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		<title>Bahai.de - Presse</title>
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		<description>Offizielle Nachrichten der Bahá'í-Gemeinde Deutschland</description>
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			<title>Bahai.de - Presse</title>
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			<description>Offizielle Nachrichten der Bahá'í-Gemeinde Deutschland</description>
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		<lastBuildDate>Tue, 31 Aug 2010 08:33:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>UN-Ausschuss kritisiert Irans Unterdrückung von Minderheiten</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/un-ausschuss-kritisiert-irans-unterdrueckung-von-minderheiten.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=562689af3c</link>
			<description>Genf, 30. August - Der Anti-Rassismus-Ausschuss der Vereinten Nationen wirft der iranischen Regierung vor, ethische und religiöse Minderheiten im Iran, wie die Bahá’í, fortwährend zu unterdrücken. Eine Anhörung der iranischen Regierungsdelegation vor dem Ausschuss habe im August gezeigt, dass der Iran etwas verteidige, „was als Verletzung der Menschenrechte nicht zu verteidigen ist“, erklärte die Internationale Bahá’í-Gemeinde.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In seinem am 27. August vorgelegten Bericht zu Iran bemängelte der Ausschuss für die Beseitigung der rassistischen Diskriminierung insbesondere, dass Minderheiten im Iran wie Araber,&nbsp;Azeris, Balutschen, Kurden und Bahá’í im öffentlichen Leben nur schwach vertreten seien. In seinen Schlussfolgerungen über die Situation der Bahá’í und anderer Minderheiten drängte der Ausschuss den Iran „unter den Mitgliedern dieser Gemeinschaften eine Studie durchzuführen, damit der Vertragsstaat ihre besonderen Bedürfnisse identifizieren und geeignete Regierungspläne entwerfen kann, um die rassistische Diskriminierung und Benachteiligung dieser Gemeinschaften in allen Sphären des öffentlichen Lebens zu bekämpfen.“<br /><br />Diese und andere Empfehlungen kamen nach einer Reihe von Anhörungen zustande, die am 4. und 5. August zwischen dem Ausschuss und einer iranischen Regierungsdelegation in Genf abgehalten wurden. Einige Ausschussmitglieder schienen skeptisch hinsichtlich der Bemühungen Irans, den Auflagen der Anti-Rassismus-Konvention nachzukommen. Darunter waren auch Länder, die mit dem Iran freundschaftliche Beziehungen pflegen wie Brasilien,&nbsp;Indien&nbsp;und die Türkei.&nbsp;<br /><br />Dem Ausschuss unterliegt die Kontrolle der Umsetzung der Anti-Rassismus-Konvention, indem er turnusgemäß Berichte der Mitgliedsstaaten überprüft, Schattenberichte von Nicht-Regierungsorganisationen entgegennimmt und in eigenen „abschließenden Bemerkungen“ Empfehlungen ausspricht. Der aus achtzehn gewählten, unabhängigen Expertinnen und Experten zusammengesetzte Ausschuss behandelt darüber hinaus Staaten- und Individualbeschwerden, setzt Präventivmaßnahmen und thematische Diskussionen ein.<br /><br />Die Internationale Bahá’í-Gemeinde begrüßte die „abschließenden Bemerkungen“ des Ausschusses. In dem Bericht werde die Verfolgung der Bahá’í im Iran als „Diskriminierung aufgrund der Rasse, Volkszugehörigkeit oder Religion“ bezeichnet, hieß es. „Diese Beurteilung ist wichtig, weil sie die Meinung eines internationalen Gremiums ist, dem auch viele Experten angehören, die mit dem Iran freundschaftlich verbunden sind“, sagte Diane Ala’i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf.&nbsp;<br /><br />„Selbst wenn die Worte diplomatisch gewählt sind, so ist ihre Kritik am Iran ein weiterer Beweis dafür, dass die Welt die andauernde Verfolgung der Bahá’í im Iran – der größten religiösen, nicht-muslimischen Minderheit des Landes – nicht ignoriert, ebenso wenig die Verletzung von Menschenrechten aller anderen Bürger dieses Landes“, sagte Ala’i.<br /><br /></p>
<h1>Berichte von Menschenrechtsgruppen</h1>
<p class="bodytext"><br />Die von Menschenrechtsorganisationen vorgelegten Schattenberichte sind hingegen kritischer. Sie stellen fest, dass die Bahá’í seit 2005 vermehrt unter willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, Zerstörung von Eigentum und Verweigerung des Rechts auf Bildung, Beschäftigung und sozialer Teilhabe zu leiden haben.&nbsp;<br /><br />„Seit Anfang 2010 wurden viele Bahá’í zu Haftstrafen verurteilt”, heißt es in einem gemeinsamen Bericht der Menschenrechtsorganisationen International Federation for Human Rights (FIDH), Iranian League for the Defence of Human Rights (LDDHI) und&nbsp;Defenders of Human Rights Center&nbsp;(DHRC). Amnesty International beobachtete, dass „Schmähartikel und andere Medienbeiträge” häufig in staatlichen Medien verbreitet werden. „Diese Praxis ist besonders in Bezug auf die Bahá’í-Gemeinde Besorgnis erregend.”<br /><br />Der Ausschuss für die Beseitigung der rassistischen Diskriminierung hatte sich schon zuvor zur Behandlung der Bahá’í im Iran geäußert. In „abschließenden Bemerkungen“, die 2003 veröffentlicht wurden, stellte der Ausschuss mit Besorgnis „die berichtete Diskriminierung von Minderheiten wie den Bahá’í“ fest, „denen bestimmte Rechte verweigert werden“ und was „anscheinend sowohl aus ethnischen wie religiösen Gründen geschieht“.&nbsp;<br /><br />Des Weiteren empfahl der Ausschuss damals dem Iran, „sicherzustellen, dass alle Menschen ohne Unterschied der Rasse, Hautfarbe, Herkunft, ethnischer oder nationaler Zugehörigkeit ihr Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ausüben können“. Auch sollte der Iran es „Studierenden unterschiedlicher Herkunft erlauben, sich an Universitäten einzuschreiben, ohne sie zu zwingen, ihre Religion anzugeben“.&nbsp;<br /><br />„Die Mitglieder der Bahá’í-Religion sind unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Aber die Tatsache, dass der Ausschuss die starke religiöse Verfolgung der iranischen Bahá’í-Gemeinde als eine Angelegenheit wahrgenommen hat, die er untersuchen muss, zeigt noch aus einem anderen Blickwinkel, wie gravierend die Unterdrückung der Bahá’í und anderer Minderheiten heute im Iran ist“, sagte Ala’i. </p>
<p class="bodytext">„Die intensive Befragung während der Anhörungen zeigt die Skepsis, mit der die internationale Staatengemeinschaft Irans Bemühung begegnet, etwas zu verteidigen, was als Verletzung der Menschenrechte nicht zu verteidigen ist.”&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 08:33:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Vor einhundert Jahren wurde eine noch junge Religion durch epochale Reisen grundlegend verändert </title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/vor-einhundert-jahren-wurde-eine-noch-junge-religion-durch-epochale-reisen-grundlegend-veraendert.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=df1e7116b1</link>
			<description>Haifa, 30. August 2010 - Vor einhundert Jahren begab sich ‘Abdu’l-Bahá, der älteste Sohn Bahá’u’lláhs und sein ernannter Nachfolger als Oberhaupt der Bahá’í-Religion, auf eine Reihe von Reisen. Innerhalb von drei Jahren führten sie ihn vom Heiligen Land zum Nildelta und von der Pazifikküste Nordamerikas zu den Ufern der Donau. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Trotz seines fortgeschrittenen Alters machte sich ‘Abdu’l-Bahá im August 1910 auf den Weg, die Lehren Bahá’u’lláhs über den Beginn eines neuen Zeitalters des Friedens und der&nbsp;Einheit allen Menschen vorzustellen, ganz gleich ob hoch oder niedrig gestellt. Mit diesen epochalen Reisen entwickelte sich eine eben flügge gewordene Gemeinde zu einer Weltreligion.&nbsp;<br /><br />„Er war sechsundsechzig Jahre alt“, schrieb das Universale Haus der Gerechtigkeit in einer Botschaft vom 29. August anlässlich der Hundertjahrfeier. „Eine Kindheit im Exil, keine formale Schulbildung, vierzig Jahre lang ein Gefangener, mit angeschlagener Gesundheit und mit den westlichen Gebräuchen und Sprachen nicht vertraut. Und doch machte er sich ohne einen Gedanken an Behaglichkeit auf und ließ sich von keinen Risiken abhalten...&quot;<br /><br />“Mit Antritt der Reisen in Richtung Westen durchbrach die Sache Bahá’u’lláhs, mehr als ein halbes Jahrhundert lang von Feindseligkeit und Unterdrückung bedrängt, ihre Beschränkungen.