Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/ Neuigkeitende Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.bahai.de/ 1816NeuigkeitenTYPO3 - get.content.righthttp://blogs.law.harvard.edu/tech/rssSun, 02 Aug 2015 11:16:00 +0200 Weltweit trauern Baha‘i um Sandra Tjitendero http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/08/02/weltweit-trauern-bahai-um-sandra-tjitendero.html Am 26. Juli verstarb Frau Sandra Tjitendero aus Namibia unerwartet während eines familiären...Sandra Tjitendero wurde am 30. August 1949 in Sacramento, USA geboren. Nach ihrer Heirat mit Dr. Mosé Tjindero lebte das Ehepaar seit 1976 in Afrika, ab 1989 schließlich in Namibia, wo Dr. Tjindero bis zu seinem Tod 2006 Parlamentsvorsitzender war. Sandra Tjitendero, war in Namibia sehr beliebt, weil sie als Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá´‘í Namibias und des Lokalen Geistigen Rates von Windhoek ihr Leben stets in den Dienst der Gemeinschaft stellte.

Der Nationale Geistige Rat der Baha’i Namibias würdigt ihr Leben: “Sandra was affectionately known as Aunty Sandy or Mamu to many of her children whom she raised or inspired through spiritual guidance. Her home was a haven of learning and laughter where she hosted devotions, study circles and Bahá’í Holy Day celebrations. Her home was a home of light, love and laughter. Sandra is remembered for her loving radiance, unconditional love and selfless service to her community.”

Zwischen den Baha’i-Gemeinden Namibias und Deutschlands besteht seit über 60 Jahren eine enge geistige Verbundenheit. Bereits in der Anfangszeit der namibischen Baha’i-Gemeinde in den 1950er Jahren wanderten Baha’i-Familien aus Deutschland nach Namibia aus. Sie unterstützen sie in den Jahren der Apartheid dabei, ihren Glaubensgrundsatz zu verwirklichen, wonach Rassentrennung der Vergangenheit angehören muss. Allen voran hat sich Sandra Tjitendero Zeit ihres Lebens für das zentrale Prinzip ihres Glaubens – der Einheit der Menschheit – unermüdlich bis zu ihrem Tode eingesetzt.

Das Baha’i-Begräbnis wird am 4. August 2015 um 13 Uhr auf dem Jerusalem-Friedhof in Berlin-Kreuzberg stattfinden. Es werden Trauergäste aus ganz Europa, den USA und Namibia erwartet, unter ihnen auch Vertreter der namibischen Regierung.

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Sun, 02 Aug 2015 11:16:00 +0200
Baha’i-Gemeinde lädt zum Friedenskonzert ein und feiert ihr 20. Sommerfest http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/07/07/bahai-gemeinde-laedt-zum-friedenskonzert-ein-und-feiert-ihr-20-sommerfest.html Musikalisches Hörerlebnis mit Werken von u.a. Schumann, Eisler, Mahler, Mendelssohn mit...Viefalt in der Gesellschaft - Vielfalt in der Musik. Diesem wunderbaren Ansatz hat sich eine Gruppe von professionellen Musikern aus ganz Deutschland verschrieben, nachdem sie nach dem Anschlag in Paris auf Charlie Hebdo nachhaltig erschüttert wurden. "Für uns als Künstler ist das Leben und Musizieren in einer vielfältigen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit", sagt  Nohad Becker, Mezzosopranistin Initiatorin dieses Projektes und  Preisträngerin des Lenzewski Wettberwerb Frankfurt.

"Terroristische Anschläge sind ein Angriff auf die Freiheit der Gedanken; sie schüren Ängste und neuen Hass, der sich unterschwellig gegen Menschen zu richten droht, die durch ein anderes Aussehen, eine andere Religion, eine andere Herkunft als Gefahr betrachtet werden. Gegen alles Trennende gilt es sich zu wenden und für die Freiheit gilt es, die Stimme zu erheben", schildert die Tochter eines libanesisch-deutschen Paares die Motivation für das besondere Konzertereignis. 

In drei verschiedenen Gebetshäusern der Christen, Juden und Bahá‘í im Rhein-Main-Gebiet erklingen Werke von Schumann, Eisler, Ullmann, Mahler und Mendelssohn und anderen.

Sechs Sängerinnen und Sänger werden zu hören sein, die an unterschiedlichen Theatern des Landes engagiert sind. Begleitet werden sie von dem renommierten Pianisten Hedayet Djeddikar , der in der Lage ist, die Tiefgründigkeit der Liedkunst gemeinsam mit dem Sänger zu ergründen. Darüber hinaus konnte das exzellente Streicherensemble SpielWerk gewonnen werden, das sich durch seine besondere Art der klanglichen Vielfalt auszeichnet. Die Musiker offenbaren nicht nur ihr musikalisches Empfinden und ihre Fähigkeiten, sondern ihre ganz persönlichen Geschichten und Erfahrungen vom sich fremd fühlen, Grenzüberschreitung und ihrem Glaubens-/Lebensweg in Lebensgeschichten.

