Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/ Neuigkeitende Bahá'í Deutschland http://www.bahai.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.bahai.de/ 1816NeuigkeitenTYPO3 - get.content.righthttp://blogs.law.harvard.edu/tech/rssThu, 20 Nov 2014 10:09:00 +0100 UN-Resolution sendet deutliches Zeichen für Menschenrechte an den Iran http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/11/20/un-resolution-sendet-deutliches-zeichen-fuer-menschenrechte-an-den-iran.html Ein deutliches Signal für die Menschenrechte setzte heute der Dritte Ausschuss der...Vereinte Nationen, New York – Mit 78 zu 35 Stimmen und 69 Enthaltungen nahm der Dritte Ausschuss der UN-Generalversammlung eine  Resolution  an, in der die „tiefe Sorge" über schwerwiegende fortdauernde und sich wiederholende Menschenrechtsverletzungen“ im Iran zum Ausdruck kommt.

Die sechsseitige Resolution zählt die hohe Zahl an Hinrichtungen, Einschränkungen von Versammlungs- und Meinungsfreiheit, das Ins-Visier-Nehmen von Journalisten, die alles durchdringende Ungleichbehandlung der Geschlechter und religiöse Diskriminierung, darunter auch der iranischen Bahá’í, zu den Sorgen der Generalversammlung.

“Abschnitte dieser Resolution senden dem Iran das deutliche Signal, dass die internationale Gemeinschaft die Menschenrechtsverletzungen in diesem Land nicht ignorieren wird - ungeachtet der weltweiten Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen,”, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen.

„Sie  zeigt auch, dass die Internationale Gemeinde die wiederholten Behauptungen des Iran, er würde seine Menschenrechtssituation verbessern, nicht akzeptiert.“

“Für die iranischen Bahá’í gibt es jedenfalls keinerlei Verbesserung und die Atmosphäre religiöser Diskriminierung hat sich im ganzen Land nur verschlimmert“, sagte Dugal.

Die Annahme der Resolution im Dritten Ausschuss erfolgte nach deutlich formulierten Berichten des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon und dem Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed über ihre tiefe Beunruhigung angesichts weit verbreiteter und fortwährender Menschenrechtsverletzungen in dem Land.

In dem Bericht von Herrn Ban heißt es beispielsweise, dass sich die Menschenrechtssituation für religiöse und ethnische Minderheiten nicht verbessert habe. „Religiöse Minderheiten wie die Bahá’í oder Christen erleben Verletzungen in Gesetz und Praxis“, schrieb er.

Dr. Shaheed nannte ebenfalls eine große Bandbreite an Verletzungen - von dem Mangel an Rechtsstaatlichkeit, insbesondere bei Hinrichtungen bis hin zu “nicht aufhörenden willkürlichen Verhaftungen, Inhaftierungen und Verurteilungen von Menschen , die ihre Grundrechte ausüben.”

Zehn Abschnitte seines Berichts widmete Dr. Shaheed der fortwährenden Verfolgung der iranischen Bahá'í. Er stellte fest, dass sie eine breit gefächerte Diskriminierung bei Bildung und Arbeit erleiden und sich mehr als 100 Bahá’í sind in Haft befinden.

Die heutige Resolution stellt “mit Sorge” fest, dass der Iran die Versprechungen, die er im Jahr 2010 bei seiner ersten Universellen Periodischen Überprüfung ("Universal Periodic Review", UPR) gegenüber dem Menschenrechtsrats in Genf machte, „nur mangelhaft“ umsetzte.

Die “fortwährenden Diskriminierungen, Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen” gegenüber den Bahá'í, die Forderung nach Freilassung der sieben inhaftierten Bahá’í-Führungsmitglieder, das Beenden der „Kriminalisierung von Bemühungen für Bahá’í-Jugendliche eine Hochschulbildung zu ermöglichen“ und die allgemeine „Emanzipierung“ der iranischen Bahá’í-Gemeinde werden in der Resolution besonders betont.

Wie auch in früheren Resolutionen wurde der Iran aufgefordert, internationalen Menschenrechtsbeobachtern zu erlauben, in den Iran einzureisen. Obwohl der Iran seit 1968 zu den Unterzeichnern des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte zählt, wurde diese Forderung seitens der Islamischen Republik abgelehnt.

Die Resolution wurde von Kanada eingebracht und hatte 45 weitere Co-Sponsoren, zu denen auch Deutschland zählt. Es war die 27. Resolution der Generalversammlung über Menschenrechte im Iran seit 1985.

- Bahai World News Service:  http://news.bahai.org/story/1030

]]>
Thu, 20 Nov 2014 10:09:00 +0100
Im Iran erfolgen breit angelegte Angriffe auf Geschäfte der Baha’i http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/11/12/im-iran-erfolgen-breit-angelegte-angriffe-auf-geschaefte-der-bahai.html Ende Oktober stand der Iran während des UPR-Verfahrens („Universelles Periodisches...Vor dem Menschenrechtsrat in Genf behaupteten Repräsentanten des Landes, dass sie die Menschenrechte aller ihrer Bürger achten und hochhalten. Zeitgleich gingen die Behörden in einer bestimmten Region des Iran mit breit angelegten, systematisch geplanten und gezielten Angriffen gegen Baha'i-Geschäftsinhaber vor. Für unzählige Familien, die sowie schon unter den Auswirkungen der Regierungspolitik leiden, bedeutet dies weiteres Leid und Elend.


Der Versuch, das wirtschaftliche Leben der Baha‘i zu zerstören, gehört schon seit der Islamischen Revolution 1979 zu den Facetten staatlicher Verfolgung, als die Regierung begann, alle im öffentlichen Dienst beschäftigten Baha‘i zu entlassen. Anschließend ging sie dazu über, den Baha‘i im Bereich der Privatwirtschaft die Geschäftslizenzen abzuerkennen. Auf diese Weise verloren Tausende Baha’i über die letzten dreißig Jahre ihre Arbeit und damit die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.


Am 25. Oktober begannen Beamte nun damit, in Kerman, Rafsanjan und Jiroft 79 von Baha’i geführte Geschäfte zu versiegeln, die aufgrund eines arbeitsfreien Baha‘i-Feiertages geschlossen waren. In dem offensichtlichen Versuch, den guten Ruf der Geschäftsinhaber zu besudeln, befestigten die Beamten Plakate, die besagten, dass die Inhaber Geschäftsvorschriften und Handelspraktiken verletzt haben.