“&nbsp;<br /><br />Nach der jungtürkischen Revolution von 1908, als alle politischen und religiösen Gefangenen des Osmanischen Reiches - darunter auch ‘Abdu’l-Bahá und seine Familie -&nbsp; freigelassen wurden, begann er persönlich mit den Planungen, die Lehren der Bahá’í mit der Welt jenseits des Nahen Ostens zu teilen Zwei Jahre später überschritt er die Grenzen des Heiligen Landes und reiste zunächst nach Ägypten, wo er ein Jahr verbrachte.<br /><br />Im August 1911 brach ‘Abdu’l-Bahá schließlich nach Europa auf. Er verbrachte einen Monat in London und zwei Monate in Paris. Nachdem er über den Winter nach Ägypten zurückkehrte, unternahm er im März 1912 eine achtmonatige Reise nach Nordamerika. Danach besuchte er ein zweites Mal London und Paris, wonach Aufenthalte in Österreich,&nbsp;Deutschland,&nbsp;Ungarn&nbsp;und Schottland folgten.&nbsp;<br /><br />„Nach dem Hinscheiden Bahá’u’lláhs war die Verbreitung des Glaubens in Nordamerika und Europa eine sehr wichtige Entwicklung“, sagt der britische Historiker Moojan Momen, „waren doch die Gemeinden noch nicht so zahlreich.“&nbsp;<br /><br />“So sahen ‘Abdu’l-Bahás Besuche ihn nicht nur die Lehren der Bahá’í in weit entfernte Länder und in allgemeinen Worten darlegen, sondern auch den Durchbruch der Religion in neue Kulturen festigen.“&nbsp;<br /><br />Bei seiner ersten öffentlichen Ansprache in der City Temple Church in London sprach ‘Abdu’l-Bahá am 10. September 1911 zur Gemeinde: „Das Geschenk Gottes an dieses erleuchtete Zeitalter ist das Wissen um die Einheit der Menschheit und der grundlegenden Einheit der Religionen.”<br /><br />“Immer wieder betonte er die Notwendigkeit der Anteilnahme unter den Menschen, der Annäherung der Religionen, des&nbsp;Weltfrieden“, erklärt Jan Jasion, der in Paris als Schriftsteller lebt und derzeit den Reisen ‘Abdu’l-Bahás in Europa nachgeht. „Er wollte die Menschen näher zu Gott bringen und ihnen die Wirklichkeit von Religion besser zu verstehen geben, damit sie sich selbst vom Aberglauben befreien.“<br /><br />'Abdu'l-Bahá konnte auch an Erörterungen von Themen teilnehmen, die nichts mit den Lebenserfahrungen im Nahen Osten zu tun hatten. „Zum Beispiel die große Gefahr des Rassismus”, merkt der Historiker Firuz Kazemzadeh, emeritierter Professor an der Yale Universität an. „Das Verhältnis von Kapital und Arbeit, der Konflikt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, der drohende Erste Weltkrieg oder der Föderalismus als Lösung für die Probleme zwischen Staaten.“<br /><br />Drei Jahre lang sprach ‘Abdu’l-Bahá unermüdlich zu Tausenden von Zuhörern - darunter waren Geistliche, Journalisten, Akademiker, Diplomaten, Philosophen, Frauenrechtlerinnen und Sozialreformer. Er traf sich auch - und das war ihm vielleicht das Wichtigste - mit den Armen und kümmerte sich um ihre Bedürfnisse.&nbsp;<br /><br />Zu denen, die von ihm tief beeindruckt waren, zählt der US-amerikanische Wissenschaftler Dr. David Starr Jordan. Er sprach die berühmten Worte: „Zweifellos wird ‘Abdu’l-Bahá&nbsp; Ost und West zusammenbringen, denn er schreitet auf dem mystischen Pfad mit praktischen Schritten.“&nbsp;<br /><br />Dr. T. K. Cheyne, damals ein gefeierter Theologe aus Oxford, sprach von ‘Abdu’l-Bahá als „Botschafter der Menschlichkeit”.<br /><br />“Auffallend ist, dass ‘Abdu’l-Bahá fortschrittliche Denker oft gelobt hat, gleichzeitig jedoch scharfsinnig und kompromisslos analysierte, inwieweit sie ihren eigenen Idealen nicht entsprachen“, sagt Kenneth E. Bowers, Generalsekretär des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in den USA. „Er forderte die Menschen heraus, über ihre eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit hinauszuwachsen, hin zu einer höheren Ebene der Erkenntnis – einer spirituellen Ebene, aber auch einer sozialen.“<br /><br />Es habe zudem andere Aspekte der Persönlichkeit ‘Abdu’l-Bahás gegeben, die auch sonst all jene erfreuten, die ihn trafen, so Bowers: „In Kulturen, die ihm völlig fremd waren, fand er sich erstaunlich gut zurecht. Woran wir denken sollten - und was wir manchmal als Eigenschaft einer spirituellen Persönlichkeit vergessen - ist, dass er äußerst schlagfertig und charmant war.“<br /><br /><b>„Ein bedeutendes religiöses Ereignis“</b>&nbsp;<br /><br />Als sich ‘Abdu’l-Bahás&nbsp; Reisen dem Ende neigten, hatte die entstehende Bahá’í-Gemeinde eine größere Vision ihres Glaubens, und Menschen von neun Ländern auf drei Kontinenten hatten erstmals von den Bahá’í-Lehren erfahren.&nbsp;<br /><br />“Am Anfang der Amtszeit ‘Abdu’l-Bahás&nbsp; war die Bahá’í-Religion eine weitgehend unbekannte religiöse Bewegung. Es gab sehr wenig zutreffende Informationen“, meint Moojan Momen. „Am Ende seines Lebens hatten zahlreiche Menschen nicht nur in Europa und Nordamerika, sondern auch in Asien, dem Pazifik, Australien, Südafrika und Südamerika von dem Glauben erfahren und einen positiven Eindruck gewonnen.“<br /><br />“Seine Reisen waren sicherlich ein bedeutendes religiöses Ereignis des 20. Jahrhunderts”, sagt Dr. Momen. „Sie hatten die gleiche Wirkung wie die Reisen des Paulus, der einen großen Einfluss auf die Verbreitung des Christentums hatte.“&nbsp;<br /><br />Kenneth E. Bowers glaubt, dass es unmöglich ist, sich beispielsweise die heutige US-amerikanische Bahá’í-Gemeinde ohne die Reisen ‘Abdu’l-Bahá vorzustellen. „Durch sein Leben und seine Worte war er die Personifizierung der Lehren Bahá’u’lláhs. Er inspirierte die ersten wenigen Bahá’í nicht nur dazu, ihren Glauben zu verbreiten, sondern auch - und dies mag noch wichtiger sein - allen möglichen Prüfungen standzuhalten. Dies tat er mit viel Takt, auf liebevolle und weise Art. Er setzte ein Beispiel, dem nachgeeifert wurde.“<br /><br />Ein Ergebnis seiner Reisen war, dass die Bahá’í-Gemeinde begann, seine Ideen weiterzuverbreiten und sie mit Nachdruck der gesamten Bevölkerung zugänglich zu machen. „Hierin liegt die eigentliche Bedeutung seiner Reisen – dass er die Gemeinde dazu befähigte, das weiterzuverfolgen, was er sie in all den Jahren lehrte“, sagt Firuz Kazemzadeh.<br /><br />In seinem Schreiben lädt das Universale Haus der Gerechtigkeit die weltweite Bahá’í-Gemeinde ein, nicht nur darüber nachzudenken, was ‘Abdu’l-Bahá erreichte und in Gang setzte, sondern auch, was noch zu tun ist.<br /><br />Seine Worte und sein Handeln auf diesen Reisen bieten, so schreibt das Universale Haus der Gerechtigkeit, „ein Reichtum an Inspiration und mannigfaltigen Einsichten“, den Herausforderungen heutiger Tage zu begegnen.</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 09:58:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die internationale Unterstützung für die sieben iranischen Bahá’í-Führer nimmt zu</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/die-internationale-unterstuetzung-fuer-die-sieben-iranischen-bahai-fuehrer-nimmt-zu.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=2d38225ec1</link>
			<description>Genf, 26. August - Immer mehr Regierungen, Menschenrechtsgruppen und Personen des öffentlichen Lebens erheben ihre Stimme gegen die harten Haftstrafen, zu denen die sieben iranischen Bahá’í-Führer verurteilt wurden. Inzwischen wurde eine weltweite Kampagne „Wir sind Yaran“ ins Leben gerufen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Während die Anwälte der zwei Frauen und fünf Männer den Einspruch gegen die zwanzigjährige Haftstrafe vorbereiten, äußerte die<a href="http://www.beehive.govt.nz/release/mccully+condemns+sentences+bah%C3%A1039%C3%AD+leadership" target="_blank" > neuseeländische Regierung</a> ihre Bedenken darüber, dass „das Verfahren weder fair noch öffentlich stattfand“. Außenminister Murray McCully erklärte am 20. August: „Neuseeland ist bestürzt darüber, dass der Iran seinen internationalen Menschenrechtsverpflichtungen und seiner eigenen Rechtsvorschriften in diesem Fall nicht nachkam.“ </p>
<p class="bodytext">Weiterhin hieß es: „Die Strafe scheint ausschließlich auf der Zugehörigkeit dieser Menschen zu einer religiösen Minderheit zu beruhen.“ Sein Land forderte die iranische Regierung auf, die grundlegenden Menschenrechte aller seiner Bürger zu achten und die andauernde systematische Verfolgung der Baha'i zu beenden. Zuvor hatten die australische, kanadische, französische, deutsche, niederländische, britische und US-amerikanische Regierung als auch die Europäische Union und der Präsident des Europäischen Parlaments die Verurteilung der Sieben ebenfalls missbilligt.&nbsp;</p>
