Finanzierung
Die Bahá'í-Gemeinde finanziert sich ausschließlich durch Spenden ihrer Mitglieder. Das Spenden erfolgt freiwillig und anonym. Ob und wieviel ein Bahá'í spendet, liegt in seiner eigenen Entscheidung. Spenden wird in erster Linie als geistiger Akt gesehen. Nicht die Höhe des gespendeten Betrages wird als wesentlich erachtet, sondern die innere geistige Haltung beim Spenden wie beispielsweise Opferbereitschaft, Großzügigkeit und Verantwortungsgefühl.
Das gespendete Geld wird von den gewählten Institutionen verwaltet. Sie verwenden es für die Verbreitung ihres Glaubens und lokale soziale Projekte, für die Finanzierung von Veranstaltungen und die Gemeindeverwaltung. Örtliche und nationale Gemeinden spenden zudem für die Verschönerung, den Ausbau und Erhalt ihres internationalen Bahá'í-Weltzentrums oder die neun kontinentalen Häuser der Andacht.
Spenden werden nur von Mitgliedern angenommen.
Der Nationale Geistige Rat informiert die Gemeinde auf der alljährlich stattfindenden Nationaltagung in seinem Finanzbericht über die finanzielle Situation sowie über Ein- und Ausgaben im zurückliegenden Jahr. Auf lokaler Ebene informiert der Örtliche Geistige Rat einer Gemeinde die Gemeindemitglieder regelmäßig auf dem 19-Tagefest über Einnahmen und Ausgaben.
Neben dem Spendenprinzip hat Bahá'u'lláh eine Abgabe ("Huququ’llah", arab.: die Rechte Gottes) vorgesehen. Jeder Bahá'í stellt dabei in eigener Verantwortung und unter Ausschluss der Öffentlichkeit 19% seiner Ersparnisse der Gemeinschaft bereit. Er muss hierzu selbst entscheiden, welche Ausgaben zum Leben er als notwendig betrachtet und die Mäßigung im Umgang mit seinem Vermögen überdenken. Auf den Vermögenszuwachs nach Abzug der so ermittelten Lebenshaltungskosten wird dann einmalig eine Art "Luxusabgabe" gezahlt. Die Gelder sollen für den Aufbau eines Sozialsystems verwendet werden, indem u. a. eine gerechtere internationale Nutzung von Ressourcen durch Umverteilung von reichen in ärmere Länder erfolgt. Dieses System kommt bereits innerhalb der Bahá'í-Gemeinde zum Einsatz, z.B. durch die Finanzierung weltweiter nachhaltiger Entwicklungsprojekte.