In vergangenen Jahren äußerten Beamte ebenfalls Einwände gegen die Schließung der Geschäfte von Baha’i wegen eines Feiertages und behaupteten, dass die Schließung der Verbreitung der Baha‘i-Religion gedient habe.


Die Baha’i genießen unter ihren Mitbürgern den Ruf, in all ihren Geschäftsangelegenheiten ehrlich und aufrichtig zu sein- einschließlich gegenüber ihren muslimischen Angestellten und Kollegen sowie bei Kunden und Auftraggebern.


Die Mitglieder der Baha‘i-Gemeinde schlagen jeden ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsweg ein, um Gerechtigkeit für sich zu fordern.  Auch wenn offensichtlich ist, dass diese Vorgehensweisen staatlich gefördert sind, fordern sie die Behörden auf, Beweise für die unbegründeten Vorwürfe vorzubringen. Sie fordern zudem, dass man ihnen die spezifischen Gesetze und Richtlinien zeigt, gegen die sie angeblich verstoßen haben sollen.


“Die Repräsentanten eines Staates, der behauptet, dass seine Verfassung und sein Gesetz auf den Lehren und Prinzipien des Islam basieren, würden gut daran tun darüber nachzudenken, welchen Einfluss ihre Doppelzüngigkeit auf die junge Generation und die Zukunft ihres Landes hat“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York. „Wir fordern alle Regierungen auf, Druck auf die iranischen Regierung auszuüben, damit sie diese und alle anderen Formen der Diskriminierung gegen die iranischen Baha’i beenden. Sie haben sich wegen keines der gegen sie vorgebrachten Vorwürfe schuldig gemacht und sind als loyale, gesetzestreue Bürger lediglich daran interessiert, sich für die Besserung ihres Landes einzusetzen.“


