörung auch aus iranischer Öffentlichkeit über Entweihung des Bahá’í-Friedhofs in Schiras Berlin, 8. August 2014 – Nach einer mehrmonatigen Unterbrechung - in Folge internationalen Drucks -  treiben die iranischen Revolutionsgarden („Pasdaran“) die Zerstörung eines historischen Bahá‘í-Friedhofs aus den 1920-er Jahren in Schiras/Iran wieder voran. Dies geschieht ungeachtet zahlreicher Stimmen der Empörung von Iranern aller Gesellschaftsschichten. Berichten aus dem Iran zufolge begannen die Garden nunmehr mit der Entfernung der sterblichen Überreste von etwa 30 bis 50 der dort insgesamt beerdigten 950 Bahá’í. Die Leichteile wurden in einem offenen Kanal deponiert.

Den  Fortschritt bei der Räumung des Geländes begingen die Revolutionsgarden mit einer öffentlichen Feier, zu der auch die Medien eingeladen waren. Als Maßnahme für die geplante Errichtung eines Kultur-und Sportzentrums an dieser Stelle wurde der Boden hierzu mit einer schweren Walze geebnet. Dabei hielt der Befehlshaber der Garden eine Rede, in der er die Bahá’í als „üble und perverse Sekte“ angriff.

“Das Abhalten einer öffentlichen Feierlichkeit und die gleichzeitige Schmähung des Glaubens der Verstorbenen  und ihrer Hinterbliebenen ist völlig inakzeptabel. Es ist ganz klar ein Versuch der Garden, die Entweihung des Friedhofs und die Diskriminierung der Bahá’í im Allgemeinen gegenüber einer darüber zunehmend ungehaltenen iranischen Öffentlichkeit zu rechtfertigen“, sagt Professor Ingo Hofmann, Sprecher der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland.  „Auf diesem historischen Friedhof befinden sich auch die Überreste der zehn Bahá’í Frauen aus Schiras, die alle am 18. Juni 1983 wegen ihres Glaubens hingerichtet wurden. Die Jüngste von ihnen, Mona Mahmudnizhad, war zum Zeitpunkt ihres Todes erst siebzehn Jahre alt. Damit beseitigen die Revolutionsgarden auch die letzten Spuren dieses Verbrechens und fügen den Hinterbliebenen weiteren Schmerz zu“, fährt Hofmann fort.

Mitglieder der Bahá’í-Gemeinde in Schiras baten die örtlichen Behörden dringend um einen dauerhaften Baustopp. Sie boten einen Kompromiss an, bei dem der Sportkomplex auf einer Fläche außerhalb der Bahá’í-Gräber gebaut und der Friedhof selbst in eine Grünfläche verwandelt werden könnte. Die örtlichen Behörden räumten jedoch ein, dass sie keine Kontrolle über die Revolutionsgarden hätten, die das Grundstück vor etwa drei Jahren übernahmen.

“Wir fordern die iranische Regierung auf, die Entweihung sofort einzustellen. Zugleich rufen wir die internationale Staatengemeinschaft dringend dazu auf, ihre Stimme zu erheben und gegen dieses bestürzende Vorgehen zu protestieren“, erklärt Hofmann.

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Iran Fri, 08 Aug 2014 14:25:00 +0200
Bahá'í Gemeinde lädt zum Sommerfest und feiert 50 Jahre Europäisches Haus der Andacht http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/07/08/bahai-gemeinde-laedt-zum-sommerfest-und-feiert-50-jahre-europaeisches-haus-der-andacht.html Am vergangenen Wochenende feierte die Bahá’í-Gemeinde in Deutschland das 50-jährige Bestehen des... Langenhain, 8. Juli 2014 –Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Europäischen Hauses der Andacht verstand sich das Fest als Möglichkeit zum Kennenlernen und Austausch, zum Genießen der Natur in der parkähnlichen Umgebung, aber auch zum meditativen Innehalten bei einer der vier Andachten im Haus der Andacht. Das Gotteshaus ist eines von sieben Bahá’í-Häusern der Andacht weltweit und steht allen Menschen zur Andacht und Kontemplation offen.

Den mehreren tausend Besuchern aus ganz Deutschland sowie vielen Teilen Europas erwartete ein bunter Reigen an Aktivitäten und Angeboten: Andachten, Kunst, Theateraufführungen, Konzerte, Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, ein reichhaltiges kulinarisches Angebot und vieles mehr.

Auch die Kleinsten kamen auf ihre Kosten: Karussell, Hüpfburg, Rollkisten, Schminken und Bastelstände standen zur Verfügung und auf einem interessanten Parcours waren sie gefordert, sich intensiv mit Werten und Tugenden auseinander zu setzen und durch kleine Dienste bei der Gestaltung des Festes aktiv mitzuwirken.