Der Sprecher Mathias Hermann, Coach beim SWR und hr, trägt diese Geschichten vor.

Europa zu Besuch in Langenhain - Baha'i feiern ihr 20. Sommerfest

Am Sonntag, den 12. Juli 2015 von 11.00 bis 18.00 Uhr lädt die Baha'i-Gemeinde in Deutschland zum 20. Mal zum Sommerfest an das Baha'i-Haus der Andacht nach Langenhain ein: Andachten, Geselligkeit, Kunst, Aufführungen, Konzerte, Kaffee und Kuchen und vieles mehr erwartet die Gäste. Auch die Kleinsten werden wieder auf ihre Kosten kommen: Neben den gewohnten Spielmöglichkeiten wie Hüpfburg, Karussell und Rollrutsche werden außerdem interessante Aktivitäten für Kinder und Jugendliche angeboten. Es wird mit mehrern tausend Besuchern aus ganz Europa gerechnet.

Samstag, 11. Juli um 19 Uhr im Baha'i-Zentrum, Eppsteiner Str. 89, 65719 Hofheim-Langenhain.

Sonntag, 12. Juli 2015 von 11.00 bis 18.00 Uhr am Baha'i-Haus der Andacht, Eppsteiner Str. 95, 65719 Hofheim-Langenhain.