Quelle: http://news.bahai.org/story/1027

]]>
Wed, 12 Nov 2014 11:56:00 +0100
Iran geht auf Forderungen nach mehr Religionsfreiheit nicht ein http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/10/31/iran-geht-auf-forderungen-nach-mehr-religionsfreiheit-nicht-ein.html Bei der umfassenden Überprüfung seiner Menschenrechtslage wurde der Iran wiederholt von anderen... “Auf Fragen der Mitgliedsstaaten bezüglich der Bahá’í verdrehte der Vertreter des Iran wieder einmal völlig die Tatsachen und behauptete scheinheilig, dass die Bahá’í alle Bürgerrechte genießen würden.“ “Wenn in dem, was er sagte, auch nur ein Funken Wahrheit stecken würde - warum wurden dann am Samstag mindestens 79 Geschäfte von Bahá’í in Kerman, Rafsanjan und Jiroft von Beamten versiegelt, weil die Geschäfte an diesem Tag aufgrund eines Bahá’í-Feiertages keinen Handel trieben? Diese Schließungen verletzen ganz offensichtlich das Recht dieser iranischen Bürger, ihre Religion auszuüben“, sagte Alai. “Und warum durften sich Bahá’í in den letzten dreißig Jahren nicht an Universitäten einschreiben, im öffentlichen Dienst beschäftigt werden oder noch nicht einmal in eigenen Geschäften ihren Lebensunterhalt verdienen?“ fragte Alai. Alai wies darauf hin, dass Regierungen aller Erdteile das Thema der religiösen Intoleranz im Iran aufbrachten und dass die Sorge über das, wie die Bahá’í, Christen, sunnitische Muslime und Sufis behandelt werden, immer wieder und konkret zur Sprache kam. Auch die weit verbreitete Diskriminierung von Frauen, die Inhaftierung von Journalisten und Menschenrechtsverteidigern und die maßlose Anwendung der Todesstrafe bei einem gleichzeitigen Mangel an Rechtsstaatlichkeit seien für viele Regierungen Grund zur Sorge.
“Leider sind die Kommentare der iranischen Vertreter wieder einmal nichts als Ausflüchte, egal ob es um das Thema Religionsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit oder Rechtsstaatlichkeit bei Gerichtsverfahren geht”, so Alai.
Alai betonte, dass die iranischen Vertreter auch versuchten, die Idee einer "multikulturellen Universalität der Menschenrechte" einzuführen.
“Ein solches Konzept würde der Regierung die Lizenz den Freischein geben, internationale Menschenrechtsgesetze so auszulegen, wie es ihr gefällt, was sie im Fall der Bahá’í, Frauen und anderen sowieso schon tut“, fügte Alai hinzu.
Die heutige Sitzung ist Bestandteil einer Überprüfung, die alle vier Jahre vor dem UN-Menschenrechtsrat stattfindet und als Universelles Periodisches Überprüfungsverfahren (Universal Periodic Review, UPR) bekannt ist. Mehr als 100 Regierungen gaben Kommentare ab, reichten Fragen ein oder sprachen Empfehlungen an den Iran aus. Mehr als 100 Bahá’í sitzen derzeit in iranischen Gefängnissen. Der Zugang zu Hochschulbildung ist ihnen verwehrt und vielen Beschäftigungssparten werden sie offiziell diskriminiert. Die Regierung führte auch eine gut dokumentierte Hasskampagne gegen die Bahá’í in den Medien durch und schränkt ihr Recht auf Religionsausübung stark ein. Der Bahá’í-Glaube ist die größte nicht-muslimische religiöse Minderheit im Iran.  Die letzte UPR durchlief der Iran im Februar 2010. Bei dieser Sitzung sprach der Rat 188 Empfehlungen aus, wie der Iran dafür sorgen könne, dass internationale Menschenrechtsgesetze besser eingehalten werden. Der Iran "akzeptierte" diese bzw. versprach, etwa 123 dieser Empfehlungen zu erfüllen. Mindestens 34 Empfehlungen betreffen unmittelbar die Bahá’í und ihre Situation. Wie in einem kürzlich erfolgten Bericht der BIC mit dem Titel “Unerfüllte Versprechungen” belegt ist, hat der Iran jedoch völlig dabei versagt, auch nur eine dieser 34 Empfehlungen umzusetzen.
“Wie der Iran mit seinen Bahá’í-Bürgern umgeht ist wirklich ein Lakmus-Test, ob die Regierung die Rechte aller ihrer Bürger achtet”, sagte Alai. „Bahá’í sind vollkommen friedfertig und stellen keine Bedrohung für die Regierung dar, deshalb gibt es keinen Grund, ihre Rechte nicht einfach zu schützen.“
- Bahá'í World News Service: http://news.bahai.org/story/1028]]>
Fri, 31 Oct 2014 17:29:00 +0100
Minderheiten miteinzubeziehen kann dazu beitragen, Extremismus und Hass entgegenzuwirken http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/10/30/minderheiten-miteinzubeziehen-kann-dazu-beitragen-extremismus-und-hass-entgegenzuwirken.html Ethnische und religiöse Minderheiten sollten stärker in das Regierungshandeln eines Landes... Ethnische und religiöse Minderheiten sollten stärker in das Regierungshandeln eines Landes eingebunden werden, und zwar als Gegengewicht zu Gewalt und Extremismus. Dafür plädierten bei einer Veranstaltung des UN-Ausschusses für Religions-und Glaubensfreiheit in New York die UN-Experten Dr. Heiner Bielefeld und Rita Izak. „Sie glauben gar nicht, wie stark eine Gemeinschaft gespalten wird, wenn Minderheiten nicht an der Regierung beteiligt werden“, sagte Rita Izsak, die UN-Sonderberichterstatterin für Minderheiten ist. Dr. Heiner Bielefeld, Sonderberichterstatter für Glaubens- und Religionsfreiheit, fügte hinzu, dass alle davon profitierten, wenn Minderheiten respektiert werden. Um sicherzustellen, dass die Rechte von ethnischen und religiösen Minderheiten auf allen Ebenen nicht nur oberflächlich geschützt werden, müssen die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten größere Anstrengungen unternehmen, so Izak und Bielefeld. Es reiche nicht aus, wenn Regierungen sagten, dass „unsere Bevölkerungsgruppen sich einfach nicht vertragen“. „Dies trifft so nie zu”, meinte Izsak. „Die größte Herausforderung ist der Mangel eines verantwortungsvollen Regierungshandelns. Konkurrenz um Macht und Ressourcen ist normal. Das Problem ist, dass nicht immer ein fairer Wettbewerb herrscht. Denn manche Gruppen sind von Anfang an von diesem Wettbewerb ausgeschlossen.” Wenn beispielsweise Strafjustizsysteme verbessert würden, könnten diejenigen, die im Namen ihrer ethnischen oder religiösen Gruppe Korruption ausüben oder ethnischen oder religiösen Hass schüren, auf dem Rechtsweg verfolgt werden. Auf diese Weise würde eine Menge Hass ausgemerzt werden”, schlussfolgerte Rita Izsak. Dr. Bielefeldt betonte, wie wichtig es ist, das internationale Menschenrechtsregelwerk zu nutzen, um den Schutz von Minderheiten zu verbessern. Seiner Meinung nach käme dies letztendlich auch der Lebensqualität der Mehrheit zu Gute. „Es sind die Minderheiten, die den Vorteil der Religions- und Glaubensfreiheit erkennen. Die großen Religionen profitieren jedoch ebenfalls davon  und daher müssen umfassende Allianzen gebildet werden, um Religions- und Glaubensfreiheit als Teil der Menschenrechte breit zu fördern. Man kann sich nicht für Minderheiten einsetzen, ohne dabei die Mehrheit im Blick zu haben“, so Bielefeld. Die zweistündige Veranstaltung stand im Zusammenhang mit der Präsentation der Jahresberichte von Rita Izsak und Dr. Heiner Bielefeldt vor der UN-Generalversammlung diese Woche. Den vollständigen Bericht finden Sie hier. Quelle: www.bic.org]]> Thu, 30 Oct 2014 10:52:00 +0100 Iranischer Präsident Rohani spricht vor UNO http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/26/praesident-rohani-spricht-vor-un-generalversammlung.html Auch nach einem Jahr Rohani tritt der Iran die Menschenrechte weiter mit Füßen. In seiner gestrigen Rede vor der 69. UN-Vollversammlung ließ der iranische Präsident Hassan Rohani die Erwähnung fundamentaler Menschenrechtsthemen vermissen, so auch die Menschenrechtslage der religiösen und ethischen Minderheiten im Iran.

“Vor einem Jahr machte Präsident Rohani bei seinem Amtsantritt zahlreiche Versprechungen, die Menschenrechtslage im Iran zu verbessern, darunter die Zusicherung, religiöse Diskriminierung zu beenden“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York.

“Leider hat er diese Versprechen nicht erfüllt. Die Tatsache, dass er die Menschenrechte in seiner heutigen Rede vor den Vereinten Nationen nicht einmal erwähnte, untermauert diese Tatsache.“

Der Iran verstößt nach dem Jahresbericht des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon weiterhin massiv gegen die Menschenrechte. Es gebe keine Anzeichen der Verbesserung in den von der Weltorganisation beanstandeten Bereichen. Trotz der vielversprechenden Zusagen Hassan Rohanis, eine Verbesserung der Menschenrechtslage in seinem Land herbeizuführen,  wurden diese Versprechen größtenteils nicht erfüllt. “Trotz der Signale von Präsident Rohani in Richtung größere Offenheit für Meinungs- und Vereinigungsfreiheit sowie das Recht, sich friedlich zu versammeln, hat die Regierung kein förderliches und sicheres Umfeld geschaffen, um freie Meinungsäußerung zu ermöglichen”, sagte Ban.

“Religiöse Minderheiten wie die Bahá’í oder Christen sind Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, die in Recht und Praxis tief verwurzelt sind. Schikane, Razzien und die Anstiftung zu Hass werden von den Behörden häufig angewandt, um die Bahá’í-Gemeinde zu unterdrücken“, sagte er weiterhin.