<h1>Menschenrechtsorganisationen starten Kampagne</h1>
<p class="bodytext"> Viele internationale Menschenrechtsorganisationen fordern unterdessen die Freilassung der Gefangenen und richten ihr Augenmerk besonders auf die Menschenrechtsverletzungen im Iran, so der Informationsdienst <a href="http://www.en-hrana.com/index.php?option=com_contact&amp;view=contact&amp;id=2&amp;Itemid=17" target="_blank" >Human Rights Activists News Agency (HRANA)</a>, das weltweite Netzwerk United4Iran, aber auch Amnesty International.&nbsp;Sie riefen die Kampagne „Wir sind Yaran“ ins Leben, mit der Unterstützer über Briefappelle Gerechtigkeit für die sieben Bahá’í einfordern können. Der Entwurf der HRANA lautet: „Für die Anklagen gegen diese Bahá’í gibt es keine Beweise und die Verurteilung ist ungerecht und unerträglich.“&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><a href="http://united4iran.com/2010/08/take-action-send-e-letters-in-support-of-irans-7-bahai-leaders/#comments" target="_blank" >United4Iran</a>, ein überparteiliches globales Netzwerk, das die Menschen- und Bürgerrechte im Iran fördert, rief alle Besucher seiner Webseite auf, durch E-Mails und Briefe an die Regierungen in der Welt und die iranische Behörden auf die Notlage der Gefangenen aufmerksam zu machen. “Wenn man das fortgeschrittene Alter mancher der Gefangenen bedenkt, hat die Islamische Republik Iran praktisch lebenslange Haftstrafen verhängt“, hieß es. Ein Sprecher sagte am Mittwoch, dass über die Verknüpfung auf der Webseite bereits mehr als 1.100 Nachrichten verschickt worden seien. In den USA ermutigte<a href="http://www.amnestyusa.org/all-countries/iran/seven-bahai-leaders-given-harsh-prison-sentence/page.do?id=1221024" target="_blank" > Amnesty International</a>&nbsp;seine Mitglieder, an den obersten Leiter der iranischen Gerichtsbarkeit zu schreiben, um gegen den Prozess und die Verurteilung zu protestieren.</p>
<p class="bodytext">Darüber hinaus hat auch&nbsp;<a href="http://www.bahai.de/http://Minority" title="International" target="Rights" class="Group" >Minority Rights Group International</a>&nbsp;(MRG), eine Organisation, die sich für benachteiligte Minderheiten und Ureinwohner einsetzt, tiefe Sorge über die langen Haftstrafen geäußert. „Da keine unabhängigen Beobachter zum Verfahren zugelassen waren und die Bahá’í-Gemeinde im Iran schon seit langem Verfolgungen ausgesetzt ist, trägt das Urteil nicht gerade dazu bei, Vertrauen in das iranische Rechtssystem zu fördern“, sagte Carl Soderbergh, Geschäftsführer der Organisation für Policy und Communications. „MRG fordert den Iran auf, das Urteil aufzuheben und die Gefangenen sofort freizulassen”, fügte er hinzu.</p>
<h1>Prominente Unterstützung</h1>
<p class="bodytext">Auch Personen des öffentlichen Lebens wie beispielsweise die britische Anwältin Cherie Blair äußerten ihre Unterstützung für die Bahá’í-Führer. Die Ehefrau des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair bezeichnete das Verfahren gegen die Sieben in einem Artikel, der am Mittwoch im <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2010/aug/25/iran-bahai-community-sham-trial" target="_blank" >Guardian </a>veröffentlicht wurde, als “Schande“. „Während ihrer zweijährigen Inhaftierung wurde den Anwälten, die mit Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi zusammen arbeiten, weniger als eine Stunde mit ihren Mandanten gewährt“, schrieb sie. „Sie hatten nur wenige Stunden, um sich mit den Unterlagen zu befassen, die mehrere Hundert Seiten ausmachen. In der kurzen Zeit, die ihnen zur Verfügung stand, mussten sie feststellen, dass die Unterlagen von Geheimdienstmitarbeitern stammen, obwohl das iranische Gesetz vorschreibt, dass solche Mitarbeiter nicht „mit der Untersuchung … der Angeklagten betraut werden sollten.“ Die Anklage der Spionage zeige nur die wirklichen Motive des grausamen Vorgehens des Regimes. Über die Jahre seien die Bahá’í beschuldigt worden, Werkzeuge des russischen Imperialismus, des britischen Kolonialismus, des amerikanischen Expansionismus und in jüngster Zeit des Zionismus zu sein. „Wenn wir jedoch berücksichtigen, dass die Bahá’í der Spionage für Israel angeklagt sind, sie aber sofort entlastet und ihnen ihre Bürgerrechte zugestanden werden, wenn sie ihrem Glauben abschwören, so sehen wir, dass solche Vorwürfe jeder Grundlage entbehren“. Weiterhin erklärte Frau Blair: “Die Wahrheit hinter dem Urteil ist, dass es der Versuch ist, die 300.000 Mitglieder zählende Bahá’í-Gemeinde zu enthaupten. Als Mitglieder der größten religiösen Minderheit im Iran leiden sie schon seit Jahrzehnten unter Verfolgung, Drangsalierung und entsetzlicher Behandlung. Vor kurzem wurden 50 Bahá’í-Häuser im Norden des Iran dem Erdboden gleichgemacht und wir wissen von mindestens 47 anderen Bahá’í, die derzeit in Haft sind.“</p>
<p class="bodytext">Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in Schottland, der Erzbischof von St. Andrews&nbsp;und&nbsp;Edinburgh, Kardinal Keith Patrick O'Brien, nannte die 20-jährige Haftstrafe für die Bahá’í-Führer einen “schrecklichen Angriff auf die Gerechtigkeit und im Wesentlichen eine grobe Verletzung des Menschenrechtes des Glaubensfreiheit“. Er sagte: „Ich schließe mich im Gebet den Bahá’í an, die derzeit im Iran leiden und auch den vielen anderen Menschen guten Willens, die in anderen Teilen der Welt für ihren Glauben leiden müssen.“<br /> <br /> In einem Video auf YouTube erklärte der britische Schauspieler und Comedian <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3mrldA95spQ" target="_blank" >Omid Djalili</a>, er sei über die Hafturteile „sehr aufgebracht”. „Der Bahá’í-Glaube ist eine friedliche Religion mit einer Vision von Einheit, die Menschen aller Religionen mit einschließt. Der Glaube ist ein überzeugter Verteidiger der Menschenrechte. Dass diese Sieben in Haft gehalten werden, als ob sie die schlimmsten Verbrechen begangen hätten, ist einfach lächerlich”, sagte Omid Djalili, dessen Clip schon innerhalb weniger Tage mehr als 8.000 Mal angeschaut wurde.</p>
<h1>“Der internationale Protest geht weiter“&nbsp;</h1>
<p class="bodytext"> Die Gefangenen - Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm – sind derzeit im Gohardasht-Gefängnis in&nbsp;Karaj, etwa 20 Kilometer westlich von Teheran inhaftiert. Vor ihrer Verhaftung im Jahr 2008 waren alle sieben Gefangenen Mitglieder einer nationalen Koordinierungsgruppe, die „Yaran“ oder „Freunde“ genannt wird. Sie kümmerte sich um die minimalen Belange der 300.000 Mitglieder zählenden Bahá’í-Gemeinde im Iran.&nbsp;&nbsp;<br /> <br /> “Die Anklagen gegen sie sind schlechterdings vollkommen ungerechtfertigt und der Prozess selbst war nichts als eine Farce”,&nbsp; sagte Diane Ala'i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf. „Solange sie im Gefängnis sind, wird dieser internationale Protest weitergehen“, sagte sie.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 18:08:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Mit den harten Strafen wird eine ganze religiöse Gemeinde verurteilt</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/mit-den-harten-strafen-wird-eine-ganze-religioese-gemeinde-verurteilt.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=d9216e3589</link>
			<description>New York,16. August – Die harten Haftstrafen gegen die sieben iranischen Bahá’í-Führer, die völlig unschuldig sind, stehen für die Verurteilung einer ganzen religiösen Gemeinde, so gestern die Internationale Bahá’í-Gemeinde. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, deren Defenders of Human Rights Center&nbsp;die Bahá’í verteidigte, sagte, sie sei über die 20-jährigen Haftstrafen “fassungslos”. &nbsp;</p>