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Tue, 07 Jul 2015 11:40:00 +0200
Religionsfreiheit: Bundesregierung soll Bericht vorlegen http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/06/30/religionsfreiheit-bundesregierung-soll-bericht-vorlegen.html Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, einen Bericht vorzulegen, in dem der Stand...Zur Begründung des Antrages heißt es, dass es „in Deutschland einen derartigen eigenständigen Bericht der Bundesregierung zum globalen Stand der Religions- und Glaubensfreiheit bislang nicht gibt“. Damit soll die Arbeit von Kirchen- und Religionsgemeinschaften, aber auch von staatlichen Institutionen und Parlamentariern unterstützt werden.   Der Schutz der Religions- und Glaubensfreiheit sei für alle staatlichen Institutionen in der Bundesrepublik  „von höchstem Belang“. Und weiter heißt es darin: „Für das freiheitliche Miteinander aller Religionsgemeinschaften weltweit, seien es jüdische, christliche, islamische, buddhistische, hinduistische oder etwa die Bahai, ist die Achtung dieses Menschen- und Grundrechts existentiell.“ So sprach der Bundestagsabgeordnete Volker Kauder (CDU) in seiner Rede vor dem Bundestag darüber, dass es im Menschenrechtsbericht „immer wieder Hinweise gibt“, aber „noch keine systematische Darstellung zum Thema Religionsfreiheit in der Welt“. Als Mitunterstützer des Antrages begründet er die Notwendigkeit eines solches Berichtes damit, dass die Situation sich „dramatisch verändert, um nicht zu sagen, dramatisch verschlechtert“ hat. Der religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, auf dessen Initiative der Antrag zurückgeht, sagte während der Sitzung des Bundestages, dass er so einen Bericht für eine „gute Grundlage zur Versachlichung der Debatte“ hält. In den Aussagen anlässlich des interfraktionellen Antrages kommentierten zwei Parlamentarier, Volker Kauder (CDU) und Volker Beck (Die Grünen) den Fall der inhaftierten Führungsriege der Baha’i im Iran. „Verfolgung aufgrund der Religion ist leider bitterer Alltag. Im Iran sitzt der gesamte Führungskreis der Baha‘i-Religion im Gefängnis und wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt – für nichts anderes als dafür, Mitglied der Baha‘i-Religion zu sein“, so Beck. Zudem betonte Beck, dass er im Antrag deutlich machen wollte, „dass es um alle drei Dimensionen der Religionsfreiheit geht: die individuelle Religionsfreiheit, seinem Glauben gemäß zu leben, sich zu ihm zu bekennen, den Praktiken seiner Religion nachzugehen, die kollektive Religionsfreiheit, als Glaubensgemeinschaft religiöse Gebäude zu errichten, zu missionieren, sich in der Zivilgesellschaft zu artikulieren, und die negative Glaubensfreiheit, also die Freiheit, nicht von den Glaubensvorstellungen anderer in seinem Leben bedrängt, verfolgt oder schikaniert zu werden.“Vereinbart sei zunächst ein einmaliger Bericht, sagte Beck. Sein Ziel sei aber, dass er regelmäßig erstellt werde, wie es in den USA der Fall sei. Die Verfolgungssituation von religiösen Minderheiten könne auch "ein Frühwarnsystem für aufkeimende Konflikte sein. Konflikte, bei denen es eigentlich um Ressourcen gehe, werden oft religiös überwölbt", erklärte Beck.„Jede Religion ist irgendwo auf der Welt in der Minderheit und auf den Respekt der Mehrheit in der Ausübung ihrer Religion angewiesen. Das könnte eine Brücke zwischen den Kulturen sein, mit der man vielleicht Verständnis in den Regionen und in Staaten weckt, die die Religionsfreiheit der Minderheiten heute noch mit Füßen treten“, so der religionspolitische Sprecher der Grünen.  Dietmar Nietan (SPD) zitierte aus dem „Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“, den vor zwei Jahren die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gemeinsam vorgelegt haben. Darin lautete eine Schlussfolgerung: „Wo die Religionsfreiheit verletzt wird, ist es in der Regel auch um die generelle Wahrung der Menschenrechte nicht gut bestellt.“Anhand dieses Zitats bekräftigte Nietan wie vor ihm weitere Bundestagesabgeordnete seine Überzeugung, dass „Religionsfreiheit nicht irgendein schönes Menschenrecht, sondern ein elementares Menschenrecht ist; denn für gläubige Menschen ist ihre Religion, ihr Glaube konstitutiver Teil ihres Menschseins. Wenn man den einschränkt oder ihnen diesen Teil nimmt, ist das ein Angriff auf das elementare Menschsein.“ ]]> Tue, 30 Jun 2015 22:35:00 +0200 Religionen einigen sich auf Gemeinsame Erklärung zum Schutz der Natur http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/06/29/religionen-einigen-sich-auf-gemeinsame-erklaerung-zum-schutz-der-natur.html Vertretungen von neun verschiedenen Religionsgemeinschaften veröffentlichten zusammen mit... Flyer zusammengefasst. ]]> Mon, 29 Jun 2015 12:59:00 +0200 Iranische Behörden schließen in großem Ausmaß Geschäfte der Baha‘i http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/06/19/iranische-behoerden-schliessen-in-grossem-ausmass-geschaefte-der-bahai.html Im April und Mai versiegelten iranische Regierungsbeamte Dutzende Geschäfte von Baha‘i in den... Oktober 2014 wurden viele dieser Geschäfte, die aufgrund eines Baha‘i -Feiertages geschlossen waren, von den Behörden in einer breit angelegten, systematischen und staatlich geförderten Kampagne versiegelt. Nach zahlreichen Appellen seitens der Baha‘i  sowie internationalen Berichten über die Schließungen, durften die Geschäfte zunächst wieder eröffnet werden. Die Vorfälle wurden unter anderem im Jahresbericht 2015 der internen Gruppe des Europäischen Parlaments zu Religionsfreiheit und religiöser Toleranz veröffentlicht. “Baha‘i  wurden bereits vor Jahren aus allen öffentlichen Ämtern und Berufen verbannt, und Unternehmen der privaten Wirtschaft werden oft unter Druck gesetzt, sie zu entlassen“, so Hofmann. „Da ihnen auch der Zugang zu höherer Bildung verwehrt ist, sind Kleinunternehmen für viele Baha‘i die letzte und einzige Möglichkeit, sich eine Lebensgrundlage zu schaffen.“ Hintergrund Der Versuch, das wirtschaftliche Leben der Baha‘i-Gemeinde zu zerstören, gehört schon seit der Islamischen Revolution 1979 zu den Facetten staatlicher Verfolgung  der Baha‘i. Damals entließ die Regierung alle Regierungsbediensteten, die der Baha‘i-Religion angehörten. Dann ging sie dazu über, den Baha‘i im Bereich Privatwirtschaft die Geschäftslizenzen abzuerkennen. Auf diese Art und Weise verloren Tausende von Baha‘i über die letzten dreißig Jahre ihre Arbeit und damit die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Nachdem in den neunziger Jahren der staatliche Druck etwas abnahm, hat die wirtschaftliche Strangulierung in jüngster Zeit jedoch wieder stark zugenommen. Im Jahr 2007 veröffentlichte das Public Places Supervision Office („Amaken“) einen Brief an die Polizei im ganzen Land, in dem es heißt, dass die Baha‘i aus “gut verdienenden Unternehmen” und aus “sensiblen“ Bereichen wie Presse, Schmuck, Fotografie, Internet-Unternehmen wie auch aus der Lebensmittelindustrie auszuschließen seien. Dass kleine, von Baha’i betriebene Geschäfte nicht nur oft von Regierungsbeamten geschlossen werden, sondern auch Ziel von Brandstiftung und anderen Übergriffen sind, ausgelöst durch eine Atmosphäre, in der durch eine nationale Anti-Baha’i-Medienkampagne Hass gegen die Baha’i geschürt wird, ist hinreichend belegt.

