Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/ Neuigkeitende Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.bahai.de/ 1816NeuigkeitenTYPO3 - get.content.righthttp://blogs.law.harvard.edu/tech/rssTue, 17 Mar 2015 13:15:00 +0100 Irans leere Versprechungen - Teherans Menschenrechtspolitik auf dem Prüfstand http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/03/17/irans-leere-versprechungen-teherans-menschenrechtspolitik-auf-dem-pruefstand.html Im August 2013 machte Präsident Rohani bei seinem Amtsantritt zahlreiche Versprechungen, die...Im Vorfeld der 28. Versammlungswoche des UN-Menschenrechtsrats in Genf zeigten Ban Ki-moon und Dr. Shaheed sich besorgt über die maßlose Anwendung der Todesstrafe, die weit verbreitete Diskriminierung von Frauen, den Mangel an Meinungsfreiheit sowie die Inhaftierung von Journalisten, Menschenrechtsverteidigern und Frauenrechtsaktivisten.

“Das harte Vorgehen gegen Medienschaffende, die allgegenwärtige Einschränkung der Meinungsfreiheit, darunter das Einstellen von Zeitungen und Zeitschriften und das beständige Überwachen, Filtern und Blockieren von Webseiten, die sich mit dem politischen Geschehen und Analysen beschäftigen, geben Grund zu großer Sorge," sagte Ban Ki-moon. In seinem am 3. März veröffentlichten Bericht drückte der UN-Generalsekretär ebenfalls Sorge über die fortwährende Verfolgung der Baha’i im Iran aus.

Der Iran macht immer wieder auf sich aufmerksam, indem zahlreiche Baha’i unrechtmäßig inhaftiert, sie aus Hochschuleinrichtungen ausgeschlossen und ihnen mit Berufsverboten und erzwungenen Geschäftsschließungen die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen werden. Ihre Friedhöfe werden geschändet und in zahlreichen Fällen wird die Beisetzung von Baha’i gestoppt oder behindert. Mediale Hassangriffe gegen Baha’i beliefen sich im vergangenen Jahr auf über 4800 Artikel und Videos, in denen Baha’i durch falsche Anklage, aufhetzerische Wortwahl und geschmacklose Bildsprache dämonisiert werden. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier .

Im Oktober 2014 wurde dem Iran vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf zum zweiten Mal im Rahmen des UPR-Verfahrens ("Universal Periodic Review") die Bilanz seiner Menschenrechtspolitik vorgelegt – zusammen mit einem Paket von Empfehlungen der Internationalen Gemeinschaft. Alle vier Jahre findet bei den Mitgliedstaaten im Rahmen des UPR-Verfahrens eine Prüfung ihrer Menschenrechtsbilanz statt. Iran hat seinen Bericht aber auf die kommende Märzsitzung 2015 in Genf vertagt. Regierungen aus aller Welt hatten im Rahmen der Überprüfung der Menschenrechtslage im Iran durch den Menschenrechtsrat 291 Empfehlungen an die iranische Regierung gerichtet. In den Empfehlungen schlagen sie vor, welche Schritte der Iran einleiten könnte, um seine Menschenrechtspolitik zu verbessern. Bei der am 19. März geplanten Sitzung wird die iranische Regierung signalisieren, welche der 291 Empfehlungen sie annehmen wird.

Dr. Shaheed drückte seine besondere Sorge darüber aus, dass die weitverbreiteten Menschenrechtsverletzungen unvermindert andauern – obwohl der Iran beim UPR-Prozess 2010 mehrfach versprach, Schritte zu unternehmen,  in den von der Weltorganisation beanstandeten Bereichen eine Verbesserung seiner Menschenrechtslage herbeizuführen.

“Der Sonderberichterstatter anerkennt eine Reihe von Bemühungen der iranischen Regierung, die UPR-Verpflichtungen von 2010 umzusetzen. Er bedauert jedoch, dass die Mehrheit von ihnen auch 2014 noch nicht umgesetzt sind und dass die ihnen zugrunde liegenden Verletzungen, die während des UPR beleuchtet, wie auch seine Berichte von 2011, seine halbjährlichen Berichte 2012, 2013 und 2014 nicht bearbeitet wurden“,  kommentierte Dr. Shaheed. Die Tatsache, dass im vergangenen Oktober insgesamt 291 Empfehlungen an den Iran ausgesprochen wurden, spiegelt die Realität wider, dass die Menschenrechte sich nicht verbessert haben, so der Sonderberichterstatter.

Auch ging Shaheed in seinem Bericht auf die Baha’i ein. “Trotz der Behauptungen hochrangiger Beamter, dass den Baha’i ihre Bürgerrechte zustehen, sind sie im Zusammenhang mit ihrer Religion weiterhin Diskriminierung, Inhaftierung und willkürlicher Verhaftung ausgesetzt. Zwischen September und Dezember 2014 verhafteten Sicherheitskräfte in Isfahan, Teheran, Schiras, Hamedan, Karaj und Semnan mindestens 24 Bahá’í, so dass die Gesamtzahl der Baha’i in Haft auf 100 gestiegen ist“, äußerte sich Shaheed zur aktuellen Menschenrechtslage der Baha’i im Iran.

Diane Ala‘i, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf, begrüßte beide Berichte und forderte die Regierungen auf, für die Fortsetzung der internationalen Überwachung der Menschenrechtslage im Iran zu stimmen, wenn es Ende des Monats in Genf zur Abstimmung der Resolution kommt, die das Mandat des Sonderberichterstatters erneuern soll.

