Mit welchen Absichten und welcher Gesinnung nehmen die Bahá'í am intereligiösen Dialog teil?
Die Bahá'í nehmen am interreligiösen Dialog mit Wertschätzung für die beteiligten Glaubensgemeinschaften teil. In einer immer globaler werdenden Welt mit zunehmenden Migrationsströmen haben die Religionen eine besondere gemeinsame Verantwortung. Durch eine gemeinsame Anstrengung der Religionen kann in unserer pluralistischen Gesellschaft Zusammenhalt erreicht werden, der vom gleichgültigen Nebeneinander zu einem konstruktiven Miteinander, von Abschottung zu gegenseitiger Bereicherung führt.
Die Bahá’í-Gemeinde möchte in diesem Annäherungsprozess als Katalysator wirken und den Dialog der Religionen fördern. Sie tritt dafür ein, aus der Vielfalt unterschiedlicher Kulturen und Religionen ein Maximum an gemeinsamen Werten zu schöpfen. Sie schlägt der zivilen Gesellschaft vor, individuelle Freiheit und Selbstbestimmung, Aufklärung und Demokratie nicht noch weiter von religiöser Wertevermittlung zu entkoppeln, sondern das Wagnis des Dialogs, ja der Versöhnung mit Religion einzugehen.
Nach dem Glauben der Bahá’í gilt es heute, ausgrenzende Absolutheitsansprüche aufzugeben und den gemeinsamen Ursprung aller Religionen zu erkennen. Das geht über Toleranz im Sinne einer "Duldung des Andersgläubigen" weit hinaus. Es gilt, den eigenen Überlegenheitsanspruch, den Glauben an die Alleingültigkeit der eigenen Wahrheit zu überwinden. Damit werden Unterschiede nicht geleugnet, die Religionen nicht gleich gemacht, sondern vielmehr eine Grundlage dafür geschaffen, sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen.
Siehe Interreligiöser Dialog