<p class="bodytext">“Ich habe ihre Akte Seite für Seite gelesen und keinen einzigen Beweis für die Anklage gefunden. Ich habe auch kein anderes Dokument gefunden, das die Vorwürfe des Anklägers rechtfertigten“, sagte Shirin Ebadi in einem Fernsehinterview, welches am 8. August von dem persisch-sprachigen Service des BBC ausgestrahlt wurde. <br /> <br /> Das schamlos ungerechte Strafmaß löste einen vehementen Protest von Regierungen &nbsp;rund um die Welt aus, darunter von Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden und den&nbsp;USA aus. Die Europäische Union und der Präsident des Europaparlaments stimmten ebenfalls in den Protest gegen die Verteilung ein. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und FIDH, weitere Gruppen und unzählige Individuen äußerten ihre Missbilligung.<br /> <br /> “Die erfundenen Anklagen, das Fehlen jeglicher glaubwürdiger Beweismittel gegen diese sieben Gefangenen spiegeln die falschen Anschuldigungen&nbsp;wider, die das iranische Regime hervorgebracht hat und verleumden eine friedliche religiöse Gemeinde eine ganze Generation lang,&quot;&nbsp;sagte Bani Dugal, Vertreterin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen. <br /> <br /> Bani Dugal merkte an, dass sie Sieben offenbar in das Karajer Gohardasht Gefängnis etwa 20 Kilometer westlich von Teheran verlegt wurden. „Wir wissen noch nicht, warum sie verlegt wurden und wir können noch nicht sagen, welche Konsequenzen dies für die Gefangenen hat“, sagte sie. „Es ist aber auf jeden Fall eine zusätzliche Bürde für die Angehörigen, die jetzt weiter anreisen müssen, um ihre Familienmitglieder zu sehen“.<br /> <br /> Die Sieben - Fariba&nbsp;Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm - waren Mitglieder einer nationalen Koordinierungsgruppe, die sich -mit Wissen der Regierung- um die notwendigsten geistigen Bedürfnisse der iranischen Bahá’í-Gemeinde kümmerte.</p>
<p class="bodytext"> “Dass diese erwiesenermaßen unschuldigen Menschen nach einem beschämenden Prozess für 20 Jahre inhaftiert werden sollen ist absolut unbegreiflich“, sagte Bani Dugal. „Wir fragen die iranische Regierung: wird diese gefühllose Geringschätzung von Gerechtigkeit die iranische Gesellschaft weiterbringen? Oder wird sie die Glaubwürdigkeit bei ihren Landsleuten und unter den Nationen dieser Welt nicht noch weiter veringern?“<br /> <br /> Bani Dugal sagte, dass die Internationale Bahá’í-Gemeinde das weitverbreitete Unrecht der iranischen Behörden gegenüber religiöse Minderheiten, Journalisten, Akademikern, Aktivisten, Verteidigern der Frauenrechte und andere im Iran verurteile. <br /> </p>
<h1>Eine Liste von Missbräuchen</h1>
<p class="bodytext"> Schon vor der Verkündigung des Urteils waren die Festnahme, die Inhaftierung und der Prozess der sieben Führer laut internationalem Recht und der iranischen Verfassung unzulässig und gesetzwidrig.<br /> <br /> “Laut dem iranischen Gesetz müssen Inhaftierte zügig und offiziell angeklagt werden. Die sieben Bahá’í-Führer waren schon mehr als neun Monate ohne ein Wort der Anklage inhaftiert, als die Anklagepunkte gegen sie auf einer Pressekonferenz und nicht vor Gericht vorgebracht wurden“, sagte Bani Dugal.</p>
<p class="bodytext"> ”Die Angeklagten hatten auch lange Zeit keinen Rechtsbeistand. Als sie ihre Anwälte kontaktieren durften, dauerte das kaum eine Stunde vor dem sogenannten Prozessbeginn”, sagte sie.</p>
<p class="bodytext">„Angeklagte haben auch das Recht, bis zum Prozessbeginn auf Kaution freigelassen zu werden. Mehrere Anträge auf Freilassung auf Kaution wurden abgewiesen.“</p>
<p class="bodytext">„Diese Punkte sind schwarz auf weiß festgelegt und lassen keinen Spielraum für eine andere Auslegung”, sagte sie. <br /> </p>
<h1>Systematische Verfolgung</h1>
<p class="bodytext">Seit 1979 leidet die 300.000 Mitglieder zählende iranische Bahá’í-Gemeinde unter einer von der Regierung betriebenen, systematischen Verfolgungskampagne. Am Anfang wurden mehr als 200 Bahá’í ermordet und mindestens 1.000 allein aufgrund ihres religiösen Glaubens inhaftiert.</p>
<p class="bodytext">Seit dem Anfang der 1990-er Jahre konzentriert sich die Regierung mehr auf die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einschränkung der Bahá’í mit der Absicht, die Gemeinde und ihre Entwicklung langsam zu strangulieren. Unter diese Maßnahmen fällt, den Bahá’í ihren Lebensunterhalt zu entziehen, ihr kulturelles Erbe zu zerstören und junge Menschen davon abzuhalten, höhere Bildung zu erlangen. <br /> <br /> Seit 2005 leben schlimmere Formen der Verfolgung wieder auf wie&nbsp; Verhaftungen, Drangsalierung, Gewalt und Brandstiftung bei Bahá’í-Häusern und Geschäften.</p>
<h1>Zu der systematischen Kampagne an Übergriffen gehören:&nbsp;</h1>
<p class="bodytext"> - die Erstellung und Verbreitung von Listen mit Bahá’í mit der Anweisung, dass die Aktivitäten der Gemeindemitglieder im Geheimen überwacht werden sollen;</p>
<p class="bodytext">- Razzien in Bahá’í-Häusern und Beschlagnahmung von persönlichem Eigentum;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Massenverhaftungen und Verhöre von Bahá’í landesweit;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- tägliches Schüren von Hass gegen die Bahá’í in allen Formen in den regierungsnahen Massenmedien;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Abhalten von Anti-Bahá’í-Symposien und Seminaren durch die Geistlichkeit mit anschließenden organisierten Angriffen auf Bahá’í-Häuser und –Besitz in den Städten und Orten, wo die Veranstaltungen abgehalten wurden;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Zerstörung von Bahá’í-Friedhöfen im ganzen Land;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Zerstrümmern von heiligen Stätten und Grabmalen der Bahá’í;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Brandstiftung bei Bahá’í-Häusern und -Besitztümern;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Verweigern höherer Bildung;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Verunglimpfung von Bahá’í-Kindern durch die Lehrer in der Schulklasse;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Ausschluss von Bahá’í aus zahlreichen Berufssparten;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Verweigerung von Krediten an Bahá’í;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Schließung von Bahá’í-Geschäften;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Verweigerung von neuen Geschäftslizenzen an Bahá’í;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Drängung von Vermietern, an Bahá’í vermietete Geschäftsräume zu räumen.<br /> </p>
<h1>Herausgegriffene Beispiele von Verfolgungen in den letzten Wochen:</h1>
<p class="bodytext"> - im entlegenen nordiranischen Dorf Ivel wurden 50 Häuser von Bahá’í-Familien zerstört, um die Bahá’í aus der Region zu vertreiben;&nbsp;<br /> </p>
<p class="bodytext">- der Geheimdienst, der in jeder Universität und Behörde im Iran ein Büro hat, wies die Angestellten der Shaheed Beheshti University an, keine Geschäfte mit Bahá’í-Unternehmen zu machen;<br /> </p>
<p class="bodytext">- zwei Optikerläden in Teheran erhielten Warnbriefe von der Optikervereinigung, nachdem vergleichbare Geschäfte in Khomein und Rafsanjan zwangsgeschlossen wurden;<br /> </p>
<p class="bodytext">- eine Anti-Bahá’í-Schrift mit dem Titel Anhänger des Satan, welche in der Stadt Kerman verteilt wurde. Die Schrift legt die Bahá’í-Geschichte falsch aus und behauptet, dass die Briten den Bahá’í-Glauben gegründet hätten;<br /> </p>
<p class="bodytext">- Lastwagen voller Bauschutt und Erde, die auf Gräbern des Bahá’í-Friedhofes in Boroujerd geleert wurden. Gebäude auf dem Bahá’í-Friedhof von Mashad, wo Gebete rezitiert werden, wurden durch schweres Gerät stark beschädigt.&nbsp;&nbsp;<br /> <br /> Etwa 50 iranische Bahá’í, darunter die sieben Führer, sind derzeit im Gefängnis. Manche von ihnen sitzen monatelang in Isolierzellen, die eigentlich nur für Kurzzeitinhaftierungen bestimmt sind.&nbsp;<br /> <br /> “Das Muster ist klar: die iranische Regierung verfolgt die Bahá’í ausschließlich aufgrund ihrer religiösen Überzeugung”, sagte Bani&nbsp;Dugal.&nbsp;<br /> <br /> “Die Regierung weiß, dass die Bahá’í-Lehren Gewaltlosigkeit und das Heraushalten aus der Tagespolitik vorschreiben. Und doch wird die Kampagne mit nur einem Ziel rigoros verfolgt: die Bahá’í-Gemeinde im Iran soll ausgelöscht werden“ sagte sie. </p>
<p class="bodytext">“Vor diesem Hintergrund muss die Inhaftierung der Sieben als Versuch gewertet werden, die Gemeindeführung zu enthaupten und der größten nicht-muslimischen Gemeinde des Landes einen verheerenden Schlag zu versetzen.“</p>