"Wie Ahmed Shaheed und der Generalsekretär klar zum Ausdruck gebracht haben, verletzt der Iran weiterhin die Menschenrechte seiner Bürger in allen gesellschaftlichen Bereichen – egal ob man eine Frau, Journalist, Rechtsanwalt, eine religiöse oder ethnische Minderheit oder einfach ein Durchschnittsbürger ist. Der Iran verspricht seit langem, die Menschenrechte seiner Bürger zu respektieren. Es ist jedoch offensichtlich, dass dies leere Versprechungen sind und dass der einzige Schutz für Iraner in der kontinuierlichen Überwachung und dem Bekundung der Besorgnis durch die internationale Gemeinschaft besteht," sagte Ala’i.

 

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Tue, 17 Mar 2015 13:15:00 +0100
Erika Steinbach fordert Recht auf Bildung für Bahá’í im Iran - Appell zum globalen Aktionstag und Start der Kampagne „Education is not a Crime“ http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/02/27/erika-steinbach-fordert-recht-auf-bildung-fuer-bahai-im-iran-appell-zum-globalen-aktionstag-u.html „Iran muss seine Hochschulen für die Glaubensgemeinschaft der Bahá’í öffnen“, fordert die...„Im Iran wird den Anhängern der Glaubensgemeinschaft der Baha’i noch immer der Hochschulzugang verweigert. Anlässlich des weltweiten Aktionstages im Rahmen des Kampagne „Education is not a Crime“ am 27. Februar erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach.

„Die staatlich gelenkte Verfolgung der Baha’i im Iran hat in den vergangenen Monaten auf fast allen Sektoren weiter zugenommen. Laut dem gerade vorgestellten Amnesty Report 2015 haben die Behörden Geschäfte von Anhängern dieser Glaubensgemeinschaft geschlossen und Friedhöfe zerstört. Zahlreiche Baha'i sind wegen ihrer religiösen Überzeugung weiterhin inhaftiert.

Mitte März 2015 wird der Vertreter des Irans in Genf beim Menschenrechtsrat im Kontext der Universal Periodic Review einen Bericht über die iranische Menschenrechtspolitik der letzten dreieinhalb Jahre vorlegen. Vertreter der Baha’i kritisieren, dass der Iran bislang keine einzige der von ihm 2010 akzeptierten Menschenrechtsempfehlungen mit Blick auf die Lage der religiösen Minderheit umgesetzt habe.

Ein Schlüsselthema ist in diesem Zusammenhang die Verweigerung des Hochschulzugangs für Baha’i. Ihre Forderung nach Bildung wird faktisch als Verbrechen angesehen. Dies muss sich ändern. Deshalb unterstützen wir am morgigen weltweiten Aktionstag ausdrücklich die Forderung der Kampagne ‚Education is not a Crime‘ und appellieren an die iranische Regierung: Heben sie den Hochschulausschluss für Baha’i-Studenten auf!“, heißt es in der vom CDU/CSU-Menschenrechtsausschuss veröffentlichen Stellungnahme.

Hintergrund:

Die Kampagne Education is not a crime  wurde im November 2014 von Maziar Bahari, einem iranisch-kanadischen Journalisten, Filmemacher und Menschenrechtsaktivisten, der 2009 im Iran selbst in Haft war, ins Leben gerufen. Sie bezieht sich insbesondere auf Baharis Dokumentarfilm To Light a Candle .Diese 55-minütige Dokumentation handelt von der Verfolgungsgeschichte der Bahá’í im Iran und der Errichtung des Bahá’i Institute for Higher Education (BIHE).   BIHE ist eine Bildungsinitiative, die von der iranischen Baha‘i-Gemeinde entwickelt wurde, um jungen Baha’i im Iran Bildung zu ermöglichen, da ihnen durch die offizielle Regierungspolitik ihres Landes der Zugang zu höherer Bildung verwehrt wird. Durch eindrucksvolle Interviews, exklusives Geheimmaterial von Journalisten, seltenes Archivmaterial und Briefen von derzeit im Iran inhaftierten Bahá’í zeigt der Dokumentationsfilm, wie eine kleine Minderheit der systematischen Verfolgung durch gewaltlosen Widerstand die Stirn bietet und ihrer Jugend einen alternativen Zugang zu Bildung ermöglicht.

Der 27. Februar 2015 markiert den weltweiten Aktionstag, bei dem jeder einen Beitrag zur Unterstützung der Kampagne leisten kann. Um das öffentliche Bewusstsein über die eklatante Ungerechtigkeit der Lage der Bahá’í im Iran zu schärfen, wurde daher auch die interaktive Webseite ( https://educationisnotacrime.de ) eingerichtet.

Mit der weltweiten Kampagne „Education is not a Crime“ setzen Unterstützer der iranischen Bahá’í-Gemeinde aus aller Welt ein Zeichen, indem sie sich zu diesem Unrecht öffentlich äußern. Die Kampagne soll auch an die ungerechtfertigte Inhaftierung der 13 Dozenten erinnern, die durch das BIHE versuchten, eine praktische Alternative zu staatlichen Universitäten anzubieten.

Jungen Menschen in der Islamischen Republik Iran wird das Recht auf Bildung in vielfältiger Weise verwehrt. An Universitäten und anderen Hochschulen stehen sie vor verschlossenen Türen. Gehören sie der größten nicht-islamischen religiösen Minderheit des Landes, der Bahá’í-Religion, an, wird ihnen der Zugang zu Hochschulbildung systematisch verwehrt. Vertreten Studierende Standpunkte, welche die regierende Partei nicht teilt, werden sie ohnehin sehr bald zwangsexmatrikuliert. Auch jene Bahá’í, die den Zugang zu Universitäten schafften, werden – teilweise kurz vor ihrem Abschluss – der Hochschule verwiesen. Die iranische Regierung setzt damit die Verweigerung des Rechts auf Bildung systematisch zur Repression ein. Jungen Menschen den Zugang zu Universitäten zu verwehren, nimmt ihnen nicht nur ihre persönlichen Zukunftschancen - auch die iranische Gesellschaft verliert als Ganzes.

