Wie steht die Bahá'í-Religion zur Sexualität?
Die Bahá'ì sind überzeugt, dass Gott in Fragen der Sexualität einen Maßstab vorgibt, der, im Sinne einer liebevollen Ermahnung, das Glück der Menschheit sicherstellen wird.
Der Schöpfer übermittelt den Religionsstiftern seine Absichten für den Menschen. Die jüngste Offenbarung des göttlichen Willens für die Menschen sehen die Bahá'ì in den Worten Gottes, die Bahá'u'lláh offenbart hat. Bahá'u'lláh war sich bewusst, dass seine Lehren für Seine Zeitgenossen und deren Nachkommen eine Herausforderung darstellen würden.
Der sexuelle Trieb als einer der stärksten Impulse des Menschen findet seine Bestimmung und Erfüllung in der Einehe, einer geistigen und körperlichen Beziehung zwischen Mann und Frau. Die gegenseitige Ergänzung des Weiblichen und Männlichen ist die Grundlage für den Fortbestand der Menschheit.
Mäßigung und freiwillige Selbstkontrolle des sexuellen Impulses ist eine lebenslange Aufgabe jedes einzelnen Menschen.
Bahá'u'lláh sieht voraus, dass die Menschen mit der Zeit früher ein Alter der Reife erlangen werden, indem sie heiratsfähig sind.
Die Ehe als Lebensform wird empfohlen. Das Gesetz der Ehe ist kein verpflichtendes Gebot und es wird bestätigt, dass ein Mensch, auch wenn er keinen Partner findet, durchaus ein erfülltes Leben führen kann. Scheidung wird missbilligt und ist nur im Falle unüberwindlicher Abneigung nach einer Jahresfrist, die der Rettung der Partnerschaft dienen soll, erlaubt.
Vorehelicher- und außerehelicher Geschlechtsverkehr behindern das persönliche Glück und das der Gemeinschaft. Sexuelle Treue in der Ehe ist unabdingbar.
Sexuelle Beziehungen zwischen Menschen, die das gleiche Geschlecht haben, sind nicht erlaubt.
Wenn Homosexuelle sich zum Bahá'í-Glauben bekennen möchten, steht dem nichts entgegen. Er oder sie wird sich mit Gottvertrauen und mit sachverständiger Beratung bemühen, seine Orientierung in einem anderen Licht zu sehen, auch wenn dies zunächst als sehr schwierig erscheinen sollte. Es erfordert Zeit und Geduld und sachverständige Hilfe, die man unter Umständen zu Rate ziehen möchte. Die Einstellung, die Bahá'í gegenüber Homosexuellen entwickeln sollten, ist, sich moralischer Werturteile zu enthalten und dem Menschen vorurteilsfrei zu begegnen.