Ein Höhepunkt des Nachmittages war das künstlerische Programm im großen Gemeindesaal auf dem Gelände – unter anderem trat das vielfach ausgezeichnete People´s Theater mit einem interaktiven Theaterstück auf, das vor allem den Jugendlichen das Thema „Dienst an der Gesellschaft“ nahebringen wollte. Der Langenhainer Chor „The mood“ mit seinem Repertoire ebenso wie das Gesang- und Gitarrenduo Corinne Mazloum und Riaz Khabirpour sowie die Jamaikanerin Brina mit ihrer markanten Stimme und selbstkomponierten Raggaestücken begeisterten das Publikum.

Ein weiterer Höhepunkt war die Kunstausstellung, die noch den gesamten Juli über immer sonntags von 14-18 Uhr im Bahá’í-Zentrum in der Eppsteiner Str. 89 in Langenhain zu sehen ist. Rund ein Dutzend Künstler aus Langenhain und der Region Main-Taunus stellen anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Hauses der Andacht Ihre Fotos und Gemälde aus.

Ein reichhaltiges Kuchenbuffet, Heiß- und Kaltgetränke, persische Reisgerichte, vegane Suppe, Würstchen, Popcorn und Eis luden an Tischen und Bänken zu Genießen, Verweilen und Geselligkeit ein. 

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Tue, 08 Jul 2014 22:47:00 +0200
Bahá’í-Gemeinde feiert 50 Jahre Europäisches Haus der Andacht http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/07/04/bahai-gemeinde-feiert-50-jahre-europaeisches-haus-der-andacht.html Heute vor fünfzig Jahren wurde im Taunus nach dreieinhalbjähriger Bauzeit das erste Haus der... Hofheim-Langenhain, 4. Juli 2014 – Eine „Visitenkarte der Offenheit und Toleranz“ sei das Andachtshaus der Bahá’í im Hofheimer Stadtteil Langenhain, sagte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU), bei einem Empfang am Donnerstagabend und zitierte dabei die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Am Vorabend des Jahrestags trafen sich 150 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirche und Religion im Saal des Gemeindezentrums in unmittelbarer Nähe des weithin sichtbaren Kuppelbaus.

Die vielen religiös motivierten gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Welt seien nicht lösbar ohne die Rückbesinnung auf religiöse Werte, meinte Wintermeyer in seinem Grußwort. Der Hofheimer Landtagsabgeordnete ist in der Stadt aufgewachsen und eng mit Hofheim verbunden. Seit 2010 ist er Staatsminister in der hessischen Landesregierung. „Die Bahá’í grenzen sich nicht ab, sondern fördern den Dialog der Religionen, einen Dialog, der von Respekt und Toleranz geprägt ist.“ Die Bahá’í anerkennen alle Religionen - das sehe man auch daran, dass während der Andachten Texte aus sämtlichen Religionen vorgelesen werden, so Wintermeyer.

Wolfgang Männer, Vorsitzender des Kreistags Main-Taunus, sprach über die teilweise schwierige Suche nach einem geeigneten Grundstück, bis endlich 1960 die Baugenehmigung erteilt werden konnte. Wenn zunächst auch Widerstände gegen die Ansiedlung der Bahá’í in Langenhain zu überwinden gewesen seien, sei das Haus der Andacht mit seiner unverwechselbaren Architektur inzwischen doch das „Wahrzeichen“ des Main-Taunus-Kreises, so Männer. „Viele bringen ihre Gäste hierher, weil sie stolz auf dieses Juwel sind."

Die Grüße des Magistrats der Stadt Hofheim überbrachte ihr Erster Stadtrat, Wolfgang Exner (CDU). Er würdigte die Architektur des markanten Sakralbaus und betonte, wie stolz die Stadt darauf sei, die Bahá’í unter sich zu haben. „Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt“, meinte Exner, und ergänzte: „Sie sind aus Hofheim nicht wegzudenken.“ Dass den Bahá’í, die anderen gegenüber Offenheit und Toleranz entgegen bringen, selbst zu Tausenden religiös verfolgt werden, bedauere er sehr.

Der Vorsitzende des Rundes Tisches der Religionen in Deutschland, Pfarrer Dr. Franz Brendle, gratulierte den Bahá’í ebenfalls zum Jubiläum des Hauses der Andacht und wünschte ihnen für ihre weitere Arbeit im Dialog der Religionen Gottes Segen.