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Fri, 27 Feb 2015 12:06:00 +0100
Kampagne 'Education is not a crime' verurteilt Bildungsverweigerung für Baha‘i im Iran http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/02/26/kampagne-education-is-not-a-crime-verurteilt-bildungsverweigerung-fuer-bahai-im-iran.html Erzbischof Desmond Tutu, Filmemacher Mohsen Makhmalbaf, Friedensnobelpreis-trägerin Shirin Ebadi... To Light a Candle handelt von der Verfolgungsgeschichte der Baha‘i im Iran und der Errichtung des Baha’i Institute for Higher Education (BIHE). BIHE ist eine Bildungsinitiative, die von der iranischen Baha‘i-Gemeinde entwickelt wurde, um jungen Baha’i im Iran Bildung zu ermöglichen, die durch offizielle Regierungspolitik ihres Landes den Zugang zu höherer Bildung verwehrt bekommen. Durch eindrucksvolle Interviews, exklusives Geheimmaterial von Journalisten, seltenes Archivmaterial und Briefen von derzeit im Iran inhaftierten Baha‘i zeigt der Dokumentationsfilm wie eine kleine Minderheit der systematischen Verfolgung durch gewaltlosen Widerstand die Stirn bietet und ihre Jugend bildet. To Light a Candle ist nur der Anfang. Mit der weltweiten Kampagne Education is not a crime  setzen Unterstützer der iranischen Baha‘i-Gemeinde aus aller Welt ein Zeichen, indem sie sich zu diesem Unrecht öffentlich äußern. Die Kampagne soll auch an die ungerechtfertigte Inhaftierung der 13 Dozenten erinnern, die durch das Baha’i-Institute of Higher Education (BIHE) versuchten, eine praktische Alternative zu staatlichen Universitäten anzubieten.  Erzbischof Desmond Tutu, der südafrikanische Menschenrechtsaktivist und Nobelpreisträger, hat sich in einer Stellungnahme mit seiner Stimme dem Chor derer angeschlossen, die die Verweigerung der Rechte der Baha‘i auf Hochschulbildungdurch die iranische Regierung verurteilen.  In der Stellungnahme, die auf der Desmond and Leah Tutu Foundation-Webseite veröffentlicht ist, heißt es: „Die iranische Regierung sagt, Bildung für Baha’i sei ein Verbrechen. Aber ich sage euch, wir können das ändern - wir können in ihren Namen unsere Stimmen erheben. Wir können der iranischen Regierung und der ganzen Welt sagen, dass der Ausschluss der Baha’i, oder irgendeiner anderen Gruppe, vom Hochschulstudium bedeutet, Iran und das iranische Volk zu schaden. Unsere bittere Erfahrung der Apartheid beweist, dass jegliche Art der Diskriminierung uns allen schadet. Die iranische Regierung verweigert ihrer eigenen Bevölkerung den Dienst tausender Baha’i-Ingenieure, -Ärzte und -Künstler, die Iran, den Iranern und der ganzen Welt helfen könnten." Videobotschaften aus Deutschland Mit dem offiziellen Start der Kampagne am 27. Februar melden sich auch namhafte Persönlichkeiten aus Deutschland zu Wort. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Abgeordnete Claudia Roth sowie die Mitglieder des Bundestages Omid Nouripour, Erika Steinbach und Karamba Diaby beteiligen sich an der Aktion. Auch Filmproduzentin Minu Barati, Exilpolitiker Mehran Barati und Menschenrechtsaktivistin Maede Soltani drücken auf der deutschsprachigen Webseite der Kampagne ihre Unterstützung für Education is not a Crime aus.   Die Aktion Education is not a crime hat die Unterstützung von zahlreichen prominenten Persönlichkeiten weltweit erfahren. Zu ihnen gehören Nobelpreisträger – Frau Mairead Maguire, Dr. Shirin Ebadi, Frau Tawakkol Karman und Frau Jody Williams. Herr Mohsen Makhmalbaf, ein iranischer Filmemacher, Dr. Mohammad Maleki, ehemaliger Präsident der Universität von Teheran sowie Frau Azar Nafisi, eine iranische Autorin und Professorin, haben ebenfalls ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Auffällig ist die wachsende Zahl von Iranern, die sich dazu entschieden haben, die Rechte der Baha‘i zu verteidigen, da die Baha‘i-Gemeinde von Beamten und religiösen Führern seit Jahrzehnten falsch dargestellt wird. Die Webseite http://educationisnotacrime.me/ ist der Kern der Kampagne. Die Webseite informiert auch darüber, wie jeder Einzelne sich an der Initiative beteiligen kann. Außerdem wurden sowohl auf der Webseite wie auch auf der Facebook-Seite der Kampagne zahlreiche Videos hochgeladen, in denen sich Menschen aus aller Welt äußern und sich für das Recht der Baha‘i im Iran zu studieren, einsetzen.  Die Baha’i in Iran erleiden in ihrer Heimat seit der Islamischen Revolution 1979 systematische und andauernde Verfolgung. Im Zuge ihres Plans, den Baha‘i-Glauben als eine existenzfähige Einheit zu beseitigen und die Gemeinde für die iranische Öffentlichkeit unsichtbar zu machen, verweigert die Regierung dieses Landes den Baha’i selbst die elementaren Rechte. Zusätzlich zum Recht des Hochschulbildung ist es den Baha’i verboten, im öffentlichen Dienst zu arbeiten, und sie werden immer wieder daran gehindert, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im Laufe der Jahre sind auch hunderte Baha‘i illegal und einzig aufgrund ihres Glaubens verhaftet und eingesperrt worden. Deute Webseite der globalen Kampagne Education is not a crime:  http://educationisnotacrime.de/ ]]> Thu, 26 Feb 2015 17:33:00 +0100 Erklärung des Runden Tischs der Religionen in Deutschland zu Charlie Hebdo http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/02/10/erklaerung-des-runden-tischs-der-religionen-in-deutschland-zu-charlie-hebdo.html In einer gemeinsamen Erklärung vom 15. Januar 2015 verurteilte der Runde Tisch der Religionen in... "Der Runde Tisch der Religionen in Deutschland teilt das allgemeine Erschrecken über die religiös verblendeten Terroristen in Frankreich gegen die Redaktion der Zeitschrift und gegen die Besucher des jüdischen Supermarktes Hyper Cacher. Er verurteilt Hass und Gewalt, ausdrücklich auch dann, wenn sie im Namen der Religion ausgeübt werden. Wer kaltblütig mordet und sich dabei auf Gott bezieht, beleidigt in Wahrheit Gott und alle an ihn glaubenden Menschen.