„Der Lackmustest für die Aufrichtigkeit des Iran, Menschenrechte zu verbessern, ist die Behandlung der Baha‘i-Gemeinde, einer religiösen Minderheit, die weltweit für ihre Friedfertigkeit bekannt ist und keine Bedrohung für die Regierung darstellt“, fügte Dugal hinzu. „Nichtsdestotrotz sind mehr als 100 Bahá’í weiterhin inhaftiert und Tausenden wird eine Hochschulbildung verwehrt oder sie werden wirtschaftlich benachteiligt als Folge der Regierungspolitik. Inzwischen werden neue Taktiken angewandt, um diese Art der Diskriminierung abstreiten zu können.“

Bani Dugal wies darauf hin, dass Präsident Rohani von vielfachen „Täuschungen“ sprach, die Extremismus und Hass gegen den Iran schüren.

“Der Iran hat jedoch seine eigenen Wahnvorstellungen über den Bahá’í-Glauben verbreitet. Während der Amtszeit von Präsident Rohani hat die von der Regierung geförderte anti-Bahá’í-Propaganda sogar zugenommen”, sagte sie und führte aus, dass sich die Vorfälle von Anti-Bahá’í-Propaganda in staatlichen Medien in der ersten Jahreshälfte 2014 von 55 im Januar auf 565 im Juni verzehnfacht habe.

Laut Dugal muss die Tatsache, dass Präsident Rohani die Besserung der Menschenrechtslage im Iran mit keiner Silbe erwähnte, dazu führen, dass die Welt ihm ein paar ernste Fragen stellt “Erstens: Wann wir der Iran den Menschenrechtsverpflichtungen nachkommen, die zu schützen er im Internationalen Pakt über bürgerliche und zivile Rechte zugestimmt hat, darunter Versammlungsfreiheit, Schutz für Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit?“

“Zweitens, wann wird die Regierung die systematische Verfolgung der Baha‘i, die sich für die Besserung ihres Landes einsetzen, beenden? Wie kann dies heutzutage einer friedlichen Gruppe der Gesellschaft untersagt werden?“ (BWNS)]]>
Fri, 26 Sep 2014 17:34:00 +0200
Eine starke Bewegung gegen Rassismus – Gründung der „Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Frankfurt am Main - Die Baha‘i-Gemeinde Deutschland ist Gründungstifter http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/25/eine-starke-bewegung-gegen-rassismus-gruendung-der-stiftung-fuer-die-internationalen-wochen.html In feierlichem Rahmen fand am 14. September 2014 im Frankfurter Haus am Dom die offizielle Gründung... Internationalen Wochen gegen Rassismus statt, bei denen sich Schulen, Vereine, Gewerkschaften, Betriebe, Kommunen und andere Gruppen mit vielfältigen Veranstaltungen beteiligen.  Angesichts des Antisemitismus und der zunehmenden Ablehnung von Roma, Muslimen und Flüchtlingen ist diese Arbeit heute besonders dringlich, so der Vorsitzende des Interkulturellen Rates und Geschäftsführer der Stiftung, Dr. Jürgen Micksch. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus mit bundesweit mehr als 100.000 Teilnehmenden und mehr als 1300 Aktivitäten gehen nun damit in eine eigenständige Stiftung über. Damit setzen die Gründungsstifter und Sponsoren ein klares Zeichen, dass für Rassismus und Ausgrenzung kein Platz ist. Der ehemalige DFB Präsident Dr. Theo Zwanziger initiierte die Gründung der gemeinnützigen Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Man müsse in Sportvereine und Schulen gehen und Aufklärungsarbeit leisten, sagte Theo Zwanziger, Vorsitzender des Stiftungsrates. Neben Zwanziger beteiligen sich als weitere Gründungsstifter unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, der Förderverein PRO ASYL, der Interkulturelle Rat in Deutschland und die Bahá'í-Gemeinde in Deutschland. Bisher gab es vereinzelte lokale Aktivitäten der Bahá'í. Mit der Gründungsstiftung möchte sich die Bahá'í-Gemeinde in Deutschland bundesweit auf den Weg machen, um gemeinsam mit weiteren Akteuren ein Umfeld frei von zerstörerischen Vorurteilen zu schaffen. „Der zunehmende Rassismus in unserem Land ist ebenso unübersehbar wie beunruhigend. Er äußert sich immer mehr auch als Anfeindung und Ausgrenzung vermeintlich „andersartigen“ Gruppen. Vorurteile und Rassismus sind nicht angeboren, sondern werden durch die Erziehung und das soziale Umfeld geprägt. Folglich gilt es eine Kultur aufzubauen, die durch gegenseitige Unterstützung und gemeinsamer Teilhabe ihre Vielfalt nutzt und zum Wohle der gesamten Gesellschaft einsetzt. Dies ist eine Arbeit, die wir nicht alleine bewältigen können. Daher ist es für die Baha’i Gemeinde in Deutschland der natürliche nächste Schritt die Arbeit in dieser Stiftung zusammen mit ihren weiteren Gründungsstiftern anzugehen“, kommentierte der Sprecher der Baha’i-Gemeinde in Deutschland, Prof. Ingo Hofmann, die Beweggründe der Gemeinde, Gründungsstifter zu werden. Die Stiftung plant und koordiniert künftig die Aktionswochen und fördert darüber hinaus Modellprojekte zur Überwindung von Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten. Neben der offiziellen Stiftungsgründung wurde der ehemalige WDR Intendant Fritz Pleitgen zum neuen Botschafter der Internationalen Wochen gegen Rassismus ernannt. Die kommenden Aktionswochen werden vom 16.- 29. März 2015 stattfinden. ]]> Thu, 25 Sep 2014 10:36:00 +0200 Unerfüllte Versprechen - Irans Versagen in der Menschenrechtspolitik http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/20/unerfuellte-versprechen-irans-versagen-in-der-menschenrechtspolitik.html Der Iran hat eine Reihe von Versprechen bezüglich des Umgangs mit den Baha'i im eigenen Land in... Der Bericht „Unfulfilled Promises" (dt."Unerfüllte Versprechen“) wurde Anfang dieser Woche im UN-Hauptquartier in Genf vorgestellt. Dieser geht auf 34 spezifische Zusagen ein, die der Iran im Februar 2010 beim UN-Menschenrechtsrat gemacht hatte und die in irgendeiner Weise dazu beitragen könnten,  schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Baha’i entgegenzuwirken.