Nach einem musikalischen und sehr erheiternden kabarettistischen Beitrag von Schauspieler Aris Dimitriou setzte der Sprecher der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland, Prof. Ingo Hofmann, in seiner Festansprache den Bau des Hauses der Andacht im Herzen Europas rückblickend in einen geschichtlichen Kontext und erläuterte den "Geist" dieses Gebäudes. Es waren in der Anfangszeit der Grundstückssuche schier endlose Hürden zu überwinden, die aber letztlich dem Unternehmen zugutekamen. Im Ausblick skizzierte er, dass Andacht alleine für Zufriedenheit und Gerechtigkeit nicht ausreiche. Die Bahá’í-Gemeinde strebe daher die Verbindung von Andacht mit „Dienst“ an, worunter letztlich immer Dienst an der Menschheit verstanden werde. Sie folgt damit einem der Hauptgrundsätze des Bahá’í-Glaubens, wonach „Arbeit im Geiste des Dienstes an der Menschheit“ wahre Anbetung Gottes bedeute.

Eine besondere Ehre war, dass der 87-jährige Architekt des Hauses der Andacht, Teuto Rocholl, mit Ehefrau und Tochter an der Feierlichkeit teilnahm. Sein Name als „stilgebender Architekt“ wird immer mit diesem Gebäude verbunden bleiben.

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Fri, 04 Jul 2014 17:23:00 +0200
Bedrohliches Anti-Bahá'í-Flugblatt in Yazd verteilt http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/06/27/bedrohliches-anti-bahai-flugblatt-in-yazd-verteilt.html BWNS/Genf: Ein überaus hetzerisches und bedrohliches Flugblatt auf dem die Bahá’í als “gottlos”... Das anonym verfasste Flugblatt war an Mauern, wie auch an Häusern und Autos von Bahá’í angebracht, sagte Diane Ala'i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf.

“Offensichtlich war die Verteilung dieses Flugblattes zeitlich darauf abgestimmt, religiösen Hass gegen die Bahá’í zu schüren, die in Yazd und überall im Iran eine Minderheit sind”, sagte Ala'i. "Die Hauptaussage des Flugblattes ist, dass es eine religiöse Pflicht sei, die Bahá’í anzugreifen und ihr Eigentum zu zerstören”.

Besonders bedrohlich erschient die Aktion dadurch, dass die Flugblätter gezielt an  Häusern und Autos von Bahá’í angebracht wurden. "Das ist eine Botschaft die sagt: “Wir wissen wer und wo ihr seid”, fügte sie hinzu. Die Verteilung des Flugblattes in dieser mittelgroßen zentral gelegenen iranischen Stadt erfolgte am 12. Juni – am Vorabend des Shabe-barat [der "Nacht der Entbindung"], einem wichtigen Feiertag für die schiitischen Muslime an dem die Geburt des Imam Mahdi gewürdigt wird.

Übersetzung des Flugblattes auf Englisch: Übersetzung des Flugblattes auf Englisch: "Bahaism is a movement that has risen against the true religion of Islam; from the perspective of the sacred Sharia, it is an [apostasy] and is wholly condemned such that Baha’i individuals, from the perspective of Islam, have no right to any form of security, whether pertaining to their lives or their belongings, and their blood is worthless. Thus, in light of the recent blatant activities of this godless faction, every Muslim individual must stand up against any activity by this movement and combat them even at the cost of his own life." (Foto: Human Rights Activists News Agency)

In dem Flugblatt wird behauptet, dass das “Blut” von Bahá’í nach dem Gesetz der Scharia “wertlos ist” und dass “jeder muslimische Mensch sich gegen jede Aktivität dieser Bewegung erheben und dagegen kämpfen muss, selbst wenn es ihn das eigene Leben koste.”

Ein ähnliches Flugblatt wurde im letzten Januar an mindestens fünf Bahá’í-Haushalte in Yazd verteilt. Damals war das Poster mit "Hizbu'llah" (die Partei Gottes)unterzeichnet.

Diane Ala'i sagte, es sei die Aufgabe der Regierung, solche Taten öffentlich zu verurteilen, die Anstifter solcher hasserfüllten Botschaften zu finden und zu verfolgen und die Bahá’í-Bürger des Landes zu schützen.

“Leider hat die Regierung es den Tätern solcher Angriffe zu lange erlaubt, ungestraft davon zu kommen. In vergangenen Jahren gab es hunderte solcher Angriffe oder Drohungen gegen die Bahá’í und ihr Eigentum und niemand wurde dafür zur Rechenschaft gezogen”, sagte sie.