Wir sprechen den Opfern der Angriffe und ihren Familien unser tiefstes Mitgefühl aus.

Wir erinnern aber auch daran, dass terroristische Bewegungen in vielen Teilen der Welt das Zusammenleben der Religionen torpedieren. Ebenso treten wir mit Entschiedenheit auch den Kräften gegenüber, die die Religionsfreiheit für Muslime in Europa bestreiten. Wir unterstützen deshalb Kundgebungen und Initiativen, die für das friedliche Zusammenleben von Menschen eintreten, die verschiedenen Religionen angehören.

Der Runde Tisch wird weiter für die Einheit und die Verständigung unter den Religionen in Deutschland arbeiten. Verständnis und Dialogbereitschaft müssen das Anliegen der Religionen in Deutschland bleiben."


Dr. Franz Brendle, Geschäftsführer

Zum Hintergrund

Der Runde Tisch der Religionen in Deutschland versteht sich als ein eigenständiges Gremium aus Repräsentanten der großen Religionsgemeinschaften in Deutschland. Er trifft sich zweimal jährlich zur gegenseitigen Information, zur Planung des Tages der Religionen sowie zu Stellungnahmen für die Presse und für die Religionsgemeinschaften im interreligiösen Kontext. Seit 1998 ist die Baha'i-Gemeinde am Runden Tisch der Religionen in Deutschland vertreten.  

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Tue, 10 Feb 2015 09:36:00 +0100
Haltlose Anklage gegen jemenitischen Baha'i nach 14 Monaten strenger Haft http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/16/haltlose-anklage-gegen-jemenitischen-bahai-nach-14-monaten-strenger-haft.html Durch Rechtsbeugung haben Behörden in Jemen Hamed Kamal bin Haydara, einen jemenitischen... Diese Anschuldigungen werden zu Beginn des zweiten Jahres seiner Inhaftierung vorgebracht. Während dieser Zeit ist Herr bin Haydara ohne Anklage festgehalten worden und musste verschiedene Arten der Folter sowie harsche psychologische Misshandlungen über sich ergehen lassen. Herr bin Haydaras Ehefrau hat der Reuters Nachrichten-Agentur mitgeteilt, dass ihr Mann in der Gefangenschaft schwer gefoltert wurde, um von ihm ein Geständnis zu erpressen, das zu erhalten, den Behörden nicht gelungen war. Nun leidet Herr bin Haydara infolge der Folter unter chronischen Gesundheitsproblemen. „Die Anschuldigungen gegen Herrn bin Haydara sind haltlos und unsinnig. Sie werden jetzt, nach mehr als ein Jahr der Misshandlung, einschließlich Einzelhaft, vorgebracht. Während dieser Zeit haben die Behörden privat mehrfach ihre religiösen Motive für die Inhaftierung zugegeben“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha'i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York. „Herr bin Haydara ist ein geachteter und aufrichtiger Familienvater, der kein Gesetz übertreten hat. Es ist ein Grundsatz der Baha'i, dass sie nicht missionieren, und alle einheimischen Jemeniten, die den Baha'i-Glauben angenommen haben, haben dies aus eigener Überzeugung getan“, ergänzte Frau Dugal. „Die Beschuldigung der Spionage für Israel ist eine groteske Verfälschung der Realität“, sagte Frau Dugal. „Die historischen Gegebenheiten, die zur Errichtung des administrativen und geistigen Zentrums des Baha'i-Glaubens geführt haben, geschahen lange vor der Existenz des Staates Israel.“ Gehorsam und Loyalität gegenüber der eigenen Regierung ist ein zentrales Prinzip der Baha'i-Lehren, und die Vorstellung, dass Baha'i spionieren würden, ist völlig absurd“, sagte Frau Dugal. „Baha'i gehören seit Jahrzehnten zu Jemen und sind in der gesamten arabischen Region, ja in der ganzen Welt, für ihre friedfertige Haltung und ihre Einstellung des selbstlosen Dienens für die Gesellschaft bekannt.“ Frau Dugal ergänzte, dass die Internationale Bahá’í-Gemeinde dieses gesetzwidrige Vorgehen gegen Herrn bin Haydara verurteilt und seine unverzügliche Freilassung fordert. Die Anschuldigungen seien gänzlich fingiert und entbehren jeder Spur eines Beweises. Diese Kommentare kommen gerade während Anschuldigungen der Behörden, dass Herr bin Haydara kein jemenitischer Staatsbürger sei und seinen Namen gefälscht habe, um in das Land zu kommen. Herr bin Haydara ist auf der Insel Socotra in Jemen geboren und hat als Bürger in diesem Land gelebt. Sein Vater, ein Arzt, ist in den 1940er Jahren aus Iran nach Jemen gekommen. Der Mahra-Sultan von Qishn und Socotra hat ihm in Anerkennung seiner herausragenden Dienste für die Armen die jemenitische Staatsbürgerschaft verliehen. Die Staatsbürgerschaft wurde selbstverständlich und gesetzlich auf seinen Sohn übertragen. Der Sultan hat dem Vater von Herrn bin Haydara seinen jemenitischen Namen als eine Ehre und in Anerkennung seines Respektes für seine Wahlheimat gegeben. „Herr bin Haydara ist ein liebevoller Ehemann und Vater von drei jungen Mädchen, und er ist ein loyaler Büger Jemens“, fuhr Frau Dugal fort. „Aber der vielleicht ironischste und aufschlussreichste Aspekt dieser Anschuldigung ist, dass die Behörden Herrn bin Haydara dafür verurteilt haben, dass er einen ‚hohen moralischen Standard demonstrierte‘, wodurch er das Vertrauen seiner Mitbürger gewonnen hat.“