<p class="bodytext"><a href="news/sonderbericht-zum-prozess/einfuehrung.html" >Sonderbericht zum Prozess</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 14:48:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die USA, die Europäische Union, Großbritannien und die Niederlande stimmen in den Protest gegen die Haftstrafen ein</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/die-usa-die-niederlande-grossbritannien-und-die-europaeische-union-stimmen-in-den-protest-gegen.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=06aba96ae5</link>
			<description>Die USA äußerten, dass sie die Verurteilung der sieben Mitglieder der iranischen Bahá’í-Führung zu zwanzigjährigen Haftstrafen auf das Schärfste verurteilen. Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete das Urteil als „Verletzung des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte durch den Iran.“</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Genf, 12. August 2010 – In einer Erklärung vom 12. August äußerte&nbsp;US-Außenministerin Hillary Clinton, dass die USA „über die andauernde Verfolgung der Bahá’í und anderer religiöser Minderheiten im Iran tief beunruhigt“ seien. </p>
<p class="bodytext">„Religionsfreiheit ist ein Geburtsrecht der Menschen aller Religionen und Überzeugungen überall auf der Welt”, erklärte sie. Clinton sagte weiter, ihr Land habe sich verpflichtet, Religionsfreiheit weltweit zu schützen. „Und wir haben die Bahá’í-Gemeinde im Iran nicht vergessen“, ergänzte die Außenministerin. Ferner sagte sie: „Wir werden uns weiterhin gegen Ungerechtigkeit aussprechen und die iranische Regierung auffordern, die Grundrechte aller seiner Bürger in Übereinstimmung mit seinen internationalen Verpflichtungen einzuhalten.“</p>
<p class="bodytext">Die Stellungnahme Clintons erfolgte als Reaktion auf Berichte, denen zufolge die sieben Mitglieder der Bahá’í-Führung aus dem Teheraner Evin-Gefängnis, wo sie seit mehr als zwei Jahren inhaftiert waren, in das Gefängnis&nbsp;Gohardasht&nbsp;nach Karaj verlegt wurden. Der Ort liegt etwa 20 Kilometer von Teheran entfernt. Auch Leonard Leo,&nbsp;Vorsitzender der&nbsp;US-Commission&nbsp;on International&nbsp;Religious&nbsp;Freedom, empörte sich über das „Fehlurteil“, das ein weiteres Beispiel dafür sei, „wie das iranische Regime Menschenrechte und Religionsfreiheit grob verletzt.” Strafverfolgung und Verurteilung seien politisch und religiös motiviert. Seine Kommission forderte die bedingungslose Freilassung der Bahá’í.</p>
<p class="bodytext">Unterstützung kam auch von der Europäischen Union.&nbsp;EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton&nbsp;gab in einer Erklärung die „ernsthafte Sorge“ der EU über die Verurteilung der sieben Bahá’í zu zwanzig Jahren Haft zum Ausdruck und forderte im Namen der 27 Mitgliedsstaaten der Union ihre sofortige Freilassung. „Das Urteil gegen die Angeklagten scheint sich auf ihre Zugehörigkeit zu einer religiösen Minderheit zu gründen und das Gerichtsverfahren war mit ernsthaften Mängeln behaftet. Weder internationale Verpflichtungen, denen sich der Iran im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verpflichtet hat, noch die nationale Gesetzgebung über faire Gerichtsverfahren wurden eingehalten.“&nbsp;Die EU erinnere den Iran daran, dass Meinungsfreiheit sowie Glaubens- und Religionsfreiheit Grundrechte sind, die in Übereinstimmung mit Artikel 18 des Internationalen Abkommens unter allen Umständen geschützt werden müssen, erklärte Ashton weiterhin. Im Namen der EU forderte sie die iranische Regierung auf, die Verfolgung der Bahá’í-Gemeinde einzustellen.</p>
<p class="bodytext">In London erklärte der britische&nbsp;Außenminister William&nbsp;Hague, er sei „bestürzt“ über das Urteil. Es sei ein „schockierendes Beispiel der fortwährenden Diskriminierung der Bahá’í durch den iranischen Staat“. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme nannte&nbsp;Hague&nbsp;das Urteil “vollkommen inakzeptabel”. „Der iranischen Justiz ist es zum wiederholten Male nicht gelungen, die internationalen und nationalen Bedenken – dass diese sieben Männer und Frauen ausschließlich der Ausübung ihres Glaubens schuldig sind – zu zerstreuen. Es ist offensichtlich, dass die iranischen Behörden von der Verhaftung bis hin zur Verurteilung weder ihre eigene Gesetzgebung einhielten, geschweige denn die internationalen Normen, zu denen sich der Iran verpflichtet hat. Den Angeklagten wurde angemessener Kontakt mit ihrem Rechtsbeistand verweigert und es ist erwiesen, dass der Prozess weder fair noch öffentlich geführt wurde.“&nbsp;Hague&nbsp;forderte die iranischen Behörden auf, der Berufung gegen das Urteil statt zugeben und die Drangsalierung der Bahá’í-Gemeinde zu beenden. „Ich fordere die iranische Regierung weiterhin auf zu gewährleisten, dass die Rechte aller Menschen in vollem Umfang und ohne Unterschiede geachtet werden und die Verpflichtungen gegenüber den Bürgern – wie in der iranischen Verfassung festgelegt – erfüllt werden”, so der Außenminister.</p>
<p class="bodytext">In den Niederlanden äußerte&nbsp;Außenminister Maxime&nbsp;Verhagen&nbsp;die Sorge seines Landes über „die mangelhafte Anwendung von Rechtsstaatlichkeit in dem Prozess gegen die sieben Mitglieder der Bahá’í-Führung“.&nbsp;Verhagen&nbsp;sagte: „Dass diese Menschen offenbar ausschließlich aufgrund ihres religiösen Glaubens verurteilt sind, ist schockierend.“ Er forderte die&nbsp;iranischen&nbsp;Regierung auf, ihren internationalen Menschenrechtsverpflichtungen nachzukommen. „Die Mitglieder der Bahá’í-Führung haben das Recht auf einen fairen Prozess und müssen so bald als möglich freigelassen werden“, so&nbsp;Verhagen.</p>
<p class="bodytext">Zuvor hatten die Regierungen Australiens, Kanadas und Frankreichs sowie der Präsident des Europäischen Parlament,&nbsp;Buzek, in&nbsp;nachdrücklichen Stellungnahmen&nbsp;ihre Sorge um die Bahá’í Ausdruck verliehen.</p>
<p class="bodytext">Für die Bundesregierung äußerte der&nbsp;Menschenrechtsbeauftragte Markus Löning&nbsp;erhebliche Zweifel daran, dass während des Verfahrens grundlegende Justizgrundrechte gewahrt worden seien. Die Haftstrafen gegen die&nbsp;Bahá'i-Führungsmitglieder seien „ein herber Rückschlag für alle, die sich für Menschenwürde und Menschenrechte in Iran einsetzen“, sagte er und appellierte mit Nachdruck an die zuständigen Stellen in Iran, „das gestrige Urteil aufzuheben und für ein faires und transparentes Gerichtsverfahren Sorge zu tragen.“ Die Bundesregierung beobachte die Lage der Bahá'í in Iran seit langem mit Sorge. Sie setze sich zusammen mit den EU-Partnern kontinuierlich für eine Verbesserung ihrer Situation sowie für Meinungs- und Religionsfreiheit in Iran ein, erklärte Löning.</p>
<p class="bodytext">Diane Ala'i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen&nbsp;in Genf, sagte, dass das Vorgehen der iranische Behörde gegen die Personen, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen, eine „ungeheuerliche Verhöhnung von Gerechtigkeit“ sei, „welche jeglicher Beschreibung spottet“. „In jeder Phase des Falles – von ihrer illegalen Festnahme und den brutalen Haftbedingungen an, über den Prozess bis hin zu ihrer völlig ungerechtfertigten Verurteilung – wurden nicht einmal die grundlegendsten Justiznormen respektiert”, sagte sie in Genf. „Wir heißen die laute und klare Botschaft von Regierungen und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt willkommen. Es ist an der Zeit, dass der Iran das getane Unrecht wieder gutmacht.“</p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 20:36:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Internationale Unterstützung für verurteilte Bahá’í</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/-16e2ccdc6e.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=0a7a615667</link>
			<description>Genf, 11. August - Die Berichte, denen zufolge die sieben führenden Mitglieder der iranischen Bahá’í-Gemeinde mit jeweils zwanzigjährigen Haftstrafen belegt wurden, haben weltweit zu Verurteilungen von Regierungen und Menschenrechtsorganisationen geführt. Die Regierung Australiens, Kanadas, Frankreichs und Deutschlands sowie der Präsident des Europäischen Parlaments äußerten deutliche Worte der Besorgnis. Sie alle verlangten die Freilassung der Gefangenen auf Kaution, die Aufhebung des Urteils und fordern von dem Iran ein faires Gerichtsverfahren in Übereinstimmung mit internationalen Rechtsnormen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der kanadische Außenminister Lawrence Cannon sagte, sein Land sei über das Urteil, das „ohne schriftliches Gerichtsurteil noch auf rechtsstaatliche Art und Weise“ gefällt worden sei “tief beuruhigt”. Er drängte den Iran, die Gefangenen auf Kaution freizulasse</p>