Diane Ala'i merkte an, dass beispielsweise im Januar drei Bahá’í in der Stadt Birjand zuhause von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen wurden und dass im letzten August ein Bahá'i in Bandar Abbas erschossen wurde. Auch gab es in den letzten Monaten Fälle von Entweihung von Bahá’í-Friedhöfen wie beispielsweise die Maßnahme der Revolutionsgarde, den historischen Bahá’í-Friedhof in Schiras zu zerstören.

“Leider war die Regierung zu oft williger Teilnehmer bei der Verbreitung von Hassmaterialien gegen die Bahá’í. Hoch gestellte Beamte und Regierungsmedien speihen regelmässig Anti-Bahá'i Propaganda aus und der Umfang derartiger Aktivitäten hat in diesem Jahr dramatisch zugenommen,“ sagte Ala'i.

Im Januar verzeichnete die Internationale Bahá’í-Gemeinde mindestens 55 Anti-Bahá’í-Artikel auf iranischen Webseiten, so Ala'i. Dies stieg im Februar auf 72, im März auf 93, im April auf 285 und im Mai auf 366.

“Die Regierung hat eine Atmosphäre geschaffen, in der diejenigen, die Hass gegen die Bahá’í schüren mit völliger Straffreiheit vorgehen können”, sagte Ala'i. "Und wir sind tief besorgt, dass ohne die Gefahr, dafür verfolgt zu werden, die Angriffe gegen Bahá’í nur allzu wahrscheinlich weiter andauern werden.“ (BWNS)
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Fri, 27 Jun 2014 08:50:00 +0200
Offener Brief an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zur Menschenrechtslage im Iran http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/06/19/offener-brief-an-bundesaussenminister-frank-walter-steinmeier-zur-menschenrechtslage-im-iran.html In einem Offenen Brief appellieren 22 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Religion an den... Der offene Brief stand in den letzten Wochen unter www.offener-brief-iran.de zur Unterzeichnung offen und wurde am 18. Juni offiziell dem Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zur Kenntnis gebracht. Unter den Erstunterzeichnenden sind Michael Löning (FDP, ehem. Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung), Ruprecht Polenz (CDU, ehem. Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag), Karsten Voigt (SPD, langjähriger Koordinator der Bundesregierung für transatlantische Beziehungen) sowie der iranische Exilpolitiker Mehran Barati. Sie fordern mehr Gewicht für die Menschenrechtspolitik bei der „Neuausrichtung der Außenpolitik der Bundesregierung“ in Bezug auf den Iran. Die an den Minister gerichteten Forderungen sind eine Reaktion auf die Tatsache, „dass der Iran unter Präsident Rohani beschwichtigende Signale der Veränderung aussendet, sich aber nichts grundlegend an der Situation im Land ändert“, wie es in dem Offenen Brief unter anderem heißt.

Die Unterzeichnenden sind besorgt, dass die vielen Gefangenen aus Gewissensgründen im Iran von der internationalen Staatengemeinschaft vergessen werden. Allzu oft fokussieren Politik und Medien auf die Nuklearfrage und blenden die Menschenrechtslage im Iran aus.

„Die Zahl der Hinrichtungen war im vergangenen Halbjahr höher denn je. Die Gefängnisse sind gefüllt mit Menschen, die keine ordentlichen Gerichtsverfahren sahen, Presse und Medien werden nach wie vor unterdrückt, Studenten am Hochschulstudium gehindert, Frauen und ethnische und religiöse Minderheiten im Land grundlegender Rechte beraubt … Die über 300.000 Bahá’í im Land sind völlig recht- und schutzlos und stehen außerhalb der Verfassung des Landes“, mahnen die Unterzeichner des Appells.

Bisher haben 450 weitere Unterstützer die Forderungen unterzeichnet, die unter www.offener-brief-iran.de eingesehen und weiterhin unterzeichnet werden können.

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Thu, 19 Jun 2014 13:01:00 +0200
Fußball ist nur in Vielfalt denkbar, so auch die Welt http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/06/12/fussball-ist-nur-in-vielfalt-denkbar-so-auch-die-welt.html Während Millionen Menschen in aller Welt der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien... Das Universale Haus der Gerechtigkeit verband in einer am 6. Juni verfassten Stellungnahme an Dilma Rousseff seine Grüße mit der Hoffnung, "dass die Zuschauer überall - vor allem die Jugend der Welt - Mut schöpfen aus den zahlreichen Beispielen von Teamwork, Fairplay, Mut, und ernsthaftem Streben, die sicherlich im Laufe des Turniers zutage treten."