“Der Iran hat vollkommen darin versagt, seinen Verpflichtungen nachzukommen, die er vor vier Jahren in Hinblick auf die Verbesserung der Menschenrechtslage der Baha‘i, eingegangen ist,“ kommentierte Diane Alai, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde (BIC) bei den Vereinten Nationen in Genf.

“Der Menschenrechtsrat beruht auf dem Standpunkt, dass sich seine Mitglieder für die Wahrung und Förderung der Menschenrechte ehrlich und aufrichtig einsetzen. Der Iran, mit seinen „unerfüllten Versprechungen“, ist ein trauriger Beweis für Diskrepanz zwischen der Rhetorik des Landes und seiner Realität“, so Alai.

Die Zusagen des Iran erfolgten im Rahmen des sogenannten Universal Periodic Review (UPR). Alle vier Jahre findet bei den Mitgliedstaaten im Rahmen des UPR Prozesses eine Prüfung ihrer Menschenrechtsbilanz statt. Allen Staaten werden die gleichen Bewertungskriterien auferlegt. Die erste UPR Prüfung des Iran erfolgte im Februar 2010, die nächste steht im Oktober 2014 an.

Während der Überprüfung im Jahr 2010 akzeptierte der Iran 123 von anderen Ländern gemachte Empfehlungen hinsichtlich der Verbesserung ihrer Menschenrechte.

Vier dieser Empfehlungen bezogen sich speziell auf den Umgang mit der Baha‘i-Gemeinde.

·http://news.bahai.org/sites/news.bahai.org/files/imagecache/bwns_imagewidget/sites/news.bahai.org/files/images/1019_02.jpg

The booklet recounts the story of Ataollah Rezvani, who was shot and killed in Bandar Abbas in August 2013, as an example of continued attacks on Baha'is since… »

·http://news.bahai.org/sites/news.bahai.org/files/imagecache/bwns_imagewidget/sites/news.bahai.org/files/images/1019_03.jpg

Speaking today at the launch of the new "Unfulfilled Promises" report in Geneva were, left to right, Mahnaz Parakand, Simin Fahandej, and Diane Ala'i. Ms.… »

Drei der vier Empfehlungen, die der Iran akzeptierte, forderten insbesondere einen  “fairen und transparenten” Gerichtsprozess der sieben ehemaligen Baha‘i-Führungsmitglieder, der zeitgleich während des UPR im Jahr 2010 stattfand.

“Wie jeder weiß, war dieses Gerichtsverfahren durch zahlreiche Verletzungen eines ordnungsgemäßen Prozess geprägt – vom Ausschluss der Öffentlichkeit bis hin zur offensichtlichen Befangenheit der Richter”, sagte Alai. Das Urteil der Sieben gleiche nach Auskunft der Verteidiger “eher einer politischen Kundgebung, als einem rechtsgültiges Dokument“ und bringe „keine Belege für diese Unterstellungen hervor.“

Eine weitere Empfehlung fordert den Iran auf, diejenigen strafrechtlich zu verfolgen, die zu Hass gegen die Baha‘i anstiften.“In der ersten Jahreshälfte von 2014 stieg die Zahl solcher Angriffe in den Medien drastisch an – von 55 im Januar auf mindestens 565 im Juni“, zitierte Alai Zahlen aus dem Bericht. „Die Regierung unternahm jedoch nichts dagegen, da diese Angriffe auf Veranlassung der Regierung geschahen“.

“Baha’i haben weiterhin keinen Zugang zu jeglicher Art von iranischen Medien, in denen sie falsche Aussagen und Anschuldigungen gegen sich und ihren Glauben widerlegen könnten. Die Falschdarstellungen ziele auf nichts weniger ab als die Bevölkerung gegen die Baha‘i aufzuwiegeln und ihre Verfolgung zu rechtfertigen“, sagte Alai.

Weitere 26 Empfehlungen betreffen Menschenrechte, wie den Schutz vor Folter oder Freiheit von wirtschaftlicher Diskriminierung oder auch Zugang zu Bildung, welcher den Baha’i in vergangenen Jahren ebenfalls vorenthalten wurde.

“Unser Bericht belegt, dass keine einzige dieser Verpflichtungen erfüllt wurde“, sagte Alai.

Derzeit sind mehr als 100 Baha‘i ausschließlich aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen in Haft.

Bei der Präsentation des Berichts wurde auch Mahnaz Parakand, eine der Rechtsanwälte, die 2010 die sieben inhaftierten Baha‘i-Führer zu verteidigte, vorgestellt. Sie sagte, es sei klar gewesen, dass der Ausgang des Prozesses von vorneherein feststand. „Die Justiz ist zu einem Ort geworden, die die Freiheit der Menschen einschränkt”, sagte Parakand. „Die Richter des Revolutionsgerichtes sind zu Maschinen geworden, die einfach die Urteile, die das Informationsministerium gefällt hat, unterschreiben.“

“Die Art und Weise wie das Verfahren geführt wurde, zeigt, dass der gesamten iranischen Baha‘i-Gemeinde der Prozess gemacht wurde, nicht nur den sieben Führungsmitgliedern”, sagte Parakand. Quelle: http://news.bahai.org/story/1019]]>
Sat, 20 Sep 2014 03:03:00 +0200
Neue Perspektiven der interreligiösen Verständigung - eine nähere Betrachtung http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/12/eine-naehere-betrachtung-des-religioesen-zusammenlebens-aufgrund-juengster-ereignisse.html Als im April 2014 ein Mitglied der geistlichen Schicht Irans der weltweiten Bahá’í-Gemeinde eine...

Das Geschenk von Ayatollah Hamid Masoumi Tehrani war an sich in hohem Maße bemerkenswert. Doch für die Bahá’í ist es vor allem die ihm zugrundeliegende Motivation, die Beifall und Beachtung verdient. Die Tatsache, dass er in der Vergangenheit ähnliche Schritte der Annäherung gegenüber Christen unternommen hat, weist auf ein Herzensanliegen hin, das Miteinander in seinem Heimatland zu fördern. Hierbei ist er nicht allein; es sind Scharen in Iran und überall in der Welt, die sich nach Frieden und Einklang sehnen. Die meisten bekennen, dass sie selbst nicht wissen, wie dies erreicht werden kann.