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Fri, 19 Jun 2015 13:09:00 +0200
Menschenrechts- beauftragter der Bunderegierung fordert Freilassung von iranischen Baha'i http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/05/18/menschenrechtsbeauftragter-der-bunderegierung-fordert-freilassung-von-iranischen-bahai.html Aus Anlass des siebten Jahrestages der Inhaftierung der sieben führenden Baha’i im Iran fordert der... Die deutsche Baha‘i-Gemeinde beteiligt sich vom 14. bis 20. Mai 2015 an einer globalen Kampagne, mit der sie auf ihrer Facebook-Seite mit  „7 Tage. 7 Jahre. 7 Leben.“ ebenfalls die sofortige Freilassung der seit sieben Jahren inhaftierten sieben iranischen Baha‘i- Führungsmitglieder einfordert.  Am Vortag der weltweiten Kampagne erklärte der Menschenrechtsbeauftragte: "Seit nunmehr sieben Jahren befindet sich das gesamte Führungsgremium der iranischen Bahá’i-Gemeinde im Gefängnis. Die sieben Inhaftierten wurden in einem intransparenten Verfahren unter Missachtung grundlegender rechtsstaatlicher Regeln zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt. Bis heute liegt kein schriftliches Urteil vor.
Ich fordere die iranische Justiz auf, die Verurteilung sofort aufzuheben und die sieben Bahá’i wie auch alle anderen aufgrund ihrer religiösen Überzeugung Inhaftierten unverzüglich freizulassen.
Mit der andauernden Verfolgung der Bahá’i und anderer religiöser Minderheiten verstößt Iran gegen das grundlegende Recht auf Religionsfreiheit. Ich fordere Iran auf, entsprechend seiner völkerrechtlichen Verpflichtungen die Menschenrechte all seiner Bürgerinnen und Bürger ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit zu achten!"
Hintergrund Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm waren Mitglieder einer informellen Koordinierungsgruppe, die unter dem Namen „Yárán“ (dt. Freunde) bekannt wurde und die sich um die notwendigsten Belange der iranischen Baha’i-Gemeinde kümmerte. Den Baha‘i ist es seit 1983 verboten, sich in demokratisch gewählten Gremien zu organisieren. Seitdem hatte ein informelles Gremium, dessen Mitglieder die Verurteilten waren, einen Teil der Aufgaben übernommen, ehe auch dieses im Zuge der Verhaftungen aufgelöst werden musste. Frau Sabet wurde am 5. März 2008 verhaftet, die anderen sechs am 14. Mai 2008. Momentan befinden sich über 100 weitere Mitglieder der Religionsgemeinschaft lediglich aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in Haft. Trotz Irans Versprechungen, die Menschenrechtslage in Iran zu verbessern, darunter die Zusicherung, religiöse Diskriminierung zu beenden, nahm das Ausmaß der systematischen Anstrengungen der iranischen Regierung, ihre größte nicht-muslimische religiöse Minderheit unsichtbar zu machen, stark zu, wie der Bericht (pdf) zur Lage der Baha’i im Iran der deutschen Baha’i-Gemeinde zeigt. ]]>
Mon, 18 May 2015 23:26:00 +0200
7 TAGE. 7 JAHRE. 7 LEBEN. http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/05/13/7-tage-7-jahre-7-leben.html Mit der Teilnahme an der weltweiten Kampagne "7 Tage. 7 Jahre. 7 Leben." möchte die deutsche... 7 Tage.7 Jahre.7 Leben. steht an jedem Tag der Kampagne ein Mitglied der Sieben im Fokus: 14. Mai: Frau Mahvash Sabet 15. Mai: Frau Fariba Kamalabadi 16. Mai: Herr Jamaloddin Khanjani 17. Mai: Herr Afif Naeimi 18. Mai: Herr Saeid Rezaie 19. Mai: Herr Behrouz Tavakkoli 20. Mai: Herr Vahid Tizfahm “Es ist unsere Hoffnung, dass Menschen inganz Deutschland beherzte Aktionen  ins Leben rufen, um auf die Situation jedes der sieben Baha‘i an dem ihr oder ihm zugedachten Tag aufmerksam zu machen. Wir wünschen uns, dass dies eine Graswurzelkampagne wird, bei der Menschen ihre Ideen ganz gleich welcher Art – seien es Andachten, das Hochladen von Videos oder Fotos, Gedichte, Kunstprojekte, sozialen Aktionen oder ähnliches im Namen der Sieben– nutzen, um auf ihre langjährige Haft aufmerksam zu machen“, sagt Ingo Hofmann, Sprecher der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland. Aufruf zum Mitmachen über Facebook und Twitter Im Rahmen der Kampagne 7 Tage.7 Jahre.7 Leben. ist  jeder aufgerufen, sich unter dem eigens für die 7 Tage bestimmten Hash-Tag #7Bahais7years für die Freilassung der sogenannten Yaran einzusetzen. Ab dem 14. Mai wird über Facebook, Twitter und dem Blog der deutschen Bahá’í-Gemeinde täglich ein neuer Videoclip zu sehen sein, in dem das Leben eines der Inhaftierten kurz porträtiert wird, verbunden mit der Aufforderung, an jedem der 7 Tage eine besondere Aktivität für sie oder ihn vorzunehmen und diese auf der Facebook-Seite der deutschen Baha’i-Gemeinde mit Verwendung des Hashtag #7Bahais7years zu posten. Jede online gestellte Aktivität wird automatisch Teil eines Riesenmosaiks, das anschließend der Bundeskanzlerin und dem Bundesaußenminister übergeben wird. Andacht zu Ehren der zu Unrecht inhaftierten Baha’i im Iran am 16. Mai 2015 Aus Anlass des siebten Jahrestages der Inhaftierung  dieser sieben Persönlichkeiten soll ihnen mit einer Andacht im Europäischen Baha’i-Haus der Andacht unsere geistige Verbundenheit zum Ausdruck gebracht werden, eine Verbundenheit, die darüber hinaus auch anderen zu Unrecht Inhaftierte aus Überzeugungsgründen verschiedener religiöser und ethnischer Hintergründe gilt. Dazu lädt die deutsche Baha’i-Gemeinde unter Mitwirkung ihrer in Deutschland lebenden Familienangehörigen am 16. Mai 2015 um 19 Uhr herzlich nach Hofheim-Langenhain ein. Weiterführende Informationen: Internationale Kampagnenseite #7Bahais7years Weiteres Informationsmaterial zur Kampagne Der Fall der Yaran Profile der Yaran Bildmaterial Hintergrund: Die mit mehreren Millionen Anhängern weltweit verbreitete Religion der Baha‘i ist eine monotheistische Offenbarungsreligion in der Reihe der Hochreligionen. In ihrem Ursprungsland, der heutigen Islamischen Republik Iran, bilden die Baha‘i die größte nicht-islamische religiöse Minderheit. Die Verfolgungsgeschichte der Baha‘i in Iran beginnt bereits mit den Anfängen ihrer Religion in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit der Islamischen Revolution 1979 werden Baha’i systematisch verfolgt. Der iranische Staat formulierte 1991 gar eine eigene Staatsdoktrin mit dem Ziel, die Baha‘i als lebensfähige Gemeinschaft in Iran auszuschalten. Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm waren Mitglieder einer informellen Koordinierungsgruppe, die unter dem Namen „Yárán“ (dt. Freunde) bekannt wurde und die sich um die notwendigsten Belange der iranischen Bahá’í-Gemeinde kümmerte. Den Bahá’í ist es seit 1983 verboten, sich in demokratisch gewählten Gremien zu organisieren. Seitdem hatte ein informelles Gremium, dessen Mitglieder die Verurteilten waren, einen Teil der Aufgaben übernommen, ehe auch dieses im Zuge der Verhaftungen aufgelöst werden musste. Frau Sabet wurde am 5. März 2008 verhaftet, die anderen sechs am 14. Mai 2008.  2010 fand die Verhandlung der Sieben statt, bei der sie unrechtmäßig der “Spionage”, der “Verbreitung von Propaganda gegen das Regime” und weiterer falscher Vorwürfe angeklagt und verurteilt wurden. Sie wurden zu je 20 Jahren Haft verurteilt, der bisher längsten Haftstrafe für Inhaftierte aus Überzeugungsgründen im Iran. ]]> Wed, 13 May 2015 23:31:00 +0200 Baha’i-Gemeinde Deutschland mit neuem Leitungsgremium http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/05/13/bahai-gemeinde-deutschland-mit-neuem-leitungsgremium-3.html Am Wochenende des 25/26. April 2015 wählte die Versammlung der Abgeordneten auf der Jahrestagung... Insgesamt waren 57 Abgeordnete aus ganz Deutschland wahlberechtigt, die neun Mitglieder des neuen Nationalen Geistigen Rates zu bestimmen. Aufgabe der Abgeordneten war es über die Wahl hinaus, sich ein umfassendes Bild von den derzeitigen Bedingungen, qualitativen Entwicklungen und aktuellen Erfordernissen der deutschen Bahá'í-Gemeinde zu machen. 

