Was heißt "fortschreitende Gottesoffenbarung"?
Die Lehre Bahá'u'lláhs geht davon aus, dass es nur einen Gott gibt, der die Menschheit mittels Religion kontinuierlich führt und belehrt.
Alle großen Religionen entspringen ein und derselben Quelle. Bahá'u'lláh lehrt, dass die Religionen "Strahlen desselben Lichts" sind. Abraham, Moses, Jesus Christus, Zoroaster, Krishna, Buddha, Muhammad, Báb und Bahá'u'lláh - in allen manifestiert sich der göttliche Wille, sie alle sind "Enthüller einer Wahrheit" (Bahá'u'lláh).
Die Bahá'í anerkennen und verehren die Stifter früherer Offenbarungsreligionen. Auch aus deren Schriften wird in den Häusern der Andacht gelesen.
Auch wenn die göttliche Wahrheit nur eine ist, wird sie im Laufe der Menschheitsgeschichte dennoch unterschiedlich mitgeteilt. Denn es ist Aufgabe der Religion, menschliche Entwicklung dynamisch voranzutreiben. Göttliche Offenbarung geschieht nach den Lehren Bahá'u'lláhs abhängig von der jeweiligen Erkenntnisfähigkeit sowie den zeitlich bedingten Bedürfnissen der Menschheit.
Die Bahá'í-Schriften lehren, dass die Fähigkeit der Menschen, den göttlichen Willen zu erfassen, im Zuge der Menschheitsgeschichte stetig zunimmt. Insofern vollzieht sich auch göttliche Offenbarung fortschreitend und wird ihrem universalen Charakter zunehmend gerechter.
Die Offenbarung, welche Bahá’u’lláh brachte, ist zwar die jüngste Offenbarung, aber nicht das letzte Kapitel im Buch der von Gott offenbarten Lehren. Bahá'u'lláh schreibt über die Dauer seiner eigenen Offenbarung: "Wer vor Ablauf eines vollen Jahrtausends den Anspruch auf eine unmittelbare Offenbarung von Gott erhebt, ist gewiß ein Lügner und Betrüger."