Quelle: http://news.bahai.org/story/1036

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Fri, 16 Jan 2015 12:53:00 +0100
Terror gegen Charlie Hebdo - Mahnmal für unser Miteinander http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/15/terror-gegen-charlie-hebdo-mahnmal-fuer-unser-miteinander.html Die Bahai in Deutschland teilen den Schmerz der Angehörigen der Opfer der entsetzlichen... Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass diese Schreckenstat nicht nur ein Angriff auf unsere Meinungsfreiheit ist. Sie muss auch als Versuch eines Angriffs auf den friedlichen Kern der Religion schlechthin gedeutet werden. Durch religiösen Fanatismus motivierte Gewalttaten greifen alle friedliebenden Menschen und auch deren religiöse Überzeugungen an, die gemeinsam zur Zielscheibe des Terrors gemacht werden sollen. Im Kern jeder Religion – gleich welchen Namens - ist das Streben nach friedlichem und gerechtem Zusammenleben als im Glauben verankerte Verpflichtung angelegt. Auch der Islam hat über weite Zeiträume seiner Geschichte hinweg diese Kraft unter Beweis gestellt. Verschiedene Entwicklungen - so auch die Folgen weltumspannender Verteilungskämpfe in einer globalen Welt - haben zu Verwerfungen geführt, die Fanatismus und Gewalt fördern und immer mehr Menschen von dem ursprünglichen Anliegen ihrer Religion wegtreiben. 

Die geistig-spirituellen Nöte unserer Zeit und die großen ungelösten sozialen Probleme der Welt lassen nach unserer Auffassung keinen Raum dafür, einzelne Religionen mit dem Blick auf die Geschichte auf- oder abzuwerten. Dies gilt besonders auch für Deutschland, wo das gesellschaftliche und religiöse Miteinander und die Zusammenarbeit aller Menschen ein Hauptanliegen bleiben muss. Mögen die Ereignisse der letzten Tage als Mahnmal wirken und als entschiedene Absage in unserem Land gegenüber allen Arten von Rassismus, gegenüber Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

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Thu, 15 Jan 2015 11:18:00 +0100
Baha’i-Haus der Andacht in Chile nimmt Gestalt an http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/13/neues-bahai-haus-der-andacht-in-chile-nimmt-gestalt-an.html Die Baha’i-Gemeinde in Chile veröffentlicht das siebte Video einer Serie über den Baufortschritt am... Die knapp neunminütige Dokumentation gibt Auskunft über die sich entfaltende Schönheit des Hauses der Andacht, welches am Fuße des Andengebirges mit Blick auf die Stadt Santiago liegt. Das Video zeigt die Fortschritte beim Installieren der flügelartigen Außenschalen, die aus mehr als 8000 gefrästen Platten aus transluzenten Stein bestehen und die neun Seiten des Gebäudes umfassen. Nachdem die Stahlrahmen jeder Schale jetzt montiert sind, ist die Platzierung von Tausenden an Gussglasscheiben, die die äußere Form bilden, in vollem Gange.

Daneben macht die Episode deutlich, wie parallel zu diesem Sakralbau ebenso das Verständnis in den umgebenden Gemeinden wächst, wonach Gottesdienst im Dienst an der Menschheit seinen praktischen Ausdruck finden soll. Die Anbetung Gottes und selbstloser Dienst an der Gesellschaft sind demnach zwei untrennbare Aspekte des Lebens eines Baha’i. 

Jugendliche aus aller Welt kommen nach Santiago de Chile, um dort für eine bestimmte Zeit zur Gemeindebildung in nahegelegenen Ortschaften beizutragen oder direkt auf dem Gelände des Gotteshauses einen Dienst zu leisten. “Was mir an dem Haus der Andacht am besten gefällt, ist, dass es für alle Menschen da ist”, sagt ein Jugendlicher in dem Filmbeitrag. „Es ist nicht nur für eine bestimmte Gruppe gedacht, sondern steht allen offen." 

Das Bewusstsein für die Entstehung des Hauses der Andacht wächst bei der lokalen Bevölkerung mit zunehmendem Baufortschritt. Immer wieder finden Begehungen auf dem Baugelände statt, bei denen die komplexe Beschaffenheit und Ausführung des Projekts vermittelt wird. 

So besuchten über 130 Schüler einer nahe gelegenen Schule das Haus der Andacht und diskutierten während ihres Besuches, welche wichtige Rolle die Jugend zur Besserung der Gesellschaft spielen kann. Ein Abgeordneter der Republik Chile stattete dem Haus der Andacht einen offiziellen Besuch ab. Bei einem Besuch von 30 Beamten aus unterschiedlichen Abteilungen der Stadtverwaltung erhielten diese sowohl Informationen über Inhalte und Ziele der Baha’i-Religion als auch über die Beschaffenheit und Bestimmung des Hauses der Andacht. Die Adolfo Ibanez Universität veranstaltete eine Tagung zur Entwicklung des Hauses der Andacht, an der auch der Architekt Siamak Hariri teilnahm. 