Folgende neun Personen wurden auf der Nationaltagung zu Mitgliedern des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in Deutschland gewählt (in alphabetischer Reihenfolge): Herr Dr. Wafa Enayati, Herr Dr. Thomas Floeth, Herr Sascha Gätzschmann, Frau Gerda Haug, Herr Stefan Hilger (Voritzender), Herr Dr. Foruhar Khabirpour, Herr Dr. Hans Martin Noltenius (Generalsekretär), Frau Dr. Haleh Sabet (Schatzmeisterin), Herr Pajam Sobhani (stellv. Vorsitzenden).

Wahlen ohne Propaganda

Der Wahlvorgang fand mit geheimer Stimmabgabe statt und wurde durch Gebete eingeleitet. Dadurch stand die Wahl unter geistigen Vorzeichen – wie auch die Beratungen während der Tagung. Bei der Mitgliedschaft in gewählten Gremien der Bahá'í geht es nicht um Machtpositionen, vielmehr um die Befähigung und die Bereitschaft, Gott und den Belangen der Gemeinschaft zu dienen. Im Unterschied zu gängigen Wahlverfahren gibt es weder Kandidatenaufstellung noch Wahlpropaganda.

Die Grundstruktur der Baha‘i-Gemeindeordnung geht auf den Religionsstifter Bahá’u’lláh (1817 – 1892) zurück. Während sich die Gemeinde auf allen Ebenen in einem fortlaufenden Gespräch über gemeindeinterne Belange, aber auch gesellschaftliche Fragen und Herausforderungen befindet, werden formale Entscheidungen in demokratisch gewählten Gremien getroffen. Bei den Baha‘i gibt es keinen Klerus. Vor dem Wahlvorgang gibt es weder Kandidatur noch Wahlpropaganda, die Wahl erfolgt in einer andächtigen Atmosphäre.