Die jüngste Welle von Kommentaren und Antworten, die religiöse Repräsentanten weltweit zum Thema des friedlichen Miteinanders geäußert haben, bietet Anlass, die historischen Umstände, die dem Akt des Geschenks dieses hochrangigen Geistlichen vorausgingen, zu würdigen.

Historischer Kontext

Seit 1844, als der Bahá’í-Glaube begründet wurde, haben seine Anhänger unter den aufeinander folgenden Regierungen eine endlose Welle von Verfolgungen erleiden müssen. Mehr als 20.000 wurden wegen ihrer Glaubensüberzeugung getötet und Abertausende erduldeten ungerechte Haftstrafen. Hinrichtungen, Mord, Folter und gewalttätige Übergriffe zählen zu den offenen Formen Verfolgung.

Aber die Verfolgung der Bahá’í im Iran nahm auch andere Formen an: ausgedehnte Enteignung von Besitz, von administrativen Zentren und Heiligtümern; Entweihung einiger der heiligsten Stätten der Gemeinde sowie von Friedhöfen; Vandalismus in Wohnungen, dabei auch Brandstiftung; Schikanieren von Bahá’í-Kindern in ihren Schulklassen; Verbreitung grober Falschdarstellungen der Lehren und Geschichte der Bahá’í in schulischem Unterrichtsmaterial; Ausschluss der Jugend von Hochschulstudium; willkürlicher Entzug von gewerblichen Konzessionen; Schließung von Geschäften; und die Liste ist noch nicht zu Ende.

Bis zum heutigen Tag werden die Bahá’í regelmäßig in staatlich geförderten Medien als religiöse Häretiker dargestellt, mit Unmoral und okkulten religiösen Zeremonien in Verbindung gebracht. Gleichzeitig werden sie regelmäßig beschuldigt, Spione verschiedener Regierungen zu sein. Und wiederholt haben religiöse Führer Bevölkerungsgruppen zur Gewalt gegen die Gemeinde angestiftet, die ungestraft blieb.

Seit 1979 sind mehr als 200 iranische Bahá’í getötet worden, und hunderte andere sind gefoltert und eingekerkert worden.

Und wie viele der Täter dieser abscheulichen Verbrechen sind in den Jahren seit der Revolution zur Rechenschaft gezogen worden? Die Antwortet lautet: keiner.

Die Verfolgung der Bahá’í ist eine Politik der Regierung dieses Landes, und es sind keine Anzeichen der Verbesserung zu erkennen. Im Wesentlichen jedoch ist es die religiöse Führung im Iran, die für das Schüren von Vorurteil und Hass in der Bevölkerung gegen die Bahá’í-Gemeinde verantwortlich ist. Ein Memorandum der iranischen Regierung, das 1993 durchgesickert ist und das darauf hinweist, dass der Fortschritt der Bahá’í in der iranischen Gesellschaft wirksam „blockiert“ werden soll, trug die Unterschrift der ranghöchsten religiösen Figur des Landes, Ali Khamenei. In jüngerer Zeit hat dieser eine Fatwa erlassen, in der den Menschen im Iran auferlegt wurde, jeglichen Kontakt mit Bahá’í zu vermeiden.

Vor dem Hintergrund blinden religiösen Vorurteils, befeuert durch geistliche Führer, wirft Ayatollah Tehrani als erster ranghoher Kleriker im nachrevolutionären Iran mit seiner Kalligraphie ein Schlaglicht auf eine zentrale Glaubenslehre der Bahá‘í, dem heiligsten Text des Glaubens entnommen, sowie auf das Recht der Gemeinde, ihre Religion in ihrem Ursprungsland zu praktizieren.

In den darauf folgenden Monaten zeigte es sich,  wie seine Geste  bei Menschen guten Willens einen positiven Widerhall fand, einschließlich Oberhäuptern eines breiten Spektrums von Religionen und Konfessionen, Akademikern, Journalisten und Menschenrechtsvertretern - sowohl im Iran als auch weltweit.

Einen Monat nach der Überreichung des Geschenks erhoben eine Anzahl prominenter Wortführer der Menschenrechte im Iran - erstmals gemeinschaftlich - ihre Stimmen zur Unterstützung der Bahá’í und ihrer sieben inhaftierten ehemaligen Führungsmitglieder am sechsten Jahrestag ihrer Inhaftierung. An diesem Treffen nahm auch Ayatollah Tehrani teil, wo er äußerte, „Perspektiven müssen geändert werden … und ich glaube, dass jetzt der Moment dafür günstig ist.“

Auch außerhalb des Irans hat die Initiative von Ayatollah Tehrani hochrangige offizielle Vertreter in der islamischen Welt zu positiven Reaktionen inspiriert; dies wiederum gab dem Diskurs über das in ihren Ländern sich gestaltende religiöse Zusammenleben weiteren Impuls.

Diese Ergebnisse haben die Bahá’í-Gemeinde berührt. Nicht wegen bestimmter Änderungen ihrer Lage im Iran, zumal Berichte aus jüngster Zeit eher auf eine Verschärfung der Verfolgung der Bahá’í-Gemeinde in den letzten Monaten hindeuten, sondern weil diese Ergebnisse eines der meist geschätzten Anliegen der Bahá’í seit den Anfängen ihrer Religion betreffen.

Die Einheit der Religionen

Vor mehr als 100 Jahren, als ´Abdu’l-Bahá, Sohn Bahá’u’lláhs und Oberhaupt des Bahá’í-Glaubens nach Dessen Hinscheiden, sich für ein Jahr in Ägypten aufhielt, bevor er zu Seiner historischen Reise nach Westen aufbrach, spielte das Thema der religiösen Einheit oft eine Rolle in Seinen Begegnungen mit prominenten Personen und Medien.

Im Laufe seiner fortgesetzten Reise in Europa und Nordamerika wiederholte er bei vielen öffentlichen Ansprachen, dass so wie es eine Menschheit gibt, auch die Religionen eins seien. Während Religionen nach äußerer Form vielfältig sind, sei ihre Wirklichkeit eins, so wie es „viele Tage gibt, aber nur eine Sonne“.

In jüngerer Zeit hat das Universale Haus der Gerechtigkeit in seinem Schreiben an die Repräsentanten der Religionen der Welt im Jahr 2002 religiöses Vorurteil als eine zunehmend gefährliche Macht in der Welt bezeichnet.

