Gebet und Meditation

"Das Wesen der Loslösung ist für den Menschen, das Angesicht dem Hofe des Herrn zuzuwenden. In Seine Gegenwart zu treten, Sein Antlitz zu schauen und als Zeuge vor ihm zu stehen."

Bahá'u'lláh

Das Ziel eines jeden Menschen soll sein, Gott zu erkennen, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen. Der Gläubige begibt sich Tag für Tag auf einen Pfad geistigen Wachstums. Gebet und Meditation sind grundlegend für diese spirituelle Entwicklung.

Auf die Frage eines Gläubigen, warum es so wichtig ist, zu beten, antwortete 'Abdu'l-Bahá: "Die Weisheit des Gebets besteht darin, dass es eine Verbindung zwischen Dem Diener und dem Einen Wahren schafft, denn im Gebet wendet der Mensch sein Antlitz mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele der Erhabenheit des Allmächtigen zu, sucht Seine Gemeinschaft und sehnt sich nach Seiner Liebe und Barmherzigkeit." ('Abdu'l-Bahá)

Und an anderer Stelle:"Es gibt nichts Lieblicheres in der Welt des Seins als das Gebet! Die Menschen müssen in einem Gebetszustand leben. Der gesegnetste Zustand ist der des Betens und Flehens. Gebet ist Zwiesprache mit Gott. Die größte Fähigkeit oder der lieblichste Zustand ist kein anderer als die Zwiesprache mit Gott. Sie schafft Geistigkeit, Bewusstheit und himmlische Gefühle, sie erzeugt neue Anziehungen vom Königreich und erweckt die Empfänglichkeit der geistigen Natur."

Bahá'í sprechen ein tägliches Gebet

Der Báb und Bahá'u'lláh haben eine Fülle von Gebeten für alle Lebenslagen offenbart: für Heilung, Geistiges Wachstum, Freigebigkeit, für Schutz bei Prüfungen und in Schwierigkeiten, für Ehe, Geburt und Tod, die Erziehung der Kinder, für das Gemeindeleben, die ganze Menschheit, für Frieden und die Verbreitung des Glaubens Gottes.

Bahá'í sollen auch ein tägliches Pflichtgebet sprechen. Dabei können sie aus drei Gebeten unterschiedlicher Länge auswählen. Das kürzeste beschreibt die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen: "Ich bezeuge, o mein Gott, dass Du mich erschaffen hast, Dich zu erkennen und anzubeten. Ich bezeuge in diesem Augenblick meine Ohnmacht und Deine Macht, meine Armut und Deinen Reichtum. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden."

Regelmäßiges Beten und Lesen in den Heiligen Schriften im Geist der Meditation und Loslösung von materiellen Dingen gehören zum täglichen Leben. Dabei öffnet sich der Mensch gegenüber Gott und Seiner Eingebung. Die Art und Weise der meditativen Haltung ist jedem freigestellt. Selbst das Lesen eines einzigen Verses kann diesen Zweck erfüllen.

Fasten

Quellen der Liebe

Foto von Buchcover des Büchleins "Quellen der Liebe"

Quellen der Liebe ist ein kleines Gebetbuch und enthält eine Auswahl von Gebeten und Meditationen von Bahá'u'lláh, Báb und 'Abdu'l-Bahá. Bahá'í-Verlag, 48 Seiten.

Einige Gebete

"Gibt es einen Befreier von Schwierigkeiten außer Gott? Sprich: Gelobt sei Gott! Er ist Gott! Alle sind seine Diener und alle stehen unter Seinem Befehl." Báb

"Ich beschwöre Dich bei Deiner Macht, o mein Gott! Lass kein Leid mich bedrängen in Zeiten der Prüfung und lenke, wenn ich achtlos bin, meine Schritte recht durch Deine Eingebung. Du bist Gott. Mächtig bist Du zu tun, was Du willst. Niemand kann Deinem Willen widerstehen oder Deine Absicht vereiteln." Báb

"Dein Name ist meine Heilung, o mein Gott, Dein Gedenken ist meine Arznei, Deine Nähe ist meine Hoffnung und die Liebe zu Dir mein Gefährte. Dein Erbarmen ist meine Heilung und Hilfe in beiden Welten, in dieser und der künftigen. Du bist wahrlich der Allgütige, der Allwissende, der Allweise." Bahá'u'lláh