Als nächstes steht am 12. Juli 2015 das alljährliche Baha‘i-Sommerfest am Europäischen Baha’i-Haus der Andacht in Hofheim-Langenhain sowie vom 02.-08. August 2015 der Sommerferienkurs im Seminar Center Tambach-Dietharz, Thüringen an, zu dem jeder herzlich eingeladen ist.

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Wed, 13 May 2015 23:24:00 +0200
Neujahrsgrüße nach Teheran http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/04/01/neujahrsgruesse-nach-teheran.html Mit einem Flashmob am 21. März machte die Baha’i-Gemeinde in Köln zusammen mit zahlreichen... „Yaran“(dt. „Freunde“) freizulassen. Diese sieben Personen waren das informelle Führungsgremium der Gemeinde und sitzen seit knapp sieben Jahren u.a. im berüchtigten Evin-Gefängnis unschuldig in Haft. Die Politikerin Dr. Lale Akgün, der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, Monsignore Robert Kleine, Hannelore Bartscherer vom Erzbistum Köln und der iranische Menschrechtaktivist Dr. Mehran Barati gehören zu den Erstunterzeichnern des „Kölner Naw-Rúz-Appells 2015“, adressiert an den Leiter des Menschenrechtsrates der iranischen Justiz, Herrn Mohammad Javad Larijani. Man wollte damit ein Zeichen setzen und zum Ausdruck bringen, dass die im Iran unschuldig Inhaftierten nicht vergessen sind, so Christian Henrichs, einer der Initiatoren der Aktion. „Im Laufe der Jahre sind hunderte Bahá’í illegal und einzig aufgrund ihres Glaubens verhaftet und eingesperrt worden. Zu ihnen zählen auch die sieben "Yaran", die vor ihrer Inhaftierung die Geschicke der Bahá'í-Minderheit in Ihrem Land informell leiteten. Wir, die Bürger und Bürgerinnen von Köln, appellieren an Sie, sich für die Haftentlassung dieser Bürger im Iran einzusetzen“, fordern die Unterzeichner des offenen Briefes. Während der Blick der Öffentlichkeit sich vor allem auf die Atomverhandlungen mit dem Land richtet, sind die Menschenrechte gänzlich in den Hintergrund getreten. Mit dieser stillen und zugleich lauten Aktion möchten Kölner damit ausdrücken, dass sie das nicht hinnehmen. Rosen zupfen und dann umfallen… Am Morgen des 21. März standen Baha’í als auch Unterstützer schweigend auf der Domplatte. Rosenblätter wurden gezupft, in die Luft geworfen, kurz darauf sackten die Menschen zu Boden. Sie symbolisierten damit die Folter und Ermordung religiös Andersdenkender. Zeitgleich wurden Briefe der Gefangen an ihre Angehörigen verlesen. Bei der Aktion anwesend waren auch Baha´i, deren Angehörige im Iran von den Verfolgungen und Diskriminierungen betroffen sind und die an diesem großen Festtag vor allem mit der Sorge leben, dass ihre Eltern, Geschwister oder Freunde ebenfalls jeden Moment unschuldig verhaftet werden können. Der Offene Brief wird von Kölner Bürgern getragen und betont den hohen Wert der Glaubens- und Meinungsfreiheit. „Uns als Kölnern liegt die Meinungs- und Religionsfreiheit jedes einzelnen Menschen sehr am Herzen, denn wir sehen darin ein unteilbares Recht für jeden Bürger auf der ganzen Welt!“, heißt es in dem Kölner Naw-Rúz-Appell. Ein Teil der insgesamt 179 Unterschriften wurde bei dem menschenrechtlich motivierten Flashmob auf der Domplatte gesammelt. Die Unterzeichner fordern freundlich aber bestimmt zur Freilassung aller Menschenrechtsaktivisten sowie der nur aufgrund ihres Glaubens Inhaftierten auf. Eine Kopie des Appells wurde dem Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, MdB Christoph Strässer, übersandt. Nürnberger Naw-Rúz-Appell Zeitgleich mit der Kölner Menschenrechtsaktion wurde der iranischen Regierung Naw-Rúz-Grüße aus Nürnberg übermittelt. Der offene Brief, unterzeichnet vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, der Bundestagsabgeordneten Gabriela Heinrich (SPD), den Abgeordneten des Bayerischen Landtages, Frau Vera Osgyan (Bündnis 90/Die Grünen) und Herrn Arif Taşdelen (SPD), der Menschenrechtsaktivistin Maede Soltani sowie der Baha’i-Gemeinde in Nürnberg fordern neben der Freilassung der inhaftierten Führungsriege der Baha’í  ebenfalls, dass der Anwalt und Preisträger des Nürnberger Menschenrechtspreises, Abdolfattah Soltani unverzüglich freigelassen wird. In dem Offenen Brief aus Nürnberg heißt es unter anderem: Naw-Rúz steht dabei auch für Neuanfang und die Erwartung vieler Menschen, dass das Neue Jahr lange bestehende Hoffnungen erfüllen wird. Zu ihnen zählen neben