Der Bau des Sakralbaus begann im November 2010. Nach seiner Fertigstellung wird das Gebäude in Santiago de Chile das achte kontinentale Baha’i-Haus der Andacht sein. Baha’i-Häuser der Andacht sind Orte der Besinnung, des Gebets und der Mediation und stehen jedem Menschen offen. Neben den Häusern der Andacht sollen künftig weitere Einrichtungen gebaut werden, die sozialen und humanitären, pädagogischen und wissenschaftlichen Zwecken dienen. So werden sie auch verstärkt Orte des Dienstes am Gemeinwohl sein. 

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Haus der Andacht Tue, 13 Jan 2015 12:20:00 +0100
Zwei Monate im Leichenschauhaus - wie die Baha’i im Iran unsichtbar gemacht werden sollen http://www.bahai.de//artikel/datum/2015/01/03/zwei-monate-im-leichenschauhaus-wie-die-bahai-gemeinde-im-iran-unsichtbar-gemacht-werden-soll.html Shamal Bina verstarb am 28. Oktober 2014 in der südiranischen Stadt Ahvaz. Seitdem liegt sein... In Semnan wurde den dort ansässigen Baha’i mitgeteilt, dass man ihnen nur dann die Genehmigung erteilt, ihre verstorbenen Verwandten zu beerdigen, wenn sie eine Verpflichtungserklärung unterschreiben. Außer ihrem Namen, dem Geburts-und Sterbedatum werden laut diesem Dokument keine weiteren Inschriften auf dem Grabstein gestattet. Auch darf um die jeweilige Grabstätte herum nichts gepflanzt werden, da dies alles als Verbreitung ihres Glaubens angesehen wird. Ähnliche Anordnungen wurden Anfang 2014 für den Baha‘i-Friedhof in Sangsar in der Provinz Semnan ausgestellt. Diane Ala’i, Sprecherin der Internationalen Baha’i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf sagte, dass „in den vergangenen Jahren mehr als 40 Baha‘i-Friedhöfe angegriffen, durch Vandalismus verunstaltet oder geschlossen wurden. In zahlreichen Fällen wurde die Beisetzung von Baha’i von den Behörden entweder gestoppt oder behindert“. "Das Gesamtmuster, das entsteht, ist eine von der Regierung koordinierte Anstrengung, Baha’i im Iran unsichtbar zu machen, indem eine der wenigen verbliebenen öffentlichen Zeichen ihrer Existenz - ihre eigenen, unverwechselbaren Friedhöfe – vernichtet und sie gezwungen werden, sich an muslimische Riten zu halten. Dies stellt ein weiteres Mittel dar, um die Baha’i zu zwingen, ihren Glauben zu leugnen", so Ala'i.  Der bekannteste dieser Vorfälle ist die Zerstörung des historischen Baha‘i-Friedhofes in Schiras. Auf dem Friedhof sind rund 950 Baha’i begraben. Vergangenen September forderten drei UN-Menschenrechtsexperten, die Abrissarbeiten des historischen Friedhofs zu beenden und sprachen von einer „inakzeptablen Verletzung der Religionsfreiheit“. Laut aktuellen Berichten wurden die Bauarbeiten jedoch fortgesetzt und inzwischen 5.000 – 6.000 Quadratmeter Land ausgehoben oder bebaut. An Stelle des Friedhofs soll ein Kultur-und Sportkomplex entstehen. „Die Baha’i im Iran sind ihr ganzen Leben lang nicht nur breitgefächerter Diskriminierung ausgesetzt - Bildung, Arbeit und die freie Religionsausübung werden ihnen vorenthalten. Ihnen wird auch die Würde einen anständigen Begräbnisses verweigert“, sagte Ala’i. Weitere Vorfälle dieser Kampagne: ● Ziba Rohani verstarb im Oktober 2014 in Tabriz. Mindestens acht Tage lang würde ihr Begräbnis von den örtlichen Behörden untersagt werden, es sei denn, man würde sie ohne Sarg beisetzen. Dieses hätte jedoch gegen die Vorschriften der Baha‘i-Bestattung verstoßen. ● Die 11-jährige Mahna Samandari war ein talentiertes junges Mädchen, das invalid wurde und vor kurzem in Tabriz verstarb. Laut Berichten vom vergangenen November wurde ihren Angehörigen die Bestattung auf dem Friedhof von Tabriz verweigert. ● Im November 2014 schlossen Regierungsbehörden den Baha‘i-Friedhof in Mahmoudiyeh in der Provinz Isfahan. Den Baha‘i würde nicht mehr erlaubt, dort begraben zu werden, so die Mitteilung der Behörden. ● Im Juni 2014 wurde aus Tabriz berichtet, dass Beamte das Begräbnis von Tuba Yeganehpour und zwei anderen Baha’i auf dem öffentlichen Friedhof verhinderten. ● Im April 2014 wurde das Grabmal eines bekannten Baha‘i auf dem Baha’i-Friedhof in Sabzevar von einem Unbekannten mit einem Bulldozer zerstört. Wie auch bei anderer solcher Ereignisse in den letzten Jahren ist klar, dass diese Art von schweren Geräten ohne Genehmigung der Behörden nicht hätte eingesetzt werden können. ● In einem Zeitraum von acht Monaten wurde die Beisetzung von mindestens 15 verstorbenen Baha’i auf dem öffentlichen Friedhof von Tabriz verweigert. Die Familien wurden damit gezwungen, ihre verstorbenen Verwandten in eine andere Stadt überstellen zu lassen. Quelle: Bahá'í World News Service]]> Sat, 03 Jan 2015 23:47:00 +0100 UN-Resolution spiegel weltweite Sorge über Menschenrechtsverletzungen im Iran wider http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/12/29/un-resolution-spiegelt-weltweite-sorge-ueber-menschenrechtsverletzungen-im-iran-wider.html Am 18. Dezember brachte die UN-Generalversammlung in einer Resolution ihre Sorge über die... Die Resolution wurde mit 83 zu 35 Stimmen und 68 Enthaltungen verabschiedet und thematisiert die „tiefe Sorge über anhaltende und wiederkehrende Menschenrechtsverletzungen“ im Iran.

