Konferenz des European Bahá'í Business Forums (EBBF) in Witten/Ruhr
Vom 5. – 7. Februar 2010 fand im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Witten die 2. deutschsprachige EBBF Konferenz zum Thema „Wert(e)Schöpfung in der Wirtschaft“ statt. Die Teilnehmer/innen aus Wirtschaft, Hochschulen und Zivilgesellschaft gingen der Frage nach, wie Werte geachtet und in die Praxis umgesetzt werden können.

Konferenz des European Bahá'í Business Forum, 5.-7. Februar in Witten
Peter Spiegel, Initiator des „Vision Summit“, ging alten und neuen Werten und der Vereinbarkeit von ökonomischer Freiheit und sozialer Verantwortung nach. Er stellte den „global entrepreneur“ vor, einen Unternehmer, der nach Lösungen gesellschaftlicher Probleme sucht. Das von global entrepreneurs organisierte Netzwerk ökologisch und sozial orientierter Unternehmer und Führungskräfte bilde bereits heute einen unschätzbaren Erfahrungsschatz für die Fortentwicklung neuer Businessmodelle auf der Grundlage ökologischer und sozialer Intelligenz.
Gundula Schatz, Gründerin des Waldzell Instituts in Wien referierte zum Thema „jede Tätigkeit zu einer freudvollen Erfahrung werden lassen“. Prof. Matthias Kettner, Forschungsdekan der Fakultät für Kulturreflexion an der Privaten Universität Witten/Herdecke, erläuterte den nichtmonetären Nutzen der Marktwirtschaft, d.h. der Nicht-Geld-Werte, die jedoch häufig in Geldwerten abgebildet werden können. Wie man "menschliche Werte" abbildet, ob sie hierarchisierbar sind und was einen Wert zu einem Grundwert macht - diese und weitere Fragen wurden in drei Workshops vertieft.
Ein Highlight der Veranstaltung war der Vortragsabend mit Dr. Franz Alt, dem langjährigen Moderator des TV-Politikmagazins „Report“, und Peter Spiegel, dem Leiter des Genisis Instituts Berlin, über den Aufbau einer humanen Marktwirtschaft.
Viel Zustimmung erhielt Franz Alt für seine mit Charme und Witz vorgetragenen Ideen – besonders auch, weil er geschickt darstellte, wie eine gesunde Ökologie auch ökonomisch interessant sein kann: Wenn beispielsweise ein Haus so gebaut ist, dass es eine positive Energiebilanz vorweist und sich mit der überzähligen Energie Geld verdienen lässt. Peter Spiegel, der –auch in Zusammenarbeit mit Franz Alt - zahlreiche Bücher über nachhaltige und humane Wirtschaft veröffentlichte, sprach vornehmlich über die Aufgabe der Wirtschaft, die Armut zu überwinden. „Soziales Engagement und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch”, so Peter Spiegel.
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Aiesec, dem weltweit größten Zusammenschluss von Studenten, mit dem EBBF in mehreren Ländern zusammenarbeitet. Sarah Schadeck vom Bundesvorstand Aiesec Deutschland beeindruckte die Zuhörer mit dem, was diese engagierten und motivierten Studenten/innen in einem kurzen Amtzyklus von nur einem Jahr ehrenamtlich auf die Beine stellen.
Hintergrund:
Da European Bahá’í Business Forum ist eine ehrenamtliche Nichtregierungsorganisation und zeigt Unternehmern, Managern ebenso wie Studenten vielfältige Wege auf, wie ein sinnvolles Arbeitsumfeld gestaltet, ethisches Verhalten im Berufsalltag praktiziert, und damit der Wert der Arbeit erhöht sowie menschliche Potenziale besser entfaltet werden können.
EBBF bietet mit der jährlich stattfindenden Konferenz die Gelegenheit, Einsichten und Werte zu vermitteln, Verständnis zu wecken und einer breiteren Sicht Raum zu geben. Das Forum bietet eine Plattform für konkrete Vorschläge aus der Praxis, für Projekte und Visionen im Sinne eines gesunden Gesamtsystems unserer Erde.
Weitere Informationen: www.ebbf.org