<p class="bodytext">Deutschland&nbsp;bezeichnete den Ausgang des Prozesses als „herben Rückschlag für alle, die sich für Menschenwürde und Menschenrechte im Iran einsetzen“. Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt sagte, das Urteil müsse „aufgehoben werden und ein faires und öffentliches Gerichtsverfahren gewährleistet werden.“ Weiter sagte er: „Es bestehen erhebliche Zweifel daran, dass während des Verfahrens grundlegende Justizgrundrechte gewahrt worden sind.“<br /><br />Frankreich&nbsp;äußerte seine „Bestürzung“ über die zwanzigjährige Haftstrafe. Auf einer Pressekonferenz sagte die Sprecherin des französischen Außenministeriums, Christine Fages, die iranischen Behörden sollten aufhören, die Bahá’í und andere religiöse Minderheiten zu verfolgen. Der Iran solle vielmehr die „Religions- und Gewissenfreiheit respektieren, zu denen er sich freiwillig verpflichtet hat, indem er den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterschrieben hat“.<br /><br />Auch Australien äußerte seine tiefe Besorgnis über das Urteil. „Wir fordern den Iran weiterhin auf, alle Gerichtsprozesse fair, öffentlich und in Übereinstimmung mit seinen internationalen Verpflichtungen zu führen“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums der australischen Regierung.<br /><br />In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme nannte der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, das Urteil „ein schockierendes Signal und eine ungeheure Enttäuschung für alle, die auf eine Verbesserung der Menschenrechtssituation im Iran gehofft hatten.” Und weiter sagte er: „Der Iran hat sich zu internationalen Standards verpflichtet und ich betone, dass dies auch den Respekt und den Schutz der Religionsfreiheit mit einschließt.“<br /><br />Internationale Menschenrechtsorganisationen stimmten ebenfalls in den Protest gegen die Haftstrafen ein. So nannte die International Campaign for Human Rights in Iran die Verurteilung der sieben Bahá’í „politisch motiviert, diskriminierend, ungerecht und unter iranischem wie auch internationalem Recht illegal”. Aaron Rhodes, Sprecher der Organisation sagte: „Sie wurden ausschließlich nur deshalb verurteilt, weil sie Bahá’í sind. Ihre Inhaftierung ist Ausdruck der Unterdrückung des Bahá’í-Glaubens und seiner Anhänger.“<br /><br />Amnesty International bezeichnete die sieben Bahá’í als politische Gefangene, die nur aufgrund ihres Glaubens oder friedlicher Aktivitäten für die verfolgte Minderheit der Bahá’í im Gefängnis sind. „Die sieben waren monatelang ohne Anklage inhaftiert, bevor sie der Farce einer Gerichtsverhandlung ausgesetzt waren. Sie müssen sofort freigelassen werden“, sagte Hassiba Hadj Sahraoui, Amnesty Internationals stellvertretender Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika.<br /><br />Die International Federation for Human Rights (FIDH) und die Iranian League for the Defence of Human Rights (LDDHI) forderten die iranische Regierung auf, „in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wie auch mit internationalen Menschenrechtsabkommen, die die Islamische Republik Iran ratifizierte, zu handeln.“<br /><br />Human Rights Watch verlangte von der iranischen Justiz, die Sieben sofort freizulassen „da offenbar zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Beweise gegen sie vorgebracht wurden und sie kein faires und öffentliches Verfahren erhielten.” Joe Stork, stellvertretender Direktor für Nahen Osten sagte: „Die iranische Behörde war nur mehr als&nbsp;zwei Jahre lang&nbsp;nicht in der Lage, auch nur den kleinsten Beweis gegen die sieben Bahá’í-Führer vorzubringen, welcher ihre Inhaftierung, geschweige denn eine Haftstrafe von zwanzig Jahren rechtfertigen würde.” Der Iran solle konkrete Schritte unternehmen, um zu zeigen, dass er beabsichtigt, die grundlegenden Menschenrechte der Bahá’í zu schützen, so Stork. „Die sofortige und bedingungslose Freilassung der sieben Bahá’í-Führer wäre ein guter Anfang.“<br /><br />Diane Ala'i,&nbsp; Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf sagte, die Bahá’í seien sehr dankbar für die Unterstützung von Regierungen und Menschenrechtsorganisationen. „Ihre Äußerungen zeigen, dass eine wachsende Zahl von Menschen weltweit will, dass im Iran nicht nur für die Bahá’í, sondern für alle Bürger, die groben Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind, Gerechtigkeit herrscht”, sagte Ala'i. „Wie lange werden die iranischen Behörden diese Stimmen noch ignorieren?“, fragte sie.</p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 21:37:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Menschenrechtsbeauftragter kritisiert Haftstrafen gegen Bahá'i-Mitglieder in Iran </title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/menschenrechtsbeauftragter-kritisiert-haftstrafen-gegen-bahai-mitglieder-in-iran.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=f7f3a6b93f</link>
			<description>Berlin, 9. August 2010 - Gestern wurden in Teheran sieben Mitglieder des Führungsgremiums der iranischen Bahá'i -Religionsgemeinschaft zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt. Dazu erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Markus Löning, heute (09.08.):</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Haftstrafen gegen die Bahá'i-Führungsmitglieder sind ein herber Rückschlag für alle, die sich für Menschenwürde und Menschenrechte in Iran einsetzen. Es bestehen erhebliche Zweifel daran, dass während des Verfahrens grundlegende Justizgrundrechte gewahrt worden sind.</p>
<p class="bodytext">Ich appelliere daher mit Nachdruck an die zuständigen Stellen in Iran, das gestrige Urteil aufzuheben und für ein faires und transparentes Gerichtsverfahren Sorge zu tragen.</p>
<p class="bodytext">Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Minderheitenschutz und rechtsstaatliche Verfahren zählen zu denjenigen internationalen Verpflichtungen, zu deren Einhaltung sich der Iran verpflichtet hat.</p>
<p class="bodytext">Die Bundesregierung beobachtet die Lage der Bahá'í in Iran seit langem mit Sorge. Sie setzt sich zusammen mit den EU-Partnern kontinuierlich für eine Verbesserung ihrer Situation sowie für Meinungs- und Religionsfreiheit in Iran ein.</p>
<p class="bodytext">Die Religionsgemeinschaft der Bahá'i ist seit 1983 in Iran verboten, ihre Anhänger sind dort massiven systematischen Repressionen ausgesetzt. Den sieben Führungsmitgliedern der Bahá'i, die im Mai 2008 inhaftiert worden waren, wird Spionage, Zusammenarbeit mit Israel und eine &quot;Verschwörung gegen die nationale Sicherheit&quot; vorgeworfen.<br />&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />Weitere Informationen</p>
<p class="bodytext">Web-Archiv:</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/Presse/Meldungen/2010/100809__MRHH__kritisiert__Haftstrafen__Iran.html" target="_blank" >www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/Presse/Meldungen/2010/100809__MRHH__kritisiert__Haftstrafen__Iran.html</a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 08:54:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bahá’í zu hohen Haftstrafen verurteilt</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/bahai-zu-hohen-haftstrafen-verurteilt.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=31a9b2088c</link>