„Mit jedem neuen Tag wächst die Gefahr, dass die auflodernden Feuer religiöser Vorurteile einen Weltbrand entfachen, dessen Folgen sich niemand ausmalen kann“, schrieb das Universale Haus der Gerechtigkeit. „Diese Krise erfordert von den Amtsträgern der Religionen einen ebenso entschiedenen Bruch mit der Vergangenheit, wie er bei der Überwindung der gleichermaßen zerstörerischen Vorurteile der Rasse, des Geschlechts oder der Nation in der Gesellschaft vollzogen wurde.“

Der Weg vor uns

Die Geschichte zeigt, dass selbst die geringste Tat weitreichende Konsequenzen haben kann. Obwohl der diesbezüglich vielleicht am häufigsten zitierte Vorfall - die Ermordung von Großherzog Ferdinand als Funke, der den Ersten Weltkrieg entzündete - ein negatives Beispiel ist, so ist es auch wahr, dass eine einzige selbstlose Tat zur Initialzündung der Steigerung des Bewusstseins werden kann, die letztlich den Fortschritt einer Gemeinde, einer Gesellschaft, einer Nation, der ganzen Welt antreibt.

Alle, die angesichts der Verwüstung, die zu dieser Stunde den Nahen Osten durchzieht, eine Lösung suchen, bekennen uneingeschränkt, dass den hartnäckigen Problemen, welche die Menschen dieser Region heimsuchen, sektiererische Vorurteile und Fanatismus zugrunde liegen. Die Handlung von Ayatollah Tehrani - eine Tat unter vielen, unternommen von Personen und Gruppen, die sich nach Frieden sehnen - enthüllt einen sich parallel entfaltenden Prozess im Gegensatz zu den Schrecken, die religiöser Extremismus der Welt zufügt. Dieser Prozess birgt in sich die Hoffnung auf konstruktiven Wandel und die Möglichkeit, dass in einer solchen Handlung ein Same erspäht werden kann, die, wenn sie gepflegt wird, sich zu einem Baum entwickelt, der sich wiederum zu einem Wald fortpflanzen wird.

(Quelle: http://news.bahai.org/story/1017)

]]>
Fri, 12 Sep 2014 12:53:00 +0200
Hochrangige UN-Menschenrechtsexperten fordern Stopp der Friedhofszerstörung in Schiras http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/08/hochrangige-un-menschenrechtsexperten-fordern-stopp-der-friedhofszerstoerung-in-schiras.html Drei hochrangige UN-Menschenrechtsexperten forderten den Iran in der vergangenen Woche auf, die... In einer gemeinsamen Presseerklärung schrieben Heiner Bielefeldt, UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, Ahmed Shaheed, UN-Sonderberichterstatter über Menschenrechte im Iran, und Rita Izsák, Unabhängige Expertin für Minderheitenfragen, sie seien „bestürzt“ über Berichte, wonach die Abrissarbeiten im August wieder aufgenommen worden seien.

„Friedhöfe, wie auch Gebetsstätten, sind ein wesentlicher Bestandteil dessen, wie Menschen ihr Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit ausüben und zeigen. Ihre Bedeutung geht über ihre physische Präsenz hinaus“, so Dr. Bielefeldt.„Übergriffe auf Friedhöfe sind inakzeptabel und eine vorsätzliche Verletzung der Religions- und Glaubensfreiheit“, fügte Herr Bielefeld hinzu. „Die iranische Regierung muss unverzüglich Maßnahmen ergreifen.” "Die Bahá'í haben religiöse Riten und Praktiken zur Bestattung der Verstorbenen in ihren eigenen Friedhöfen und die Regierung hat nicht nur die Pflicht, diese zu respektieren, sondern auch die Friedhöfe vor Zerstörung zu schützen", so Dr. Shaheed. 

Frau Izsák drängte die iranische Regierung, konkrete Schritte zu unternehmen, um religiöse Minderheiten zu schützen.

“Die Bahá’í sind seit langem Verfolgung und Gewalttaten ausgesetzt”, sagte Izsák. “Die Behörden müssen sie vor weiterer Diskriminierung und Stigmatisierung schützen."
"Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um das kulturelle Erbe religiöser Minderheiten zu schützen und zu erhalten, darunter auch Begräbnisstätten und andere Orte von religiöser Bedeutung“, fügte sie hinzu.
Der Friedhof ist Ruhestätte von etwa 950 Bahá’í, davon viele historische oder prominente Persönlichkeiten der iranischen Bahá’í-Gemeinde. So sind beispielsweise zehn Bahá’í-Frauen dort beigesetzt, deren grausamer Tod durch Hängen im Jahr 1983 zum Symbol der tödlichen Verfolgung der Bahá’í durch die Regierung wurde. Die Zerstörung der Stätte durch die iranischen Revolutionsgarden begann erstmals im April, offenbar um Platz für den Bau eines neuen Sport- und Kulturzentrums zu schaffen. Nach Aushebung einer großen, doch flachen Grube wurden die Abrissarbeiten aufgrund internationalen Drucks und des Ausdrucks der Empörung von Iranern aller Gesellschaftsschichten für mehrere Monate unterbrochen.

Berichten aus dem Iran zufolge begannen die Garden im August mit der Entfernung der sterblichen Überreste von etwa 30 bis 50 der dort beerdigten Bahá’í, um den Bau des Kultur-und Sportzentrums wieder voranzutreiben, wie bereits am 8. August 2014 berichtet.

Diane Ala’i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf, begrüßte die Stellungnahme der drei UN-Experten.

“Wir sind dankbar für die entschlossene Haltung, die diese drei unabhängigen Menschenrechtsexperten bezüglich der Situation in Schiras vertreten“, sagte Ala’i. “Die Stellungnahmen von Dr. Bielefeld, Dr. Shaheed und Frau Izsák sind ein klares Signal an den Iran, dass dieses Vorgehen vollkommen inakzeptabel ist und die Regierung ihrer Verantwortung nachkommen muss, ihre Menschenrechtsverpflichtungen zu achten und durchzusetzen, ungeachtet dessen, wer die Täter sind.” “Die jetzige Regierung hat zahlreiche Versprechungen gemacht, seine Menschenrechtsbilanz zu verbessern, jedoch bisher versäumt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Nun müssen den Worten Taten folgen“, sagte Ala’i.