Die Abstimmung bestätigt die des Dritten Ausschusses über die gleiche Resolution im November.  Sie folgt den deutlich formulierten Berichten des UN-Generalssekretärs Ban Ki-Moon und des Sonderberichterstatters für Menschenrechte im Iran, Dr. Ahmed Shaheed, die beide ihre Besorgnis über breit gefächerte und anhaltende Menschenrechtsverletzungen im Iran zum Ausdruck gebracht hatten.

Im Einzelnen wird die Besorgnis über die “beunruhigend große Häufigkeit” von Hinrichtungen im Iran, die Anwendung von Folter, die weitverbreiteten Beschränkungen von Grundfreiheiten genannt, insbesondere der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, die Diskriminierung von Frauen und die Verfolgung von Minderheiten, einschließlich der Mitglieder des Baha‘i-Glaubens.

„Wie diese Resolution leider zeigt, sind Iraner selbst grundlegender Menschenrechte beraubt, wie die Gewährleistung der Versammlungsfreiheit oder der Religionsfreiheit und es ist die eigene Regierung, die der eigentliche Menschenrechtsverletzer ist“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha’i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York.

Dugal begrüßte die klare Position, die die Vereinten Nationen hinsichtlich dieser Thematik einnahm. “Diese Resolution ist eine der wenigen Arten der Unterstützung, die iranische Bürger vor dem Hintergrund eines Regimes haben, das sich seit 35 Jahren weigert, die internationalen Menschenrechtsbestimmungen einzuhalten. Dies gilt insbesondere für die iranischen Baha’i, der größten religiösen nicht-muslimischen Minderheit, die ausschließlich aufgrund ihrer Religion weiterhin systematisch und in allen Lebensbereichen verfolgt werden“, sagte Dugal.

Wie auch in früheren Resolutionen wird der Iran aufgefordert, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten und insbesondere dem Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran zu erlauben, in das Land einzureisen.

Anstiftung zu Hass schürt Sorge um Bahá’í im Iran.

Derweil geht die systematische Diskriminierung der iranischen Baha’i-Gemeinde unvermindert weiter. Eine Anti-Bahá’í Demonstration und die Hassrede eines Geistlichen in Rafsanjan, Iran, lassen um die Sicherheit der dort lebenden Baha‘i, die bereits unter zunehmendem wirtschaftlichen Druck stehen, fürchten.

Der Imam des Freitagsgebets in Rafsanjan, Hojatoleslam Abbas Ramezani-Pour, sagte in einer Rede Ende November, dass die Baha’i laut religiöser Fatwas "unrein"  und das es "verboten" sei, mit ihnen Geschäftsbeziehungen zu pflegen oder Handel zu treiben. "Dem legitimen Wunsch der Bevölkerung, dass sie (die Baha’i) nicht in dieser Stadt leben sollen, muss Folge geleistet werden", so Ramezani-Pour.

"Der Imam hat ganz klar zur Vertreibung der Baha’i aus Rafsanjan aufgerufen“,  sagte Bani Dugal. "Solche negativen Aussagen eines stadtbekannten Geistlichen sind extrem beunruhigend und zeigen das tiefgreifende Ausmaß der Diskriminierung. Das Schließen von Geschäften in dieser Stadt und die wirtschaftliche Drangsalierung der Baha’i bewirken bereits schlimmes Leid für die dort ansässigen Baha‘i“, beklagte Dugal.

Ein paar Tage vor der Rede von Ramezani-Pour fand vor dem Büro des Gouverneurs von Rafsanjan eine Anti-Baha‘i-Demonstration statt.

Laut regierungsnahen Medien fand die Demonstration spontan und auf Initiative der örtlichen Bevölkerung statt. Aufnahmen hingegen zeigen eine ganz eindeutig geplante Veranstaltung mit vorgedruckten Plakaten. Auf manchen der Plakate waren Aufschriften zu lesen wie „Die Baha‘i sind unrein“ oder  „kein Raum für ungläubige Verräter auf muslimischen Bazaren“.

“Hasserfüllte Aussagen und die Verbreitung von Unwahrheiten über die Baha’i im Iran sind nicht neu“, äußerte sich Dugal. „Aber diese Vorfälle sind verhängnisvoll, weil Aussagen religiöser Führer und Anstachelung zu Hass gegen eine bestimmte Gruppe in der Vergangenheit zu schwerwiegenden Folgen führten."

Die Baha‘i sind natürlich nicht die einzige Gruppe, auf die von der Kanzel abgezielt wird. Vor kurzem hielt der Imam des Freitagsgebets in Isfahan eine provokative Rede, in der er sagte, dass Verwarnungen im Kampf um die richtige Nutzung des Hijab – des Kopftuchs - aller Frauen nicht mehr genügten. Zwang und Gewalt seien nun vonnöten. Kurz nach seiner Ansprache waren mehreren Frauen Säure ins Gesicht gespritzt worden, weil sie nicht vorschriftsmäßig gekleidet waren.

“Die Aussagen von Geistlichen im Iran haben Einfluss auf die Gedanken derjenigen, die an sie glauben”, so Dugal.

