Geschichte der weltweiten Gemeinde

Die Geschichte der Bahá'í-Religion nimmt ihren Ausgang im Persien des 19. Jahrhunderts. Ihren Ursprung hat sie in den Messiaserwartungen der damaligen Zeit, die sowohl Orient als auch Okzident erfassten. Ihrem religiösen Anspruch zufolge ist die Bahá'í-Religion von Beginn an als universale Offenbarungsreligion zu verstehen. Religionsgeschichtlich entwickelte sie sich jedoch von einem Zweig des schiitischen Islams hin zu einer von allen anderen Religionen unabhängigen, globalen Gemeinde.

2012 wurde mit den Bauarbeiten für das südamerikanische Haus der Andacht in Santiago de Chile begonnen.

Zu Lebzeiten Bahá'u'lláhs (1817-1892) hatte sich die Bahá'í-Religion in 13 Ländern ausgebreitet, zu Lebzeiten seines ältesten Sohnes ´Abdu'l-Bahá (1844-1921) in 20 Ländern. Während der Amtszeit Shoghi Effendis (1921-1956) verbreitete sich der Glaube sprunghaft in 219 Ländern.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts erlebt die Bahá'i-Gemeinde einen signifikanten Zuwachs, der aus einer kleinen aus dem Iran stammenden Gemeinde eine dynamische, weltweit verbreitete Gemeinschaft von Menschen jedweder Herkunft werden ließ.

Im Jahr 1954 gab es weltweit rund 213.000 Bahá'í. 94 Prozent davon waren im Iran ansässig oder entstammten dem Land, das die Wiege der Bahá'í-Religion ist. Lediglich rund 10.000 Bahá'í lebten zu der Zeit in Europa und Nordamerika. Schon im Jahr 1968 gab es rund 1,1 Millionen Bahá'í weltweit, nunmehr 22 Prozent im Iran und 26 Prozent in Indien. In Europa und Nordamerika lebten rund 30.000 Bahá'í. Und Ende des 20. Jahrhunderts gab es weltweit rund 4,5 Millionen Bahá'í, davon noch sechs Prozent im Iran, aber 40 Prozent in Indien und rund 200.000 in Europa und Nordamerika.

Heute leben etwa sechs Millionen Bahá'í in 189 Ländern der Erde. Sie stammen aus über 2100 ethnischen Gruppen. Indien stellt mit geschätzt einer Millionen Mitgliedern die größte Bahá'í-Gemeinde der Welt. Eine Schätzung des Bevölkerungsanteils der Bahá'í in ihrem Ursprungsland Iran ist aufgrund ihrer Verfolgung schwierig. Mit über 300.000 Anhängern ist sie dort die größte religiöse Minderheit des Landes.

Die weitaus überwiegende Mehrheit der weltweiten Bahá'í-Gemeinde lebt heute in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Geschichte der deutschen Gemeinde

Zum Weiterlesen

William Sears, Das Tor zum Licht. Frühgeschichte der Bahá'í-Religion bis zum Märtyrertod des Báb.

Der US-amerikanische Autor, Fernseh- und Radiojournalist William Sears (1911-1992) nutzt sein Talent als Erzähler, um die Anfänge der Bahá'í-Religion bis zum Märtyrertod des Báb im Iran "der Welt zur Kenntnis zu bringen".