mehreren Menschenrechtsverteidigern, die in Ihrem Land seit einigen Jahren inhaftiert sind, auch der Umgang mit den Bahá’i im Iran. Die Wahrung von Bürgerrechten ist in Ihrem Land in den letzten eineinhalb Jahren wiederholt öffentlich thematisiert worden. Herr Soltani hat sich für die Wahrung der Bürgerrechte zahlreicher Menschen eingesetzt. Ähnliches gilt für die sieben Yaran, die in der Absicht wirkten, die Zivilgesellschaft Ihres Landes zu stärken. Sie alle haben die Überzeugung, die auch wir teilen, dass sich Bürger für das Wohl Ihres Landes einsetzen müssen, denn die Herausforderungen der Zukunft können nur solidarisch bewältigt werden. Jedes Land kann stolz auf die Bürger sein, die bereit sind, hierfür alles einzusetzen - selbst den Verlust ihrer Freiheit. Im Jahre 2010 wurden die Yaran zu je 20 Jahren, und Herr Soltani 2012 zu 13 Jahren Haft verurteilt“, so die Unterzeichner des Offenen Briefes aus Nürnberg. Hintergrund: Nach wie vor werden zahlreiche Baha’i unrechtmäßig inhaftiert, sie werden aus Hochschuleinrichtungen ausgeschlossen und ihnen wird mit Berufsverboten und erzwungenen Geschäftsschließungen die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen. Ihre Friedhöfe werden geschändet und in zahlreichen Fällen wird die Beisetzung von Baha’i gestoppt oder behindert. Mediale Hassangriffe gegen Baha’i beliefen sich im vergangenen Jahr auf über 4800 Artikel und Videos im Internet, in denen die Baha’i durch falsche Anklagen, hetzerische Wortwahl und geschmacklose Bildsprache dämonisiert werden. Derzeit befinden sich 100 Baha’i aufgrund ihrer Glaubenszugehörigkeit in Haft. Nicht zuletzt befinden sich die sieben Mitglieder des ehemaligen inoffiziellen Führungsgremiums der Bahá'í im Iran, die „Yaran“ (dt.: Freunde) seit sieben Jahren in Haft. Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm waren Mitglieder einer informellen Koordinierungsgruppe, die sich um die notwendigsten Belange der über 350.000 Mitglieder zählenden iranischen Baha’i-Gemeinde kümmerte. Die Baha‘i repräsentieren die größte religiöse Minderheit des Landes, der es jedoch seit 1983 verboten ist, sich in demokratisch gewählten Gremien zu konstituieren. Seitdem hatte ein informelles Gremium, dessen Mitglieder die Verurteilten waren, ein Teil der Aufgaben übernommen, ehe auch dieses im Zuge der Verhaftungen aufgelöst werden musste. Das Urteil zu jeweils 20 Jahren stützt sich auf haltlose Anschuldigungen und ist bis heute nicht schriftlich bestätigt worden. Adolfattah Soltani wurde im Jahr 2009 der Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen, was zu seiner Verhaftung führte. Das Urteil lautete auf 13 Jahre Haft und 20 Jahre Berufsverbot – wegen „Annahme eines ungesetzlichen Preises“, „Versammlung und Verdunklung mit systemfeindlicher Absicht“, „regimefeindlicher Propaganda“ und der „Gründung des Defenders of Human Rights Centers“. Der Anwalt und Mitbegründer des von der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi geleiteten Defenders of Human Rights Center hatte sich unter anderem für die zu je 20 Jahren verurteilten sieben führenden Vertreter der iranischen Baha‘i-Gemeinde eingesetzt. ]]> Wed, 01 Apr 2015 17:53:00 +0200 Irans leere Versprechungen - Teherans Menschenrechtspolitik auf dem Prüfstand http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/03/17/irans-leere-versprechungen-teherans-menschenrechtspolitik-auf-dem-pruefstand.html Im August 2013 machte Präsident Rohani bei seinem Amtsantritt zahlreiche Versprechungen, die... Im Vorfeld der 28. Versammlungswoche des UN-Menschenrechtsrats in Genf zeigten Ban Ki-moon und Dr. Shaheed sich besorgt über die maßlose Anwendung der Todesstrafe, die weit verbreitete Diskriminierung von Frauen, den Mangel an Meinungsfreiheit sowie die Inhaftierung von Journalisten, Menschenrechtsverteidigern und Frauenrechtsaktivisten.

“Das harte Vorgehen gegen Medienschaffende, die allgegenwärtige Einschränkung der Meinungsfreiheit, darunter das Einstellen von Zeitungen und Zeitschriften und das beständige Überwachen, Filtern und Blockieren von Webseiten, die sich mit dem politischen Geschehen und Analysen beschäftigen, geben Grund zu großer Sorge," sagte Ban Ki-moon. In seinem am 3. März veröffentlichten Bericht drückte der UN-Generalsekretär ebenfalls Sorge über die fortwährende Verfolgung der Baha’i im Iran aus.

