Aussagen über die Bahá'í-Religion
"Eine der neuesten Weltreligionen, Baha'i, 1863 in Persien von Mirza Husayn Ali (Baha'u'llah) gestiftet, warnt uns davor, nicht nur die Beziehung zwischen Mensch und Natur , sondern auch zwischen Zivilisation und Umwelt richtig einzuschätzen. Vielleicht weil ihre Visionen während der Zeitspanne sich beschleunigender Industrialisierung entstanden sind, scheint sich Baha'i auf die geistigen Einwirkungen großer Veränderungen zu beziehen, welche zu beobachten waren:
"Wir können das menschliche Herz nicht von der uns umgebenden Umwelt trennen und sagen, wenn ein Teil sich verändert, verbessert sich alles. Der Mensch ist organischer Bestandteil der Welt. Sein inneres Leben prägt die Umwelt und wird selbst stark davon beeinflusst. Das eine wirkt auf das andere und jede anhaltende Veränderung im Leben des Menschen ist das Ergebnis gegenseitiger Reaktionen."
Aus den heiligen Bahá'í-Schriften stammt auch dies:"Die von den gelehrten Größen der Kunst und der Wissenschaft so oft gepriesene Zivilisation wird, wenn man ihr gestattet, die Grenzen der Mäßigung zu überschreiten, großes Unheil über die Menschen bringen."
(Al Gore: "Earth in the Balance", Neuauflage 2007, Earthscan Verlag, Seite 261 - 262 [Übersetzung aus dem Englischen])
"Ich danke Ihnen für Ihr ungebrochenes Engagement für den Schutz und die Bewahrung gemeinsamer Werte und die Gleichwertigkeit aller Menschen. Die Religionsgemeinschaft der Bahai bringt sich seit Jahrzehnten in beispielhafter Weise in das gesellschaftliche Leben Deutschlands ein."
(Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der deutschen Gemeinde im Jahr 2005)
"Das Bahá’itum ist keine Sekte, sondern eine Glaubensrichtung, die zu den grossen Weltreligionen gehört und unsere Mutter, das Judentum, mit ihren feindselig gesinnten Töchtern, Christentum und Islam, versöhnen und vereinen möchte. Kein grösseres Handbuch, kein Lexikon geht am Bahá’itum achtlos vorbei..."
(Prof. Dr. Dr. Fritz Sturm, Lausanne, im Geleitwort zu "Grundlagen der Gemeindeordnung der Bahá’i" von Dr. Udo Schaefer, Bahá’i-Verlag 2003)
"Der Bahá'ísmus ist religionswissenschaftlich betrachtet eine eigenständige Religion; er ist die jüngste Offenbarungsreligion in der Linie von Judentum, Christentum und Islam".
(Prof. Dr. Johann Figl, Wien, 1993, in: "Handbuch der Religionswissenschaft", Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien, 2003)
Im Book of the Year 2003 der Encyclopedia Britannica, S. 306, wird der Bahá'í-Glaube als die nach dem Christentum am weitesten verbreitete Religion aufgeführt. Dort heisst es, dass die Bahá’í-Religion in 218 Ländern verbreitet ist. Nur das Christentum ist in mehr, nämlich in den 238 in die Statistik einbezogenen Ländern, vertreten. An dritter Stelle steht der Islam mit 204 Ländern. Das Judentum ist dem Jahrbuch nach in 137 Ländern verbreitet, während Buddhismus und Hinduismus in 126 bzw. 114 Ländern Gemeinden haben.
"Der Bahá'ísmus ist einzuordnen in die Hochreligionen der Erde. Er ist die im Lichte der Geschichte entstandene jüngste Offenbarungsreligion. Angesichts der Tatsache, dass der Bahá'ísmus sich an die gesamte Menschheit wendet und bereits in den meisten Ländern der Welt Fuss gefasst hat, kann er schon heute den Weltreligionen zugerechnet werden."
(Theologische Realenzyklopädie, Bd. V, S. 131)
"Man hält die Bahá’i für eine muslimische Sekte. In Wahrheit handelt es sich um eine Weltreligion."
(Prof. Moshe Sharon, Hebräische Universität Jerusalem in: Jerusalem Post vom 7. Juni 1999)
"Ich habe grosse Bewunderung für Bahá’u’lláh, dessen 100. Todestag Sie soeben würdigen. Ich glaube, dass das, was er als den Auftrag an die Religionen ausgedrückt hat, genau der Wahrheit entspricht."