(Text: bwns.org)

]]>
Mon, 08 Sep 2014 13:26:00 +0200
Aufruf zu Soforthilfe für die Opfer des Terrors durch den sog. „Islamischen Staat“ http://www.bahai.de//artikel/datum/2014/09/04/aufruf-zu-soforthilfe-fuer-die-opfer-des-terrors-durch-den-sog-islamischen-staat.html In einer Pressemitteilung durch den Interkulturellen Rat Deutschland e.V. rufen... „Wir dürfen nicht zulassen, dass die religiöse Koexistenz weiter gefährdet wird. Religion darf in unserer Zeit nicht mehr Ursache von unsäglichem Leid werden. Wir müssen alles daran setzen, ihr Potential zu Frieden und Verständigung - auch in unserem Land - zu stärken.“

Pressemitteilung:

Sofortige Hilfe für die Opfer des Terrors durch den sog. „Islamischen Staat“

Akute Maßnahmen vor Ort und in Deutschland dürfen nicht länger warten!

Auf Einladung des „Gesprächskreis Mittelmeer-Partnerschaft“ des Interkulturellen Rats in Deutschland und des Avicenna-Preis e.V., vertreten durch Dr. Jürgen Micksch, fanden sich am 1. September 2014 mehrere Organisationen und Einzelpersonen in Frankfurt am Main mit Vertretern der Ezidischen/Yezidischen Gemeinde in Deutschland zusammen. Ziel war es, sich über die aktuelle Situation der Eziden, Christen und Muslime nach den aktuellen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, verübt durch die Terrorgruppen von ISIS zu informieren und gemeinsame Initiativen zu beraten.

Nach der umfassenden Schilderung der grauenhaften Verbrechen und aktuellen menschenun- würdigen Fluchtsituation der Eziden im Nordirak durch Herrn Irfan Ortac und Frau Rauza Kurt waren sich alle Anwesenden einig, dass es einer gesellschaftlichen Koalition bedarf, um die Öffentlichkeit auf das furchtbare Schicksal aufmerksam zu machen und die Politik zum raschen und konkreten Handeln zu bewegen, um einen Genozid zu verhindern. Empörung allein reicht nicht aus. Waffenlieferungen auch nicht.

Die Welt erlebt nach Syrien erneut einen drohenden Völkermord durch eine mit modernsten Waffen und Kommunikationsmitteln ausgestattete Armee von Gesetzlosen, die im Namen des Islam gnadenlos und sadistisch Jagd auf Muslime, Eziden, Christen und andere Minderheiten gleicher- maßen macht. Die überwiegende Mehrzahl der Muslime weltweit distanziert sich von diesem Genozid, der mit dem Koran unvereinbar ist. Die Anführer haben bereits in Syrien Muslime selber auf grausamste Weise niedergemetzelt, vergewaltigt und vertrieben.

Zum Zeichen der Solidarität mit den Opfern und den Überlebenden und um konkrete humanitäre und politische Maßnahmen einzufordern und tatsächlich in Gang zu setzen, verständigten sich die Teilnehmenden des Gesprächs darauf, eine Kontaktgruppe Eziden einzurichten. Ziel ist es, Informationen über das grausame Schicksal und die aktuelle humanitäre Katastrophe vor Ort auszutauschen und nachhaltig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit sowie der verantwortlichen politischen Entscheidungsträger in Berlin, den Landeshauptstädten und Brüssel zu tragen. Konsequentes politisches Handeln ist überfällig!

Zu den konkreten politischen Forderungen gehören:

1.) Sicherstellung, dass humanitäre Hilfsleistungen auch die Betroffenen in vollem Umfang und ohne weitere Verzögerung erreichen. Zurückbehaltungen in Erbil oder Bagdad sind völlig inakzeptabel angesichts des aktuellen Leids der Menschen.

2.) Die unverzügliche Aufnahme von ezidischen Waisenkindern in Deutschland, die durch den Genozid nicht nur ihre Eltern verloren haben, sondern hochgradig traumatisiert sind. Sie finden in den ezidischen Gemeinden in Deutschland den dringend notwendigen Schutz und familiäre Geborgenheit und Zuwendung.

3.) Aufnahme von einigen Tausend ezidischen, christlichen und muslimischen Opfern, darunter höchst traumatisierte und suizidgefährdete Witwen, die über familiäre Bindungen nach Deutschland verfügen, da Angehörige hier seit Jahrzehnten leben. Unterstützung von dringend erforderlichen Einrichtungen für ihre therapeutische Begleitung nach der Aufnahme.

4.) Medizinische Versorgung und psychologische Betreuung vor Ort im Krisengebiet von durch Massenvergewaltigung und Folter schwersttraumatisierten Opfern.

5.) Einrichtung von multinationalen Sicherheitszonen in Verantwortung der UN im Nordirak und geeigneten Nachbarstaaten in der Region, um den weiterhin Verfolgten und Entrechteten dringend benötigten Schutz und Versorgung zu gewähren.

Frankfurt am Main, den 1. September 2014

Liste der Unterzeichnenden:

Dr. Gerd Andres, Staatssekretär a.D., Avicenna Preis e.V.

Günter Burkhardt, Geschäftsführer PRO ASYL

Manuel Campos, Interkultureller Rat in Deutschland

Prof. Dr. Ingo Hofmann, Bahá'í-Gemeinde in Deutschland

Petra Kunik, Sarah Hagar e.V.

Stephan J. Kramer, American-Jewish Committee (AJC)

Rauza Kurt

Andreas Lipsch, Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Aiman Mazyek, Zentralrat der Muslime in Deutschland

Dr. Jürgen Micksch, Interkultureller Rat in Deutschland

Irfan Ortac, Ezidische Gemeinde Hessen

Christian Petry, Stiftungs- und Forschungsgemeinschaft Modellprojekte

Victor Pfaff, Rechtsanwalt, Frankfurt am Main

Prof. Dr. Stefan Schreiner, Universität Tübingen

Dr. Schimon Staszewski, Vorsitzender der F.u.F. des Leo Baeck Instituts

Dr. Theo Zwanziger, Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus

Pressemitteilung als PDF

]]>
Thu, 04 Sep 2014 14:50:00 +0200