			<description>New York, 8. August 2010 - Berichten zufolge wurden die sieben führenden Mitglieder der iranischen Bahá’í-Gemeinde zu jeweils zwanzig Jahren Haft verurteilt. Dies teilte heute die Internationale Bahá’í-Gemeinde auf ihrer Webseite mit. Die zwei Frauen und fünf Männer sind seit ihrer Verhaftung im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert, mehrere Monate davon in Isolationshaft. Sechs von ihnen wurden am 14. Mai 2008 und eine bereits zwei Monate zuvor festgenommen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">„Wenn sich die Berichte bestätigen sollten, ist die Verurteilung dieser völlig unschuldigen Menschen absolut schockierend“, sagte an diesem Sonntag Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Bahá’i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York. „Unseren Informationen zufolge ist das Urteil den Inhaftierten bereits mitgeteilt worden. Ihre Anwälte werden dagegen Einspruch erheben“, sagte sie.<br /><br />Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm waren Mitglieder einer informellen Koordinierungsgruppe, die sich um die notwendigsten Belange der über 300.000 Mitglieder zählenden iranischen Bahá’í-Gemeinde kümmerte. Die Bahá’í repräsentieren die größte religiöse Minderheit des Landes, der es jedoch seit 1983 verboten ist, sich in demokratisch gewählten Gremien zu konstituieren. Seitdem hatte ein informelles Gremium, deren Mitglieder die Verurteilten waren, ein Teil der Aufgaben übernommen, ehe auch dieses im Zuge der Verhaftungen aufgelöst werden musste.<br /><br />Der Prozess&nbsp;gegen die sieben Bahá’í bestand aus sechs kurzen Vorladungen vor Gericht. Die erste fand am 12. Januar statt, nachdem die Bahá’í bereits zwanzig Monate ohne Anklage inhaftiert waren und kaum eine Stunde mit ihrem Rechtsbeistand verbringen durften. Der Prozess endete am 14. Juni.<br /><br />Die Anklagen lauten unter anderem auf Spionage, Propagandaaktivitäten gegen die islamische Ordnung und Errichtung einer illegalen Organisation. Die Bahá’í wiesen alle Anklagepunkte kategorisch von sich.</p>
<p class="bodytext">Zuletzt wurde Ende Juli die bislang zeitlich befristete Haftstrafe um zwei Monate verlängert. Die Aneinanderreihung von jeweils zweimonatigen Haftstrafen führte zu der nunmehr über zweijährigen Haftdauer bis zur Urteilsverkündung. Die Anwälte der sieben Bahá’í beantragten zuletzt am 24. Juli,&nbsp;zwei Tage nach Ablauf&nbsp;der letzten zweimonatigen Haftfrist, ihre Freilassung auf Kaution. Der zuständige Richter teilte indes den Gefangenen noch Ende Juli mit, dass ihre Haftdauer um weitere zwei Monate verlängert worden sei.</p>]]></content:encoded>
			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 21:12:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Spanischer Schriftsteller veröffentlicht Standardwerk über die Bahá’í-Religion</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/-69a58bf66a.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=406ec56a10</link>
			<description>Madrid, 3. August 2010 - Auf einer Reise durch den Norden Israels besuchte Rafael Cerrato im Jahr 2006 kurz die Stadt Haifa. Von den Gebäuden und Gärten des Bahá’í-Weltzentrums, die am Berg Karmel liegen, zeigte sich der aus Cordoba stammende Autor sehr beeindruckt. „Ich war fasziniert und wollte unbedingt herausfinden, worauf sich die Schönheit der Anlage gründet.“</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nach seiner Rückkehr nach Spanien befasste sich der Schriftsteller – der selbst bekennender Katholik ist und schon viel über Religionen geschrieben hat – mit der Geschichte und den Lehren der Bahá’í-Religion.&nbsp;“Ich stellte fest, dass die schon seit langem herbeigesehnte Brücke zwischen Ost und West bereits existiert“, sagte er. „Die älteren Religionen werden nicht abgelehnt und in den sozialen Lehren der Bahá’í ist alles enthalten: die Notwendigkeit internationaler Einrichtungen, die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, Bildung für alle Menschen … Ich glaube an diese Prinzipien und sie ziehen mich an – deshalb habe ich kein Problem damit, sie zu verbreiten.&quot;</p>
<p class="bodytext">Cerrato&nbsp;war auch von dem “tiefen Glauben und der Standhaftigkeit” der unterdrückten iranischen Bahá’í-Gemeinde beeindruckt. So entschloss er sich, ein Buch über den Bahá’í-Glauben und im&nbsp;besonderen&nbsp;über die schweren Verfolgungen zu schreiben, denen die iranischen Bahá’í bereits seit der Entstehung der Religion Mitte des 19. Jahrhunderts ausgesetzt sind.&nbsp;Das Buch mit dem Titel&nbsp;<i>Desde</i><i>&nbsp;</i><i>el</i><i>&nbsp;</i><i>corazon</i><i>&nbsp;</i><i>de</i><i>&nbsp;</i><i>Iran</i><i>&nbsp;</i><i>– Los B</i><i>aha'is</i><i>: La</i><i>&nbsp;</i><i>esperanza</i><i>&nbsp;</i><i>oprimida</i><i>&nbsp;(Aus dem Herzen des Iran – Die Bahá’í: unterdrückte Hoffnung)</i> erschien 2009 bei Erasmus&nbsp;Ediciones&nbsp;und gilt bereits als Standardwerk über die Entstehungsgeschichte und die Verfolgung der iranischen Bahá’í-Gemeinde in spanischer Sprache.</p>
<p class="bodytext">In seiner Rezension bezeichnete Enrique Cordoba, Kolumnist für den in&nbsp;Miami&nbsp;erscheinenden <i>El Nuevo Herald,</i>&nbsp;das Buch als „geschickt geführte, gut-recherchierte Reise“. „Ich begrüße es, dass&nbsp;Cerrato&nbsp;dieses Buch veröffentlicht hat … für diejenigen, die sich über eine religiöse Lehre informieren wollen, mit der man sich befassen sollte.“</p>
<p class="bodytext">Die in Miami arbeitende Radiojournalistin&nbsp;Ninoska&nbsp;Perez&nbsp;Castellon&nbsp;beschrieb das Buch als “notwendig“ und als „Aufruf an die Welt, damit die Misshandlungen der iranischen Bahá’í-Gemeinde nicht dem Vergessen anheimfallen“. Es sei der&nbsp;persönlichen Integrität von Schriftstellern wie Rafael&nbsp;Cerrato&nbsp;geschuldet, „dass wir uns mit einem Thema vertraut machen, welches auf das Titelblatt der Zeitungen gehört“, schrieb sie.</p>
<p class="bodytext">Rafael&nbsp;Cerrato&nbsp;wurde 1951 in Cordoba geboren. Er studierte in&nbsp;Malaga&nbsp;Wirtschaftswissenschaften bevor er sich mit den „großen Wahrheiten“ beschäftigte, die nicht in Geschichtsbüchern behandelt werden und trotzdem wesentlich für das Verstehen der Gegenwart sind. Religion spielt in diesem Verständnis eine große Rolle.</p>
<p class="bodytext">“Ich habe mir den Menschen immer als ‘religiöses Tier’ vorgestellt – mehr noch denn als ‚politisches Tier’, wie viele Philosophen ihn definiert haben”, sagte&nbsp;Cerrato. &quot;Ohne Religion sind weder soziale Phänomene noch die&nbsp;Evolution&nbsp;der Welt verständlich.”</p>
<p class="bodytext">In seinem 2005 veröffentlichten Buch <i>Letter to </i><i>Fernando Sanchez Drago</i>&nbsp;verglich er die Stifter des Christentums, des Islam und des Buddhismus. Im darauf folgenden Jahr untersuchte er in <i>Lepanto, the Unfinished Battle</i> das Verhältnis zwischen dem Westen und dem Islam.</p>
<p class="bodytext">“Religion sollte eine Kraft des Guten und ein verbindendes Element sein”, sagte er. „Leider ist sie jedoch Ursache vieler Probleme. Die Probleme entstehen nicht wegen der Religion als solches, sondern hauptsächlich durch menschengemachte Verzerrungen ihrer Botschaft.“</p>
<p class="bodytext">Rafael&nbsp;Cerrato&nbsp;lebt seit mehr als zehn Jahre in der Nähe des alten Benediktinerklosters Montserrat im Hinterland der katalanischen&nbsp;Hauptstadt&nbsp;Barcelona. Hier lässt er sich inspirieren. Er reist außerdem leidenschaftlich gern und taucht in die verschiedenen Kulturen der Welt ein. Nach zahlreichen Autorenlesungen und Vorträgen über sein neues Buch in Spanien reist er im September in die USA und spricht dort bei <i>Books and Books</i>&nbsp;in Miami über <i>From the Heart of Iran</i>. Derzeit wird das Buch auch in Miami ins Englische übersetzt.</p>
<p class="bodytext">“Ich hoffe, dass das Buch jeden Politiker, Journalisten und Intellektuellen über die Pläne und Taten der derzeitigen iranischen Regierung aufklärt, wenn sie es denn lesen“, sagte&nbsp;Cerrato. „Gleichzeitig hoffe ich, dass durch den Bahá’í-Glauben viele konstruktive Prozesse zwischen Ost und West angeregt werden.&quot;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 13:16:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der Wille der Bahá’í in Ivel ist ungebrochen</title>
			<link>http://www.bahai.de/artikel/article/der-wille-der-bahai-in-ivel-ist-ungebrochen.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=14&#38;cHash=83b6c67e91</link>