Baha´i im Iran ohne Bürgerrechte

Der in Berlin ansässige gemeinnützige Verein Transparency for Iran berichtete im Dezember über einen einflussreichen iranischen Geistlichen, Ayatollah Moussavi Bojnourdi, nach dessen Aussage Baha’i im Iran keine Bürgerrechte genießen dürften. Sie seien „Feinde des Islam“. "Wir sagen nicht, dass Baha’i-AnhängerInnen im Iran kein Recht auf Bildung haben. Sie haben hier gar keine Bürgerrechte“, sagte er im Gespräch mit Nachrichtenagentur Fars, die der Revolutionsgarde nahesteht. „Christen, Juden und Zoroastrier genießen Bürgerrechte, weil sie semitischen Religionen angehören“, führte der Ayatollah weiter aus. Es ist ein Novum, dass ein hoher Geistlicher in der Islamischen Republik die altiranische Religion des Zoroastrismus offiziell als semitische Religion bezeichnet, so Transparency for Iran.

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Mon, 29 Dec 2014 20:50:00 +0100
Soziale und menschenrechtliche Themen in bestimmten Regionen derzeit weitgehend unangetastet http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/12/10/soziale-und-menschenrechtliche-themen-bleiben-weitgehend-unangetastet.html Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember 2014 sprach der... Ingo Hofmann: Herr Gahler, das Europaparlament hat sich in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Schauplätzen von Menschenrechtsverletzungen befasst. Wo sehen Sie derzeit die Schwerpunkte und wo die größten Einflussmöglichkeiten? Michael Gahler: Die Schwerpunkte liegen zurzeit in den Krisenländern in unserer südlichen und östlichen Nachbarschaft. Wir beschäftigen uns besonders mit dem Schicksal der Eziden und der Flüchtlinge, die versuchen, der ISIS zu entkommen. Wir arbeiten mit Delegationen aus dem Irak und aus Syrien zusammen, die höchst besorgt sind über die Auslöschung einiger der ältesten christlichen Gemeinden in dieser Region. Die Flüchtlingswellen aus dem Norden Afrikas bereiten uns große Sorge. Dies sind Themen, mit denen der Ausschuss für Menschenrechte der Europäischen Union befasst ist. Viele Menschenrechtler sind derzeit in Sorge, dass außen-und sicherheitspolitische Fragen kaum noch Spielraum für die gravierenden menschenrechtlichen Probleme lassen. Teilen Sie die Sorge? Durchaus, beispielsweise sehen wir das am Fall Ägyptens, wo trotz aller Bedenken eine gewisse Stabilität nach außen derzeit im Vordergrund des Interesses steht. Soziale und menschenrechtliche Themen bleiben dabei weitgehend unangetastet. Auch werden die dort bestehenden Probleme von Minderheiten nicht thematisiert. Ähnliches  gilt für die Situation in Äthiopien, wo viele Konflikte außer Acht gelassen werden, da es als „Ankerland am Horn von Afrika“ gilt. Ungeachtet dessen kümmern wir uns durchaus auch um menschenrechtliche Fragen bis hin zu Einzelfällen, beispielsweise Verhaftungen, die wir sehr ernst nehmen. Stichwort Menschenrechtsdialog des Europaparlaments mit dem Iran, der zuletzt 2004 ergebnislos abgebrochen wurde. Letztes Jahr zeichnete sich ein neuer Anlauf ab, der jedoch ins Stocken geriet. Die große Sorge der Bahá’í gegenüber einer Wiederaufnahme ist, dass der Iran darauf drängen wird, konkrete Themen auszublenden und den Dialog auf der Ebene genereller theoretischer Debatten zu führen - die brennenden Themen bleiben außen vor. Die Sorge ist berechtigt, aber wir werden der bekannten Neigung des Iran nicht nachkommen. Die Situation der Baha’i als einer der dort am meisten diskriminierten Gruppen ist bekannt. Auch andere Gruppen wie Kurden oder sunnitische Minderheiten sind davon betroffen. Wenn ein Dialog Sinn machen soll, dann nicht über abstrakte Menschenbilder und angeblich kulturelle Gegebenheiten, die immer den Argumenten der Machtinhaber angepasst sind. Ich halte es mit Shirin Ebadi, die wiederholt beim Europäischen Parlament war und erklärte, dass alle die an das Wort „Menschenrechte“ ein Adjektiv anhängen, ob iranisch, afrikanisch oder asiatisch nur ein Argument suchen, ihnen diese zu verweigern – da gehen auch wir nicht mit. Eine letzte Frage: Die EU hat 2008 „Leitlinien zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern“ aufgestellt. Unsere konkrete Sorge gilt den sieben „Yaran“, der ehemaligen Führungsspitze der Baha’i im Iran, die als Verteidiger von Bürgerrechten zu je 20 Jahren Haft verurteilt wurden. Wir sorgen uns auch um den ebenfalls inhaftierten Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani, der auch als primärer Verteidiger der Yaran tätig war. Wird die EU diese Fälle wieder aufgreifen? Erklärungen der EU haben wiederholt die Yaran aufgegriffen, auch die Inhaftierung von Soltani, dies auch in den verschiedenen Debatten, die in diesem Zusammenhang geführt worden sind. Nach unserer Überzeugung sind sie unschuldig und nur in Haft, weil sie Baha‘i sind, daher sind sie unverzüglich freizulassen. Das ist eine stehende Forderung und ich bin gerne bereit, mich dafür einzusetzen, dass wir das bei nächster Gelegenheit wieder aufgreifen. Herr Gahler, ich danke für das Gespräch. Das Gespräch wurde am 7.12.2014 am Europäischen Haus der Andacht der Baha’i geführt und vom Herausgeber leicht gekürzt.  ]]> Wed, 10 Dec 2014 02:25:00 +0100