(Prof. Dr. Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1992 in einem Grusswort anlässlich der 100-Jahrfeier in der Paulskirche Frankfurt am Main am 26. Mai 1992)
"Aus dem shiitischen Islam hervorgegangen, von den Ayatollahs als schädliche Häresie betrachtet, von anderen als Sekte abgewertet, ist das Bahá'ítum heute in Wirklichkeit eine Religion weltweiter Dimension und vom Islam völlig unabhängig. Es ist ein 'abrahamitischer Monotheismus' eigener Prägung. Wegen seiner eigenständigen Lehren verdient es Interesse, wegen seiner Botschaft der Liebe, seiner Toleranz und seiner menschenfreundlichen Aktivitäten erregt es unsere Sympathie, wegen seiner zahlreichen Märtyrer in Iran und anderswo hat es ein Anrecht auf unsere Achtung."
(Christian Cannuyer, Orientalist, Professor an der Katholischen Universität von Louvain/Belgien, in : Les Bahá'ís, Peuple de la triple unité, Ed. Brepols, 1987, S. 7)
"Die religiöse Gemeinschaft der Bahá'í verdient unsere besondere Hochachtung. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Persien gegründet, ist sie heute dort die grösste religiöse Minderheit. In der übrigen Welt hat sie heute mehrere Millionen Anhänger. Sie lehrt nicht nur, wie manche Religionen, den Frieden zwischen den Menschen und fordert die Überwindung des Kampfes zwischen den Mächtigen, sondern sie lehrt und praktiziert auch den Frieden zwischen den Religionen".
(Prof. Dr. Carl Friedrich v. Weizsäcker, in einem Brief an den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í von Deutschland vom 05.07.1983)
"Der Bahá'ísmus steht somit als geschichtliche Erscheinung den anderen Universalreligionen, dem Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Islam Sikhismus und Christentum ebenbürtig zur Seite."
(Prof. Dr. Friedrich Heiler, 1961, in: Gutachten vom 4.12.1961, Bahá’i-Briefe Heft 29 (Juli 1967), S. 735)
"Die Religion der Bahá'í ist zwar aus dem Islam hervorgegangen, stellt aber eine selbständige Glaubensform, keine islamische Sekte dar. Man müsste ja sonst auch das Christentum, weil es aus dem Judentum erwachsen ist, als eine jüdische Sekte auffassen. In meinem Buch, 'Die nichtchristlichen Religionen' habe ich auf Seite 60f. die Bahá'í-Religion dargestellt und betont, dass sie 'eine neue, alle früheren Glaubensformen umfassende und überhöhende Weltreligion' sein will".
(Prof. Dr. Helmuth von Glasenapp, 1961, in: Gutachten vom 3.10.61, zitiert in Bahá’i-Briefe (Okt. 1963), S. 340)
"Im Bahá'ítum bietet die neuere Religionsgeschichte ein Beispiel dafür, wie aus einer Weltreligion, in diesem Fall der Islam, eine Bewegung entstehen kann, die nicht nur den Anspruch erhebt, selbst eine Weltreligion zu sein, sondern auch die religionsphänomenologischen Merkmale einer solchen aufweist".
(Prof. Dr. Gerhard Rosenkranz, 1949, in: Die Bahá’i. Ein Kapitel neuzeitlicher Religionsgeschichte, Stuttgart 1949, S. 7.)
"Der Bahá'í-Glaube ist eine neue, völlig unabhängige Religion mit eigenen Glaubenslehren, Grundsätzen und Gesetzen, die von den Glaubenslehren, Grundsätzen und Gesetzen des Islam abweichen und zu ihnen in schroffem Gegensatz stehen. Kein Bahá'í kann daher als Muslim gelten und umgekehrt, so wenig wie ein Buddhist, Brahmane oder Christ als Muslim gelten kann oder umgekehrt".
(Gerichtsurteil vom 10. Mai 1925 der oberägyptischen religiösen Berufungskammer in Beba, von den höchsten geistlichen Stellen in Kairo gegengezeichnet und als rechtskräftig erklärt.)
"(Der) Charakter des Bahá'í-Glaubens als Religion und der Bahá'í-Gemeinschaft als Religionsgemeinschaft (ist) nach aktueller Lebenswirklichkeit, Kulturtradition und allgemeinem wie auch religionswissenschaftlichem Verständnis offenkundig..."
(Aus einem Beschluss des deutschen Bundesverfassungsgerichts vom 5.2.1991 [2 BvR 263/86])
Buchtipp
"Dieses Buch bietet einen kompakten Überblick über sieben Weltreligionen: Hinduismus, Buddhismus, Daoismus (Laotse), Judentum, Christentum, Islam sowie – als Beispiel für eine neuere Weltreligion - die Bahá'í-Religion."
(Prof. Dr. Dr. Manfred Hutter, Universität Bonn, in: "Die Weltreligionen", Beck-Verlag München, Reihe Wissen, 2005)