"So Gott will, werden sie danach streben, diese gleichen Eigenschaften in ihrem Leben zu zeigen, im Dienst an ihren Gemeinden und in der Förderung des Friedens", schrieb das Universale Haus der Gerechtigkeit. Wir veröffentlichen an dieser Stelle das Schreiben im deutschen Wortlaut:

[vorläufige Übersetzung]

"Ihre Exzellenz Frau Dilma Rousseff,

Präsidentin der Föderativen Republik Brasilien Ihre Exzellenz, als Antwort auf Ihre freundliche Einladung ist es uns eine Freude, Ihnen folgende Grußbotschaft anlässlich der Eröffnung der Weltmeisterschaft 2014 zuzusenden. Wir möchten alle Menschen Brasiliens ganz herzlich grüßen, während sie die Vertreter so vieler Länder zu einem Fest sportlicher Leistungen in ihrem Heimatland willkommen heißen. Bei nur wenigen Ereignissen kann man behaupten, dass sie einen so reichen Querschnitt der Menschheit umfassen, der aus Völkern so unterschiedlicher ethnischer, religiöser und kultureller Herkunft besteht. Für jeden Beobachter ist klar, dass der Sport, der diese Nationen nach Brasilien brachte, durch die wunderbare Vielfalt seiner Teilnehmer nur bereichert wird. Sich an dieser Tatsache zu erfreuen, bedeutet zugleich, Vorurteile in all ihren Formen zurückzuweisen. Was an an diesem außergewöhnlichen Fußball-Spektakel am meisten auffällt, ist seine Fähigkeit, die globale Kultur widerzuspiegeln, die in unserer Zeit entsteht. Und indem es die Nationen in Freundschaft zusammenruft, deutet es eindringlich darauf hin, dass Zusammenarbeit und gemeinsame Anstrengungen in allen Angelegenheiten möglich sind. Die Menschheit ist heute in einer globalen Zivilisation verbunden. Während die Welt in ihrer organischen Evolution voranschreitet, möge sie bei dieser Gelegenheit über die vielen guten Eigenschaften nachdenken, die das brasilianische Volk so bewundernswert verkörpert. Denn der Weg zum Frieden erfordert Herzen, die sich weit öffnen können, eine Leidenschaft für Fortschritt, grenzenlose kreative Energie, große Widerstandskraft, eine aus der Vielfalt geschmiedete Stärke und ein Denken, dass durch den Geist dieser Zeit erleuchtet und von Gerechtigkeitsstreben inspiriert wird. Die Völker der Welt gleichen der Blumenvielfalt in einem prächtigen Garten. Ist irgendeine Nation geeigneter, diese einfache aber grundlegende Wahrheit zu zeigen, als Brasilien? In den lebendig miteinander verwobenen Farben dieses Landes kann die Welt ihre glänzenden künftigen Möglichkeiten erahnen. Ein sportlicher Wettbewerb, auch in einer Größenordnung wie dieser, kann nicht über den Ernst der Herausforderungen hinwegtäuschen, mit denen die Menschheit konfrontiert ist. Doch hoffen wir,  dass in den kommenden Wochen die Zuschauer überall – vor allem die Jugend der Welt – aus den zahlreichen Beispielen von Teamwork, Fairplay, Mut und ernsthaftem Streben, die sicherlich im Laufe des Turniers zutage treten, Zuversicht schöpfen werden. So Gott will, werden sie danach streben, diese gleichen Eigenschaften in ihrem Leben, im Dienst an ihren Gemeinden und in der Förderung des Friedens zu zeigen. Ob sie für die Beseitigung von jeder Spur von Rassismus und Diskriminierung arbeiten, für die Gleichstellung von Frauen und Männern eintreten oder danach streben, dass Gerechtigkeit gefördert wird: die Bemühungen jedes Mitglieds der Familie der Menschheit sind unersetzlich. Konstruktiver Wandel ist überall möglich. Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder – sie alle haben einen unverzichtbaren Beitrag zu leisten. Wir sehen eine Zeit kommen, in der Wettkämpfe unter den Nationen ein Phänomen sein mag, das sich weitgehend auf Sportarenen begrenzt, während das Zusammenspiel auf der Weltbühne in erster Linie von Kooperation, Wechselseitigkeit und gegenseitiger Unterstützung geprägt sein wird. Wir beten, dass dieser gegenwärtige Anlass dem Gastgeber, der großen Nation Brasilien, zur Ehre gereichen wird und dass das Ereignis nicht nur vorübergehende Freundschaft stiften wird, sondern dauerhafte Solidarität unter allen, die daran teilnehmen, sowie den unzähligen Millionen Zuschauern. Das Universale Haus der Gerechtigkeit"
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Thu, 12 Jun 2014 17:17:00 +0200