Der Iran macht immer wieder auf sich aufmerksam, indem zahlreiche Baha’i unrechtmäßig inhaftiert, sie aus Hochschuleinrichtungen ausgeschlossen und ihnen mit Berufsverboten und erzwungenen Geschäftsschließungen die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen werden. Ihre Friedhöfe werden geschändet und in zahlreichen Fällen wird die Beisetzung von Baha’i gestoppt oder behindert. Mediale Hassangriffe gegen Baha’i beliefen sich im vergangenen Jahr auf über 4800 Artikel und Videos, in denen Baha’i durch falsche Anklage, aufhetzerische Wortwahl und geschmacklose Bildsprache dämonisiert werden. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Im Oktober 2014 wurde dem Iran vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf zum zweiten Mal im Rahmen des UPR-Verfahrens ("Universal Periodic Review") die Bilanz seiner Menschenrechtspolitik vorgelegt – zusammen mit einem Paket von Empfehlungen der Internationalen Gemeinschaft. Alle vier Jahre findet bei den Mitgliedstaaten im Rahmen des UPR-Verfahrens eine Prüfung ihrer Menschenrechtsbilanz statt. Iran hat seinen Bericht aber auf die kommende Märzsitzung 2015 in Genf vertagt. Regierungen aus aller Welt hatten im Rahmen der Überprüfung der Menschenrechtslage im Iran durch den Menschenrechtsrat 291 Empfehlungen an die iranische Regierung gerichtet. In den Empfehlungen schlagen sie vor, welche Schritte der Iran einleiten könnte, um seine Menschenrechtspolitik zu verbessern. Bei der am 19. März geplanten Sitzung wird die iranische Regierung signalisieren, welche der 291 Empfehlungen sie annehmen wird.

Dr. Shaheed drückte seine besondere Sorge darüber aus, dass die weitverbreiteten Menschenrechtsverletzungen unvermindert andauern – obwohl der Iran beim UPR-Prozess 2010 mehrfach versprach, Schritte zu unternehmen,  in den von der Weltorganisation beanstandeten Bereichen eine Verbesserung seiner Menschenrechtslage herbeizuführen.

“Der Sonderberichterstatter anerkennt eine Reihe von Bemühungen der iranischen Regierung, die UPR-Verpflichtungen von 2010 umzusetzen. Er bedauert jedoch, dass die Mehrheit von ihnen auch 2014 noch nicht umgesetzt sind und dass die ihnen zugrunde liegenden Verletzungen, die während des UPR beleuchtet, wie auch seine Berichte von 2011, seine halbjährlichen Berichte 2012, 2013 und 2014 nicht bearbeitet wurden“,  kommentierte Dr. Shaheed. Die Tatsache, dass im vergangenen Oktober insgesamt 291 Empfehlungen an den Iran ausgesprochen wurden, spiegelt die Realität wider, dass die Menschenrechte sich nicht verbessert haben, so der Sonderberichterstatter.

Auch ging Shaheed in seinem Bericht auf die Baha’i ein. “Trotz der Behauptungen hochrangiger Beamter, dass den Baha’i ihre Bürgerrechte zustehen, sind sie im Zusammenhang mit ihrer Religion weiterhin Diskriminierung, Inhaftierung und willkürlicher Verhaftung ausgesetzt. Zwischen September und Dezember 2014 verhafteten Sicherheitskräfte in Isfahan, Teheran, Schiras, Hamedan, Karaj und Semnan mindestens 24 Bahá’í, so dass die Gesamtzahl der Baha’i in Haft auf 100 gestiegen ist“, äußerte sich Shaheed zur aktuellen Menschenrechtslage der Baha’i im Iran.

Diane Ala‘i, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf, begrüßte beide Berichte und forderte die Regierungen auf, für die Fortsetzung der internationalen Überwachung der Menschenrechtslage im Iran zu stimmen, wenn es Ende des Monats in Genf zur Abstimmung der Resolution kommt, die das Mandat des Sonderberichterstatters erneuern soll.

"Wie Ahmed Shaheed und der Generalsekretär klar zum Ausdruck gebracht haben, verletzt der Iran weiterhin die Menschenrechte seiner Bürger in allen gesellschaftlichen Bereichen – egal ob man eine Frau, Journalist, Rechtsanwalt, eine religiöse oder ethnische Minderheit oder einfach ein Durchschnittsbürger ist. Der Iran verspricht seit langem, die Menschenrechte seiner Bürger zu respektieren. Es ist jedoch offensichtlich, dass dies leere Versprechungen sind und dass der einzige Schutz für Iraner in der kontinuierlichen Überwachung und dem Bekundung der Besorgnis durch die internationale Gemeinschaft besteht," sagte Ala’i.

 

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Tue, 17 Mar 2015 13:15:00 +0100