			<description>Genf, 11. Juli 2010 - Rund vier Wochen nach der Zerstörung von fünfzig Häusern in der nordiranischen Provinz Mazandaran werden weitere Hintergründe des Überfalls bekannt. Am 22. Juni wurden in dem Dorf Ivel in der am Kaspischen Meer gelegenen Provinz die Häuser von Bahá’í mit schwerem Gerät dem Erdboden gleichgemacht. Die Häuser waren nur zur Erntezeit bewohnt, da die Bewohner bereits viele Jahre zuvor vertrieben worden waren. Nun wurde die langjährige Verfolgungsgeschichte der Bahá’í in dieser Region bekannt.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In Ivel gibt es Bahá’í seit mehr als 150 Jahren. Seit der Entstehung der Bahá’í-Religion in der Mitte des 19. Jahrhunderts machten die Bahá’í etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Dorfes aus, dessen Menschen vor allem von der Landwirtschaft leben. Die meiste Zeit davon gestaltete sich das Zusammenleben mehr oder minder harmonisch. Gestört wurde das Miteinander lediglich von Außenstehenden, die der Bahá’í-Religion feindlich entgegenstanden, und die lokale Bevölkerung bisweilen einzunehmen versuchten. Dies führte gelegentlich zu geringfügigen Formen von Verfolgung.<br /><br />1941 wurde es für einige Bahá’í jedoch lebensbedrohlich, als Schlägertrupps die lokale Bevölkerung anstachelten, die Bahá’í anzugreifen. Bahá’í wurden verhaftet, zusammengeschlagen und gezwungen zu fliehen. Ihre Häuser und Besitztümer wurden geplündert. Schließlich wurden sie in ein Dorf sieben Kilometer außerhalb verbannt. Als die Situation sich einige Monate später entspannte, kehrten die Bahá’í in ihre Häuser und Gehöfte zurück. <br /><br />Ein Vorfall aus den fünfziger Jahren illustriert das groteske Ausmaß der Feindseligkeiten gegen die Bahá’í: Ein Mitglied der damals neu gegründeten Hojjatieh-Gesellschaft zog ins Dorf. Die Hojjatieh-Gesellschaft ist eine mehr oder minder verschwiegene, traditionelle Shia-Organisation, die aus der Überzeugung ins Leben gerufen wurde, dass die unmittelbarste Bedrohung des Islam die „Abtrünnigkeit“ der Bahá’í sei und die Bahá’í-Religion daher ausgerottet werden müsse. Da es dem Mann nicht gelang, einen Keil zwischen Muslime und Bahá’í zu treiben, setzte er alles daran, dass wenigstens deren Kühe nicht auf der gleichen Wiese grasten, da das Vieh der Bahá’í „unrein“ sei. Ein paar Tage lang mussten also die Kühe der Bahá’í im Stall bleiben, während die Kühe der Muslime zum Grasen gingen. Die Bahá’í wandten sich in dieser Angelegenheit mehrfach an den Ortsvorsteher und baten ihn darum, Mitleid mit den Tieren zu haben. Daraufhin erging der Erlass, dass die Kühe wenigsten von entgegengesetzten Seiten auf die Wiese geführt werden sollten. Dies entsprach freilich nicht den Instinkten der Tiere, die weiterhin zusammen grasten. <br /><br />Trotz dieser Schikanen wirkten die Bahá’í aktiv daran mit, das Leben im Dorf zu verbessern. Neben ihrer produktiven Arbeit in der Landwirtschaft bauten sie auch eine Schule für die Kinder des Ortes auf und unterrichteten sie ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit. Im Jahre 1946 begann die iranische Regierung ebenfalls, Schulen auf dem Land aufzubauen. Als im Dorf Ivel eine staatliche Schule gegründet werden sollte, unterrichtete die Dorfschule bereits rund 120 Schüler in sechs Klassen sowie weitere sieben Schüler aus den umliegenden Dörfern.<br /><br />Im Jahr 1961 errichteten die Bahá’í schließlich eine Badeanstalt und modernisierten den örtlichen Wasserspeicher, um die Hygiene und damit die Gesundheit der Bewohner zu verbessern. <br /><br />Nach der islamischen Revolution von 1979 verschlechterte sich die Lage der Bahá’í in Ivel zusehends. Grundstücke wurden beschlagnahmt und Versuche, sie wiederzuerlangen, scheiterten. Bahá’í wurde der Zugang zu Krankenhäusern sowie zu anderen Einrichtungen, die sie selbst mitbegründet hatten, versagt. Muslimische Kinder wurden von ihren Lehrern ermutigt, ihre Bahá’í-Klassenkameraden zu schikanieren. Als Eltern protestierten, fand der Lehrer andere Mittel und Wege, die Bahá’í-Schüler zu verfolgen. Beispielsweise dadurch,  dass er sie bei den Klassenarbeiten durchfallen ließ.<br /><br />Die Bahá’í wurden aus ihren Häusern vertrieben und in die nächstgelegene größere Stadt, nach Sari transportiert. Als sie eintrafen, wurden sie von den Behörden jedoch wieder zurückgeschickt. Als sie nach Ivel zurückkehrten, wurden sie in der Moschee dort eingeschlossen. Mehr als 130 Bahá’í, darunter Kinder und Alte, wurden drei Tage lang ohne Essen und Trinken in der Moschee eingesperrt. Als der Druck, ihrem Glauben abzuschwören, keine Wirkung zeigte, wurde ihnen erlaubt, nach Hause zu gehen. Noch am gleichen Abend wurden sie jedoch von den Dorfbewohnern angegriffen. Manche wurden vom Mob mitgenommen, andere wurden verletzt und weitere waren gezwungen, sich in einem nahegelegenen Wald zu verstecken. Seit dieser Zeit leben viele Bahá’í-Familie aus Ivel in der Nähe und kommen nur im Sommer in ihr Dorf zurück, um ihr Gemüse anzupflanzen, zu ernten und sich um ihr Land zu kümmern. </p>
<p class="bodytext">„Wir mussten jedes Mal oder jedes Jahr, wenn wir für zwei oder drei Tage in unsere eigenen Häuser gehen wollten, Genehmigungen von der Behörde einholen“, berichtet Natolie Derakhshan, ein Bahá'í aus Ivel, in einem kürzlichen Interview mit dem persischsprachigen Radio Farda.<br /><br />In den letzten drei Jahren musste die Internationale Bahá’í-Gemeinde eine Zunahme des Drucks auf die Bahá’í von Ivel feststellen. Ziel war es, sie zu zwingen, die Region ganz zu verlassen. „Ihre leerstehenden Häuser wurden in Brand gesetzt, Bahá’í wurden verbal und körperlich angegriffen und der einhundert Jahre alte Bahá’í-Friedhof wurde konfisziert. Er wurde als Bauplatz für Wohnhäuser verkauft“, sagte Diane Ala'i, Sprecherin der Internationalen Bahá'í Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf. <br /><br />„Es wurden zahlreiche Beschwerden auf allen Ebenen eingereicht, aber generell stoßen diese Eingaben auf Gleichgültigkeit. Die Behörden sagen, dass sie wenig gegen die Anfeindungen der Bewohner vor Ort tun können“, berichtete sie weiter. „Mitwisserschaft über die Zerstörungen oder über die Motive der Täter wurde von den Beamten vor Ort in allen Fällen abgestritten.“<br /><br />„Was wir in Ivel und der Region Mazandaran beobachten, ist Teil einer großangelegten Kampagne, die Bahá’í zu demütigen und einzuschüchtern, um sie schließlich davon abzuhalten, ihren Glauben zu praktizieren“, sagte Diane Ala'i. „Die Regierung hat jedenfalls bislang demonstriert, dass sie entweder nicht in der Lage ist zu helfen oder nicht helfen will, falls sie nicht selbst dahinter steckt.“ <br /><br />Als Natoli Derakhshan in den letzten Wochen Gerüchte hörte, dass die Bahá’í-Häuser im Dorf zerstört werden sollen, ging er mit anderen Bahá’í zu mehreren Behörden um herauszufinden, ob dies wahr sei. „Es wurde uns gesagt, dass wir uns keine Sorgen machen brauchen und dass dies nicht passieren wird. Wir haben ihnen geglaubt“, sagte er gegenüber Radio Farda. „Wir wissen nicht, ob die Zerstörungen angewiesen wurden. Wir wissen nur, dass alles vollkommen zerstört wurde.“<br /><br />Es gibt jedoch auch viele Bewohner Ivels, die durch die aktuellen Ereignisse beunruhigt sind. In einem Interview mit Rooz-Online erwähnte Natoli Derakhshan Nachbarn, die ihre Betroffenheit und Bestürzung über die Behandlung ihrer Bahá’í-Nachbarn zum Ausdruck brachten. „Viele muslimische Dorfbewohner saßen mit Tränen in den Augen mit uns zusammen, entschuldigten sich bei uns und hielten uns an den Händen. Wir sind ihnen so dankbar!“<br /><br />Die Zerstörungen in Ivel waren auch Thema bei der am vergangenen Donnerstag im Deutschen Bundestag abgehaltenen Debatte über Religionsfreiheit. Der menschenrechtspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, meinte am 8. Juli während der Plenardebatte: „Am 22. Juni 2010, also vor wenigen Wochen, wurden 50 Häuser von Bahá’í im Iran zerstört. Der Prozess gegen die zwei Frauen und fünf Männer des Nationalen Geistigen Rats der Bahá’í läuft. Sie sitzen ein, und zwar nur dafür, dass sie einer Religionsgemeinschaft angehören, die dem iranischen Regime nicht passt, weil sie nach ihrer Ansicht mit dem Islam nicht konform zu bringen ist. Vieles aus der Liste der Diskriminierungen und der Verfolgung der Bahá’í im Iran erinnert daran, wie in den ersten Jahren des Dritten Reiches gegen die Juden vorgegangen wurde. Kein bürgerliches Recht auf Erbe, auf Besitz, auf Schulbesuch, auf Freiheit und auf den Schutz von Leib und Leben ist für die Bahá’í im Iran garantiert.“</p>
<p class="bodytext">Auch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte aus Frankfurt am Main erklärte am 30. Juni 2010 zu den Gewaltakten: „Die Verfolgung von Minderheiten im Iran erreicht damit einen weiteren Höhepunkt. Das Regime von Präsident Ahmadinedschad fördert die Intoleranz und Auschreitungen gegen die Baha’i.“</p>
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			<category>Iran</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 19:26:00 +0200</pubDate>
			
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